Schwanau - Wittenweier

Zukunft des Wittenweierer Pfarrhauses ungewiss

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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21. September 2019

Die Menschen in Wittenweier hängen an dem alten Pfarrhaus. ©Thorsten Mühl

Zukünftige Nutzung und Unterhalt des alten Wittenweierer Pfarrhauses stellen die evangelische Kirchengemeinde vor Herausforderungen. Das ist ein Ergebnis der im Rahmen des Liegenschaftsprojekts der Landeskirche erhobenen Zahlen.

Das 2014 von der Landessynode beschlossene Liegenschaftsprojekt war bereits vergangenes Jahr wiederkehrendes Thema – auch in Schwanaus evangelischen Kirchengemeinden. Rückläufige Gemeindegliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen machen es aus Sicht der Landeskirche erforderlich, den Unterhalt für mindestens 30 Prozent der Gesamt-Gemeindehausfläche einzusparen. Um genaue Quadratmeterzahlen, die (gemäß eines Verteilungsschlüssels und basierend auf Gemeindegliederzahlen von 2014) die künftige Bezuschussung festlegen, zu ermitteln, wurde eine Vermessung und Erhebung unter anderem in den Gemeindehäusern vorgenommen. Im Januar wurden die Daten dem Ortenauer Bezirksrat, im Februar den Kirchengemeinden übergeben. 

92 Prozent Überfläche

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde das Zahlenwerk für die Gemeinden Nonnenweier und Wittenweier am Mittwoch vor rund 50 Besuchern in einer Gemeindeversammlung. Pfarrerin Christine Egenlauf und Dekan Rainer Becker stellten dar, dass Nonnenweier 1204 Gemeindeglieder zählt. Erlaubt wären 212 Quadratmeter Nutzfläche, tatsächlich liegt man bei 334 – eine Überfläche von 37 Prozent. In Wittenweier (372 Glieder) wären 50 Quadratmeter erlaubt, tatsächlich sind es 672. Eine Überfläche von 92 Prozent. 

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Was bedeutet das? In Konsequenz werden Zuschüsse der Landeskirche, etwa für Sanierungs- oder Unterhaltungsmaßnahmen, nur noch für die genehmigte Flächenzahl fließen. Sämtliche weitere Kosten müssten die Kirchengemeinden selbst bestreiten. Heißt: Bis 2021 fließen Gelder im gewohnten Rahmen, dann aber müsste die Kirchengemeinde Wittenweier das über 250 Jahre alte Pfarrhaus aus eigener Kraft halten. »Realistisch betrachtet, ist das für uns unmöglich zu schaffen«, verdeutlicht Egenlauf. 

Wut und Trotz

In der Versammlung lösten die Infos viele Emotionen aus – Schock, Wut, aber auch Trotz. »Wenn ich etwas Gutes aus der Thematik ziehen konnte, dann, wie viel den Menschen das Pfarrhaus bedeutet. Es ist weit mehr, ein Mittelpunkt des dörflichen Lebens, eine kleine, vielfältige Schatzkiste«, zeigt die Pfarrerin auf. Das Projekt gebe Zahlen wider. Was aber im und rund um das Gebäude geleistet werde, werde nicht exakt berücksichtigt. Viele Gespräche und Versuche, eine Sonderlösung für Wittenweier zu erreichen, stießen bei der Landeskirche auf kein Gehör.

Nun hoffen die Verantwortlichen auf die Unterstützung der politischen Gemeinde. Am Montag wurden die Zahlen nicht-öffentlich dem Gemeinderat vorgestellt, der Tenor war positiv. »Man hat uns in der Vergangenheit immer wohlwollend unterstützt. Wie das aber im aktuellen Fall aussehen könnte, lässt sich heute noch nicht sagen«, räumt Christine Egenlauf ein. Gute Lösungen seien gefragt, das Ganze möglichst im Laufe der kommenden zwölf Monate. 

Info

Masterplan

Weiterer Ansatz für zumindest drei der vier Schwanauer Kirchengemeinden ist der Entwurf eines Masterplans des Ortenauer Bezirksrats. Danach könnten in der Ortenau ermittelte Unterflächen in einem Pool aufsummiert und dann auf Gemeinden mit Überfläche verteilt werden. 75 Prozent der Überfläche könnten zum Soll zugewiesen werden. Das hieße, eigene Mittel müssten für weniger Fläche aufgebracht werden, wenn es um Sanierungen ginge. Wittenweier wäre davon aber ausgenommen. Aufgrund seiner enormen Überfläche würde die Gemeinde sonst einen Großteil der Mittel bereits abziehen. Das wäre, wie Pfarrerin Egenlauf darlegt, den drei anderen Kirchengemeinden gegenüber nicht fair. 

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