Ernüchternde Bilanz der FBG Zell a. H.

„2019 war ein Katastrophenjahr für den Forst“

Autor: 
Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 2 Minuten
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14. Februar 2020

Ortsvorsteher und Referenten mit FBG-Vorstand samt neuem FBG-Geschäftsführer (von links): Ludwig Schütze, Klaus Pfundstein, Hubert Schwendemann, Bernhard Selinger, Lorenz Breig, Hubert Kienzle, Simeon Springmann, Kurt Weber und Franz Müller. ©Inka Kleinke-Bialy

„Das Jahr 2019 kann im Rückblick als Katastrophenjahr für die Forstwirtschaft bezeichnet werden“, resümierte Forstrevierleiter Klaus Pfundstein am Mittwochabend vor Mitgliedern der Forstbetriebsgemeinschaft Zell (FBG).

Nach Käfer- und Dürreschäden suchen nun Stürme die Wälder heim. Deren Besitzer hoffen, dass 2020 auch finanziell möglichst schnell ein „Normaljahr“ wird.

Vorsitzender Franz Müller begrüßte zur Versammlung der FBG Zell im Gasthaus „Rebstock“ in Unterentersbach-Stöcken auch Unterharmersbachs Ortsvorsteher Ludwig Schütze und Oberentersbachs Ortsvorsteher Lorenz Breig. Breig ist zugleich Zweiter Vorsitzender der FBG.

Nachdem die Geschäftsführung im letzten Jahr aufgrund einer laufenden Kartellrechtsklage vom Vorstand ausgeübt wurde, hat dieses Amt ab sofort der einstimmig dazu berufene Forstrevierleiter Klaus Pfundstein inne. 

Rundheraus als „Kata­strophe für die Forstwirtschaft“ bezeichnete dieser das vergangene Jahr in seinem Geschäftsbericht. Aufgrund von Schneebruch, Käferbefall und Dürre mussten rund 10 000 Festmeter Holz eingeschlagen werden.
Zwar konnten zu Jahresbeginn wieder Halbjahresverträge mit allen größeren Abnehmern geschlossen werden. „Richtig schlimm wurde es dann aber im zweiten Halbjahr, als der Markt voll war mit Frischholz“, berichtete Pfundstein und ergänzt: „Noch schwieriger war’s bei Tannenkäferholz.“ Das wurde daher nach Asien exportiert. Zu einem bescheidenen Preis zwar, „aber so war’s zumindest weg und hat keine Käfer mehr angelockt.“

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Umso erfreulicher der Lichtblick in punkto Douglasie, denn die zeigte sich von Schäden kaum betroffen und erzielte das ganze Jahr über „wirklich gute Preise.“ Insgesamt 8676 Festmeter Holz verkaufte die FBG zu einem mageren Durchschnittserlös von 58,20 Euro/Fm. Was einen Rückgang um rund 20 Euro im Vergleich zu den vergangenen Jahren bedeutet. Der Nettoerlös habe sich sogar halbiert, betonte Pfundstein. Zusätzlich haben hohe Ausgaben für Spritzmittel zum Schutz gegen Insekten für einen insgesamt leichten Rückgang des Kassenbestandes gesorgt.

Angesichts sauber geführter Unterlagen wurden Kassierer und Vorstand einstimmig entlastet. 

Kurt Weber, Geschäftsführer der Waldservice Ortenau eG, gab Informationen zur aktuellen Holzmarktlage. Er empfahl Waldbesitzern, Sturm- und Käferfrischholz zeitnah aus dem Wald zu holen. Zudem warnte er: „Passt auf, Sturmholz ist lebensgefährlich, es steht unter Spannung!“

Simeon Springmann, Leiter des Forstbezirks Offenburg, erläuterte nochmals die neuen Rahmenbedingungen der Privatwaldbetreuung, die zum ersten Januar in Kraft getreten sind. Und er erläuterte, dass die oberen 40 Zentimeter des Waldbodens dank der jüngsten Niederschläge inzwischen feucht seien, „aber mehr auch nicht, wir bräuchten mal eine richtige Schneelage.“

Hintergrund

Vereinsinfo: Forstbetriebs-Gemeinschaft Zell

◼ Gegründet: 1988
◼ Mitglieder: 153
◼ Vorsitzender: Franz Müller
◼ Kontakt: Klaus Pfundstein, 
• 07835/ 547753

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