Offenburg

2500 Bläser beim Landesposaunentag in Offenburg

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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06. Juli 2015
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Am Wochenende war die Stadt von Posaunen- und Trompetenklängen erfüllt. Der 28. Badische Landesposaunentag mit rund 2500 Bläsern ließ die »Töne der Freiheit« erklingen. Auch Gäste aus Frankreich, Italien und Palästina waren dabei.

Einen beeindruckenden Klang trug der 28. Badische Landesposaunentag am Wochenende in die Stadt. Die »Töne der Freiheit«, Motto des Posaunentages, überzogen die Innenstadt wie mit einem Klangteppich. Damit ließen die rund 2500 Bläser des Landesposaunentages die Gastgeber an dem teilhaben, was Protestanten Verkündung von Glauben, Toleranz und Freiheit bedeutet. Wie einst in Jericho fielen zwar nicht die Stadtmauern, als Posaunen, Trompeten und Hörner erschallten, aber wohl manche Mauer in den Köpfen der zunächst etwas zurückhaltenden Offenburger.

Bei der feierlichen Eröffnung am Samstag auf dem Marktplatz war zwar viel offizielles Publikum dabei. Doch später waren die Posaunenchöre mit Mitgliedern aus allen Generationen ziemlich unter sich. Obwohl sie an etlichen Stationen in der Innenstadt die enorme Bandbreite ihrer kirchlichen Musik präsentierten. Vielleicht war daran auch die Hit+ze des Tages schuld. Launig hatte Oberbürgermeisterin Edith Schreiner den Gästen dennoch »ein warmes Willkommen« geboten. Das Motto »Töne der Freiheit« passe hervorragend zu Offenburg, betonte sie die Bedeutung der »Stadt der Freiheit«, in der 1847 die Grundlage unserer Verfassung im Salmen gelegt wurde.

Ulrich Fischer, Landesobmann der Badischen Posaunenarbeit, versicherte, dass man das Thema bewusst gewählt habe. Rund 200 Jahre nach dem Thesenanschlag von Martin Luther in Wittenberg, sah er Freiheit als hohes Gut. Bezirkskantor Traugott Fünfgeld hatte eigens für den Offenburger Posaunentag das Motto-Lied komponiert.

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In der Sonne funkeln

Und nun wissen wir auch, wie das schöne Plakatmotiv zum Posaunentag zustande kam. »Zeigt eure Instrumente«, rief der Landesposaunenwart Heiko Petersen in die gewaltige Schar der Bläser auf dem Marktplatz. Alle Blechinstrumente funkelten der gleißenden Sonne entgegen.  Bezirks-Dekan Frank Wellhöner begrüßte die badischen Posaunenchöre herzlich. »Alles, was Odem hat, lobe den Herrn«, zitierte er einen Psalm. Das Festspiel der Kirchenmusik ermögliche Brücken zu bauen unter allen Menschen. Gehört haben diese Botschaft auch die Gäste des Landesposaunentages aus Frankreich, Italien und Palästina. Dann aber gehörte der Tag bis spät in den Abend der Musik. Freilich ließen es sich die Musiker nicht nehmen, in der Innenstadt schattige Pausen zu genießen. Im idyllischen Vinzentiusgarten hielt mancher ein Nickerchen auf seiner Posaune.

Die Organisation des Veranstalters lief reibungslos, spürbar waren Erfahrung aber auch ein großer Gemeinschaftssinn. Eine Musiker-Familie hatte ihren besonderen Spaß, als ihre Kinderschar kurzerhand in den Neptunbrunnen hüpfte. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgte das große Konzert auf dem Marktplatz. Die »Töne der Freiheit« sind modern geworden – Jazz, Gospel, der »Own style« der jungen Generation Posaune ertönte. Heiko Petersen gelang das Kunststück, Gruppen von Bläsern sowohl einzeln zu präsentieren, als auch sie in die große Gemeinschaft zu integrieren. Mit einem Abschlussblasen auf dem Platz der Verfassungsfreunde endete gestern die Großveranstaltung. In Erinnerung werden die kraftvollen Töne der Gäste bleiben. Und die Offenburger, die letztlich doch prima Gastgeber wurden.

Hintergrund

»Offenburg hat sich als weltoffener Gastgeber gezeigt«

»Danke für Ihr Engagement, danke für Ihre Leidenschaft. Sie tragen mit ihrem Musizieren zu einem Bekenntnis der Toleranz und Offenheit bei.«
Oberbürgermeisterin Edith Schreiner

»Ein Posaunenchor ist die mobile Kirchenorgel.«
Klaus-Dieter Block, Bläsergruppe Heidelberg

»Offenburg hat sich als weltoffener Gastgeber gezeigt.«
Frank Wellhöner, Dekan Kirchenbezirk Ortenau

»Wo gibt es hier die nächste Eisdiele?«
Junger Posaunist aus Karlsruhe

»Offenburg ist besonders für solch eine Veranstaltung geeignet, weil es eine sehr schöne und kompakte Innenstadt aufweist.«
Ulrich Fischer, Landesobmann Badische Posaunenarbeit

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