Eine Überlebenshilfe in der Kälte

70 Schlafsäcke und Hygienesets für St.-Ursula-Heim

Autor: 
Leoni Schmidt-Enke
Lesezeit 2 Minuten
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06. Dezember 2018
Spender und Empfänger (von links): Oliver Hahn, Rolf Gaiser, Franz Kaiser, Roger Honoré, Hannes Schadeberg, Beniamino Ghiani und Herbert Bächle.

Spender und Empfänger (von links): Oliver Hahn, Rolf Gaiser, Franz Kaiser, Roger Honoré, Hannes Schadeberg, Beniamino Ghiani und Herbert Bächle. ©Ulrich Marx

Der Arbeiter-Samariter-Bund spendete 70 Schlafsäcke und Hygienesets an das Obdachlosenheim St. Ursula. Dort herrscht großer Andrang: 70 Prozent mehr Anfragen im Vergleich zum Vorjahr erreichen das Team der Wohnungslosenhilfe.

Kälte, Schnee und Dunkelheit: Im Winter auf der Straße zu leben ist noch schwieriger und anstrengender als in der wärmeren Jahreszeit. Um Obdachlose zu unterstützen, spendete der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) 70 Schlafsäcke und Hygienesets ans St.-Ursula-Heim. Die Sets enthalten Gegenstände für die Körperpflege wie Shampoo, Duschgel, Zahnbürste und Rasierer. Am Donnerstag der vergangenen Woche übergaben zwei Mitarbeiter des ASB die Spende persönlich. 

Deutschlandweite Aktion

»Trotz St.-Ursula-Heim und Erfrierungsschutz schlafen in Offenburg noch Menschen auf der Straße«, stellte Dieter Hartwig, Sozialarbeiter bei der ambulanten Obdachlosenhilfe, fest. Er vermutet, dass die Schlafsäcke schnell weg sein werden. 
»Wir wollen auf die prekäre Lage von Obdachlosen aufmerksam machen«, sagte Beniamino Ghiani, der Fahrdienstleiter des ASB Offenburg. Die Initiative für die Aktion sei vom Bundesverband des ASB gekommen.

Zum jetzigen 130. Geburtstag des Bundes gab es solche Spenden in über 40 Städten in ganz Deutschland. Insgesamt 2500 Schlafsäcke und Hygienesets wurden verteilt. Die Kosten trägt allerdings der ASB in Offenburg selbst. Rund 3000 Euro habe er für 85 Schlafsäcke und Hygienesets bezahlt, erzählt Ghiani. Die 15 anderen Schlafsäcke und Sets gehen an die Bahnhofsmission. 

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»Es ist ein Überleben, kein Abenteuer«, beschrieb der Betroffene Rolf Gaiser das Leben auf der Straße. Eine Wohnung zu finden sei für viele nicht nur schwierig, sondern sogar unmöglich. Diesen Eindruck teilt auch Roger Honoré, der stellvertretende Leiter des St.-Ursula-Heims: »Der Wohnungsmarkt ist dicht, da ist keine Fluktuation drin.«

Anstieg von 70 Prozent

Im Vergleich zum Vorjahr bekommt das St.-Ursula-Heim derzeit laut Honoré 70 Prozent mehr Anfragen auf einen Wohnplatz. Immer wieder muss er deswegen auch Hilfesuchende ablehnen. In diesen Fällen berät er die Menschen am Telefon und versucht, ihnen eine andere Anlaufstelle zu vermitteln. Derzeit kämen auch viele obdachlose Deutsche aus dem Ausland zurück.

Beniamino Ghiani war vom Gespräch mit den Betroffenen und den Fachkräften der Wohnungslosenhilfe beunruhigt: »Was ich hier heute mitkriege, ist bedenklich.« Er will dafür sorgen, dass der ASB sich im Bereich Obdachlosenhilfe weiter engagiert: »Ich stehe zu 100 Prozent dahinter.«
 

Hintergrund

ASB Offenburg

Der Fahrdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes in Offenburg befördert rollstuhlgebundene und schwerbehinderte Menschen im gesamten Ortenaukreis. 170 Personen arbeiten dort und fahren diese beispielsweise zu Schule oder Arbeitsplatz.

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