Gottfried Wiedemer veröffentlicht Pilgerführer

96 Seiten weisen den Weg des Badischen Jakobusweges

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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14. November 2020

Gottfried Wiedemer teilt auf 96 Seiten seine Pilgererfahrungen und beschreibt den nördlichen Teil des Badischen Jakobusweges von Laudenbach bis Schutterwald. ©Barbara Puppe

Gottfried Wiedemer ist selbst mehr als 4000 Kilometer gepilgert. Jetzt hat er einen Pilger-und Wanderführer zum nördlichen Teil des Badischen Jakobusweges von Laudenbach bis Schutterwald geschrieben.

 Der neue 96-seitige Pilgerführer in Rucksackformat mit Spiralbindung von Gottfried Wiedemer gibt eine genaue Wegbeschreibung über den 209 Kilometer langen Weg vom Odenwald bis Schutterwald und weist den Pilger auf die Schönheit der Vorbergzone am Rande der Rheinebene hin. Er informiert über Übernachtungsmöglichkeiten, die Adressen der Tourismusbüros, die Sehenswürdigkeiten unterwegs und – als kleine Würze – auch über Sagen und Legenden am Weg, wie beispielsweise die Geschichte vom Alde Gott in Sasbachwalden, die Hex vom Dasenstein oder die Melusine von Durbach.

Skultpur am Startpunkt

Der Badische Jakobusweg beginnt in Laudenbach/Bergstraße, wo die Pilger von einer Pilgerskulptur aus Kupferblech begrüßt werden, die der Installateur Ernst Gassmann schuf. Weiter führt der Weg am Rande des Odenwaldes, des Kraichgaus und des Schwarzwaldes über Heidelberg, Bruchsal Ettlingen, Baden-Baden, Bühlertal, Kappelrodeck, Offenburg, Schutterwald bis Breisach, wo er den Elsässischen Pilgerweg erreicht. 

Die Badische Jakobusgesellschaft, der Wiedemer angehört, ist in diesem Jahr 20 Jahre alt. Die Gesellschaft hat die Route auf bewährten Wanderwegen markiert, denn die historischen Wege der mittelalterlichen Pilger und Händler verliefen in der heute vielbefahrenen Rheinebene. Im Einverständnis mit den örtlichen Wandervereinen können der Blütenweg, der Fernwanderweg Odenwald-Vogesen, der Saumweg bei Ettlingen und der Ortenauer Weinpfad von Baden-Baden bis Durbach benutzt werden. Die landschaftlich und kulturell interessante Route folgt einer alten Römerstraße von Basel nach Mainz, wo die Römer wichtige Stützpunkte hatten, wie Badenweiler, Baden-Baden, Stettfeld und Ladenburg, es gab Hofgüter und Klöster, beispielsweise Weißenburg, die Reichsklöster Schwarzach und Schuttern. 

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„Wenn man zwischen Reben und Wald wandert, schweift der Blick bis ins Elsass und die Vogesen“, schwärmt der Autor. Stationen sind geschichtsträchtige Städte, malerische Weindörfer, Burgruinen, Kapellen, Wegkreuze oder Rastplätze. Bei Kappelwindeck hat der Schwarzwaldverein 1991 einen Granitfindling mit einem Jakobspilger behauen lassen.

Gottfried Wiedemer war bis 2005 Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte im Rheinland, in Lissabon und Offenburg. Er leitete ab 1988 fast 30 Jahre lang Gruppenreisen für „Biblische Reisen“ aus Stuttgart. In den vergangenen  20 Jahren ist er selber zu Fuß gepilgert, hat in Offenburg eine Gruppe gefunden, mit der er von Spanien aus die vier Etappen bis Santiago bewältigt hat. Insgesamt sei er auf verschiedenen Jakobuswegen in Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich und Deutschland insgesamt 4000 Kilometer gelaufen, was jedoch unter Profis die untere Kategorie sei, wie er schmunzelnd erklärt: „Unter 10 000 Kilometer fangen die gar nicht mit Zählen an.“ 

Wichtiger Wendepunkt

„Ultreia – immer weiter“ sei die Losung der Pilger gewesen, für die die Pilgerschaft zum Grab des Heiligen Jakobus zum Gleichnis für den eigenen Lebensweg wurde. Auch Gottfried Wiedemer hat an einem wichtigen Wendepunkt im Leben mit der Reiseleitung nach Santiago begonnen. „Da hatte ich gerade eine kleine Midlife-Crisis hinter mir“, erzählt der 79-Jährige. Das Pilgern habe ihm wunderbare Erlebnisse beschert, er habe auch viel profitiert von der wissenschaftlichen Nacharbeit. Besonders geschätzt habe er die Begegnung mit interessierten Menschen, aus denen sich viele Freundschaften ergeben hätten. Seine eigene badische Heimat hat er zur Schlussetappe seiner vielen Pilgertouren erklärt – er empfiehlt sie in seinem Pilgerführer aufs Wärmste. 

Info

Der Pilgerführer

Die Neuerscheinung von Gottfried Wiedemer ist im Buchhandel erhältlich zum Preis von 12,80 Euro.

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