Auch Zells größter Arbeitgeber in der Corona-Krise

AAM meldet Kurzarbeit für 500 Mitarbeiter an

Autor: 
Hans-Peter Wagner
Lesezeit 3 Minuten
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13. April 2020

AAM ist größter Arbeitgeber in Zell wird nach einer einwöchigen Betriebsruhe wieder an den Markt gehen. Die Krise soll aus eigener Kraft gemeistert werden. ©Hans-Peter Wagner

Corona hat Zells größten Arbeitgeber mit rund 500 Mitarbeitern erreicht: Kurzarbeit ist angemeldet, vom 14. bis 19. April ruht der Betrieb beim Automobilzulieferer AAM. Geschäftsführer Dirk Landgrebe: „Werden die Krise aus eigener Kraft meistern“. 

Was schon länger im Tal befürchtet wurde, ist nun eingetreten: Corona hat nun auch den Zeller Automobilzulieferer AAM erreicht. Die Werkschließungen großer Automobilunternehmen hatten bei AAM gewaltige Reduzierungen der täglichen Abrufe bis teilweise auf Null zur Folge. 

Hinzu kamen Lücken in den internationalen Lieferketten, weil wichtige Partner wie Stahlwerke in Spanien oder in Osteuropa schlossen. Außerdem mussten die AAM-Werke in Nordamerika, für das Werk Zell ganz wichtige Handelspartner, auf staatliche Anordnung den Betrieb wegen der dort heftig grassierenden Corona-Infektionen einstellen.

Alle diese Gründe zwangen nun AAM in Zell zum Handeln.  In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat wurde für den Zeitrahmen 1. April bis zum 31. März 2021 Kurzarbeit für alle Mitarbeiter angemeldet. 
Geschäftsführer Dirk Landgrebe: „Wir sind mit dieser Antragsstellung weder verpflichtet, zu 100 Prozent in Kurzarbeit zu gehen, noch diese über den gesamten Zeitraum durchzusetzen.“ Vielmehr wolle man die Voraussetzungen schaffen, dass mit kluger Planung und größtmöglicher Flexibilität aller Mitarbeiter die Kurzarbeit so gering wie nur möglich gehalten werden kann und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. 

Folgende weitere Maßnahmen sind in Abstimmung mit dem Betriebsrat für die nächsten Wochen vorgesehen: Vom 14. bis 19. April wird eine großflächige Betriebsruhe umgesetzt. Danach wird das Unternehmen wieder den Betrieb aufnehmen. Bis alles wieder rund läuft, ist in dieser Startwoche mit einer Reduzierung der Arbeitszeit zwischen 15 und 30 Prozent zu rechnen. 

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Leicht optimistisch

Hierzu äußerte sich Landgrebe leicht optimistisch: „Wir haben Informationen, dass in der Kalenderwoche 16 unsere Großkunden Daimler, VW, und Magna international, weltgrößter Automobilzulieferer, wieder starten und bei uns Abrufe platzieren.“ Allerdings werde es so sein, dass von Woche zu Woche die Arbeitsabläufe neu geplant werden und kurzfristige Auftragseingänge wie auch Reduktionen berücksichtigt werden müssen. Wie lange das Instrument Kurzarbeit eingesetzt werden muss, sei im Moment noch unklar. 

Die Zukunft des AAM-Werkes, Standort Zell, beurteilt der Firmenchef positiv: „In unseren Produkten stehen als größtes Kapital die Differenzialkegelräder europaweit mit einem Marktanteil von über 45 Prozent ganz oben. Diese Getriebe werden in herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wie bei Elektro- und Hybrid-Autos nach wie vor gebraucht. Hier müssen wir am Ball und Marktführer bleiben.“ Das Unternehmen sei auch finanziell so ausgestattet, dass es die Krise aus eigener Kraft bewältigen könne. Landgrebe: „Wir haben sehr gute Mitarbeiter, die hinter uns stehen und mit uns gemeinsam dieses Ziel erreichen wollen.“ Hierfür wolle die Firma ihren Dank zum Ausdruck bringen. Beim Kurzarbeitergeld könnten die Mitarbeiter mit einem Zuschuss des Unternehmens zwischen zehn und 20 Prozent rechnen. 

Abschließend sprach der Firmenchef auch die Situation der Auszubildenden an. Auch dieses Jahr werden sieben gewerbliche und ein kaufmännischer Auszubildender eingestellt. Landgrebes Ziel ist, den Auszubildenden künftig wieder eine Übernahme und eine Arbeitsplatzgarantie zu geben.

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