Zum Lernen ist man nie zu alt

Abendgymnasium feierte 50. Geburtstag im Okengymnasium

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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28. November 2018

Schulleiterin Birgit Wild-Peter und ihr Vorgänger Roland Stärk bei der Feier zu 50 Jahre Abendgymnasium. ©Peter Heck

Seit fünfzig Jahren bietet das im Okengymnasium angesiedelte Abendgymnasium die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die Hochschulreife nachzuholen. 400 Absolventinnen und Absolventen haben diese Chance für ihr Leben genutzt.

Es sei »ein großer Geburtstag«, eröffnete die Direktorin des Abendgymnasiums, Birgit Wild-Peter, die Feier in der Aula des Okengymnasiums. Sie hieß unter anderen den Landtagsabgeordneten Thomas Marwein, Oken-Schulleiter Stefan Joost, Thomas Steiner vom Regierungspräsidium, Monika Sattler-Hetzel von der Abendrealschule und schließlich ihre Vorgänger im Amt willkommen. 

»Zum Lernen ist man nie zu alt«, schmunzelte sie und wies zudem darauf hin, dass schon Menschen »zwischen zwanzig und sechzig Jahren« im Abendgymnasium die Schulbank gedrückt haben – drei Jahre lang jeden Abend in der Woche und das neben der Berufstätigkeit!

Chance auf Bildung

Kultur-Staatssekretär Volker Schebesta (CDU) betonte, die »bewusste Entscheidung« zeichne den zweiten Bildungsweg aus. Ursprünglich nach dem Zweiten Weltkrieg für »die Generation, die keine Chance auf Bildung hatte«, geschaffen, waren die Abendgymnasien 1968, als in Offenburg die Gründung erfolgte, zu einem Instrument der Bildungsgerechtigkeit über alle Schichten hinweg geworden. Er dankte der Erzdiözese Freiburg, die als Bildungsträger »in die Bresche gesprungen« sei und den Lehrern für ihr großes Engagement. Die Digitalisierung und auch der wachsende Migrantenanteil sind die neuen Herausforderungen.

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Für ihn sei entscheidend, so Stadtrat Norbert Großklaus als Stellvertreter der Oberbürgermeisterin, dass über die fünfzig Jahre »400 Biografien« möglich gemacht worden wären. Dies sei die »größte Leistung« des Abendgymnasiums. In einem Film, den Lehrerin Nicole Lichtenauer mit Schülerinnen und Schülern gedreht hatte, wurde der Alltag der heutigen Abendgymnasiumsklassen beleuchtet. 

Matthias Berg, Leiter der Bildungszentren der Erzdiözese Freiburg, betonte: »Der neue Schulabschluss öffnet Tore.« Er überbrachte die Grüße des Erzbischofs – 2012 hatte das Erzbistum die Trägerschaft wieder übernommen. Im Jahr 1968 habe »Bildung ihre gesellschaftliche Aufgabe erkannt« und man habe durch die Eröffnung des zweiten Bildungsweges auch in Offenburg einen spürbaren Beitrag zum Thema Bildungsgerechtigkeit geleistet.

Manche Anekdote dabei

Birgit Wild-Peters Vorgänger Roland Stärk, der sich selbst schmunzelnd als »Fossil dieser Einrichtung« bezeichnete, hatte so manche Anekdote dabei. Er brauche »dringend einen Mathelehrer«, habe ihn der damalige Rektor Klaus Schäffner angeworben. Spätere Rektoren waren Reinhard Schmidt, er selbst und schließlich seit eineinhalb Jahren Birgit Wild-Peters. Er dankte dem Okengymnasium, in dessen Räumen das Abendgymnasium nach einigen Irrfahrten seine Heimat gefunden hat. Und er hatte die Lacher auf seiner Seite, als er aus dem hochtrabenden Lehrplan der ersten Jahre zitierte: »Das Fach soll die der Mathematik innewohnende Schönheit vermitteln!« 

Die der Musik innewohnende Schönheit vermittelte zum Abschluss ganz praktisch Physiklehrer Paul Singler mit einem launigen Theaterstück der Klassen zehn und elf.

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