Zweites Erzählcafé im Klinikum

Achtsame Kommunikation während der Geburt

Autor: 
red/sli
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. November 2019
Das Neugeborene und die Mutter sollen sich aufgehoben fühlen: Daran arbeitet das Geburtshilfeteam des Klinikums.

S:\Produktionsbilder\2019-11-18\file7810kk797m01hp8m08nr.jpg ©Isabell Steinert

Vertreter des Geburtshilfeteams des Ortenau-Klinikums Offenburg am Ebertplatz haben sich am vergangenen Mittwoch beim „Erzählcafé Geburt“ mit Eltern über die Erfahrungen vor, während und nach der Geburt ausgetauscht. Das Erzählcafé fand bereits zum zweiten Mal mit dem Ziel statt, aus dem Erlebten zu lernen und dadurch die Geburtshilfe zu verbessern.

Eva Wilhelm begrüßte als Vertretung von Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte die enorme Wichtigkeit der wertschätzenden Kommunikation zwischen Klinikpersonal und Gebärenden und bestärkte die 25 Eltern, bis auf einen Mann überwiegend Mütter, in den Dialog über ihre Erfahrungen zu treten.

Bewegende Beiträge

In kleinen Gesprächsrunden tauschten sich Frauen, Geburtshelferinnen, Hebammen und Vertreterinnen der Elterninitiative Mother Hood über Erfahrungen aus, die sie rund um die Geburt gemacht hatten. In intensiven, teils sehr bewegenden Beiträgen berichteten die Teilnehmerinnen über ihre positiven, aber auch über ihre negativen Erlebnisse und Empfindungen während ihrer Geburt im Klinikum. Alle Beteiligten stellten immer wieder fest, dass die Geburt des eigenen Kindes ein hochemotionales und sensibles Thema ist. 

Strukturelle Bedingungen und Leitlinien können im Einzelfall einer optimalen Betreuung im Weg stehen. Im Besonderen, wenn es sich um Hochrisikoschwangerschaften und -entbindungen handelt. Aufgrund der Perinatalmedizin am Ortenau-Klinikum Offenburg, die im Jahr zwischen 300 und 400 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht, das sogar unter 1500 Gramm liegen kann, versorgt, bestehen eine Vielzahl an Leitlinien und Strukturvorgaben. Gerade dann sei eine achtsame Kommunikation, auch in schwierigen und stressigen Momenten, wünschenswert und es lohne sich, dies immer wieder in den Fokus zu rücken, waren sich alle einig. Fest stand auch, dass sowohl von Eltern- als auch von Klinikseite das oberste Ziel ist, dass es Mutter und Kind gut geht.

Auch über die Schwangerenvorsorge und Inhalte in Geburtsvorbereitungskursen wurde gesprochen und erkannt, dass auch hier eine intensivere Vernetzung für die Gebärenden von Vorteil wäre. 
Für Eva Wilhelm war das „Erzählcafé Geburt” ein voller Erfolg: „Wir werden es zur festen, jährlich wiederkehrenden Einrichtung am Ortenau-Klinikum in Offenburg machen und freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit Mother Hood.“
Ingrid Vogt, leitende Hebamme am Ebertplatz, sagte: „Wir sehen das Erzählcafé als ein Element zur konstruktiven Feedbackkultur.“ Sie habe noch gut in Erinnerung, wie im letzten Jahr die Premiere startete. Damals wie heute seien die Gespräche von wertschätzender Kritik und hilfreichen Denkanstößen geprägt gewesen. 

- Anzeige -

Positives wie Negatives

Das Team habe auch Erzählungen, die die positive Betreuung im Kreißsaal am Ebertplatz als Kernaussage hatten, entgegengenommen. „Wir freuen uns natürlich sehr, wenn wir hören, dass die Gebärende sich bei uns wohl und sicher gefühlt hat.“ Frank Madundo, leitender Oberarzt in der Geburtshilfe am Klinikum Ebertplatz, kündigte an, „Positives wie Negatives in unsere Teams zu tragen und gemeinsam zu überlegen, an welchen Stellen wir eventuell Strukturen verändern können, um die Geburtshilfe noch weiter zu verbessern“. Es bestürze ihn zu hören, wenn Dinge wie Kommunikation den Geburtsprozess maßgeblich störten. 

Sarah Schulze von der Elterninitiative Mother Hood bedankte sich für die Offenheit des Klinikums: „Hier finden viele gute Geburten statt und es zeigt Größe und Professionalität, dass die Klinik sich auch den schwierigen Situationen annimmt. Wir sind Ihnen im Namen der Eltern und Kinder dankbar über diese konstruktive Zusammenarbeit.“

Enge Kooperation

Die enge Kooperation zwischen Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen des Ortenau-Klinikums sowie Vertreterinnen der Eltern besteht bereits seit anderthalb Jahren. Intensiv arbeiten Ingrid Vogt, Frank Madundo und Sarah Schulze an Ideen und Umsetzungen zur Weiterentwicklung der Geburtskultur in der Ortenau. 
Ende November besuchen sie gemeinsam eine Fortbildung bei dem bekannten französischen Geburtshelfer und Verfechter der natürlichen Geburt, Michel Odent, denn alle drei sind der Auffassung: „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 5 Stunden
Prozess Offenburger Amtsgericht
Einem 25-Jährigen wurde vor dem Offenburger Amtsgericht vorgeworfen, ins Stadtteil- und Familien­zentrum Ost eingebrochen zu sein. Der Angeklagte bestreitet die Tat jedoch vehement.
vor 5 Stunden
Serie Ortsgespräche (59)
Wie die Musikvereine mit den aktuellen Corona-Auflagen zu kämpfen haben, erläutert Johannes Uhl, Vorsitzender des Musikvereins Niederschofheim.
vor 6 Stunden
Neuried - Altenheim
Der Ortschaftsrat Altenheim befürwortet die Sanierung der Straße im Bereich Holderstock. Und für die Umnutzung der Alten Bahnhofsgaststätte wird jetzt das Planungsbüro Sutter3 KG tätig.
vor 7 Stunden
Coronavirus
Wegen des Coronavirus ist dieses Jahr vieles anders – auch die Abibälle der Offenburger Gymnasien. Die Halle war meist schon gebucht, die Kleider gekauft, doch die großen Feste gibt es nicht.  
vor 8 Stunden
250 Meter Fahrt über den Grünstreifen
Ein verletzter Autofahrer und rund 8000 Euro Schaden sind die Bilanz eines Unfalls, der sich am Mittwoch gegen 9.15 Uhr in Höhe Zell-Neuhausen ereignete.
vor 10 Stunden
Mariä Himmelfahrt
Die Stadt Gengenbach sagt die Kräuterbüschelprämierung an Mariä Himmelfahrt ab. Diese werden aber am 15. August in der Stadtkirche geweiht. Auch das abendliche Orgelkonzert mit Bezirkskantor Matthias Degott findet statt.
Ohne gießen geht es auch in diesem Sommer nicht. Johanna Mugabi freut sich auf Helfer beim Urban-Gardening-Projekt an der evangelsichen Stadtkirche.
vor 12 Stunden
Projekt startete 2019
Das Projekt „Urban Gardening“ an der evangelischen Stadtkirche ist in die zweite Saison gestartet. Auch wenn in diesem Jahr wegen Corona einiges anders ist, gedeiht es in dem Garten prächtig.
vor 13 Stunden
Altes Betonfundament
Ein altes Betonfundament erinnert im Wald an einen ehemaligen Tanzboden nach dem Krieg. Drei Schutterwälder sind dem Aufruf des Offenburger Tageblatts gefolgt und erzählen von ihren Erinnerungen an die damaligen Veranstaltungen. 
vor 15 Stunden
Unfall zwischen Ohlsbach und Offenburg
Ein Verkehrsunfall, der sich vergangenen Dienstag ereignet haben muss, wurde dank eines Videos in den sozialen Medien von Polizeibeamten aus Offenburg entdeckt. 
Auch in diesem Jahr ist im Sommer beim Ferienspaß der Stadt Offenburg wieder für Abwechslung gesorgt.
vor 16 Stunden
Programmheft steht
Das Ferienspaß-Programm in diesem Jahr zu organisieren, war für die städtische Jugendarbeit eine Herausforderung. Doch es hat geklappt – und das Programmheft steht.
Zu sehen ist unter anderem der Wecker „Globe“ (USA, um 1880).
vor 19 Stunden
Ab Freitag im Ritterhaus
Rund 90 Exponate sind ab Freitag in einer Ausstellung mit historischen Weckern im Ritterhaus zu sehen. Dabei gibt es viel Kurioses zu entdecken – auch die Offenburger können dazu beitragen.
vor 19 Stunden
Ex-Vize-Chefin klagt
Die frühere stellvertretende Geschäftsführerin des Offenburger Freizeitbads Monja Ludin klagt gegen ihre fristlose Kündigung. Die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht ist am Dienstag krachend gescheitert. Die Schlusszene zeigte, wie schwierig die Lage ist.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das edel-graue Parkett schafft eine klare Raumstuktur.
    06.07.2020
    Im grenznahen Neuried werden Wohnträume wahr
    Holz ist ein wunderbarer Werkstoff für den Innenausbau: Er ist durch und durch natürlich und passt sich den Anforderungen an. Dabei ist er genauso individuell wie die Menschen, die in den vier Wänden leben. Wer seinen Wohntraum in Holz verwirklichen will, ist bei marx Design in Holz in Neuried an...
  • Willkommen zu Hause: Stressless® steht für Komfort und Entspannung. Modell: Tokyo Linden Sand.
    02.07.2020
    Stressless®: Raus aus dem Alltag, rein ins Zuhause
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten und Wohnen in Baden. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach ist Partner ausgewählter Marken und präsentiert mit Stressless® norwegischen Komfort. Die Welt des exklusiven Möbelherstellers wartet im Stressless®-Studio darauf,...
  • Kai Wissmann präsentiert am Donnerstag, 16. Juli, die Gewinner der Shorts 2020.
    25.06.2020
    Trinationales Event: Großes Finale am 16. Juli
    Die Shorts lassen sich nicht ausbremsen, auch nicht von einer weltweiten Pandemie: Das trinationale Filmfestival der Medienfakultät der Hochschule Offenburg wird diesmal komplett online ausgerichtet. Die Filme sind donnerstags und sonntags ab 19 Uhr im Live-Stream hier abrufbar. Das große Finale...
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.06.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.