Auf dem Strommast geht es nicht mehr

Adebar gibt nicht auf

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14. April 2021
Die provisorischer Abdeckung des E-Werk, ein Kegel, war kein großes Hindernis für die Störche. 

Die provisorischer Abdeckung des E-Werk, ein Kegel, war kein großes Hindernis für die Störche.  ©helga himmelsbach

Vier Mal waren die Leute vom E-Werk Mittelbaden schon in der Niederschopfheimer Gartenstraße und haben das Nistmaterial vom Strommast geholt. Die Störche bauen jetzt woanders.

Die Niederschopfheimer Störchen kommen nicht zur Ruhe. Wie Anwohnerin Helga Himmelsbach berichtet, war das E-Werk Mittelbaden am Montag zum dritten Mal mit ihrem Hubwagen in der Gartenstraße, um erneut das Nistmaterial der beiden Störche vom Strommast abzuräumen. „Das Nest war schon richtig weich ausgepolstert, man sah es am Boden liegen“, sagt sie. Ein Nachbar habe das gefilmt, andere Nachbarn verfolgten das Geschehen. Die beiden Arbeiter vom E-Werk hätten das ganze Nestmaterial klein zerschnitten und mitgenommen.

Schutz vor Stromschlag

Das erste und zweite Mal hätten sie alles liegen lassen. Die Leute vom E-Werk hätten oben auf den Mast ein Hütchen angebracht. Das E-Werk begründet seine Aktionen mit Gefahr für die Störche und die Stromversorgung.

Eine Nachbarin hat sich laut Helga Himmelsbach bereit erklärt, in ihren Garten einen Mast vom E-Werk setzen zu lassen. Sie sei auch eine große Tierliebhaberin. Derweil sind die Störche ausdauernd. Sie bringen immer wieder Nestmaterial und bauen um das Hütchen herum und begatten sich, wie Helga Himmelsbach sagt. Das ganze Verhalten der E-Werks-Leute sei sehr schwer nachvollziehbar. Die Störche litten darunter.

Montagnachmittag kamen die E-Werkler laut Himmelsbach zum vierten Mal, räumten das nächste Nistmaterial weg und setzten eine weitere Schutzvorrichtung auf den Mast. Am Mittwoch schreibt uns Helga Himmelsbach: „Jetzt sind die Störche nicht mehr hier. Sie haben gestern den ganzen Tag Nestmaterial Richtung Hauptstraße/Bundestrasse geflogen und wahrscheinliich ein Nest gebaut.“

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Anthea Götz von der Pressetelle des E-Werks Mittelbaden beantwortet unsere Fragen dazu: „Der provisorische Kegel von Montagmorgen wurde am Nachmittag durch einen speziell von uns angefertigten Kegel ersetzt, der das Abgleiten der Zweige ermöglicht. Dennoch wird es der Storch erfahrungsgemäß noch einige Tage weiter versuchen. Daran werden wir ihn nicht hindern können.“ Die Frage ist: Könnte man den Mast nicht schützen wie andere auch – mit einem Bügel?

„Selbstverständlich sind alle Freileitungen des Überlandwerk Mittelbaden entsprechend der gesetzlichen Vogelschutzrichtlinien geschützt“, antwortet Anthea Götz. Durch die bekannten Baukünste der Störche sowie die Ausmaße und das Gewicht der fertigen Horste seien beispielsweise Bügel, offiziell „Sitzstangen“ genannt, nur bedingt geeignet, einen Nestbau zu verhindern.

Aber wäre es nicht möglich, alle Strommasten nacheinander zu schützen – ehe die Störche brüten? Dann könnte man sich den ganzen Hickhack sparen. Das präzisiert Anthea Götz: Nicht der Strommast müsse geschützt werden, sondern der Storch vor dem Strom. „Daher gehen wir umgehend einem gemeldeten Nestbauversuch nach. Sollte es nach Abwägung aller Umstände nicht möglich sein, das Nest gefahrlos an der Stelle zu lassen, stimmen wir uns mit den notwendigen Akteuren über weitere Maßnahmen ab.“ Ansprechpartner seien das Regierungspräsidium Freiburg als obere Naturschutzbehörde und die lokalen Vertreter der Naturschutzbünde.

„Selbstverständlich folgen wir den Empfehlungen der Experten, und sind im Falle einer Anordnung durch die obere Naturschutzbehörde, wie jeder andere Bürger auch, an die Entscheidungen der Behörde gebunden.“

Ob auf diesem Mast in Niederschopfheim überhaupt jemals Störche Nester gebaut hätte, das wisse sie nicht. Andere Nachbarn hatten das bestritten. Götz präzisiert: „Außerdem habe es nie ein Nest gegeben, sondern nur der Versuch, ein Nest zu bauen.“ Hier habe lediglich ein Nestbauversuch stattgefunden. „Das heißt, das Nest war überhaupt noch nicht fertig gebaut.“

Da das Überlandwerk Mittelbaden als Netzbetreiber über keine Expertise in der Bewertung von Baureifegraden beim Horstbau verfüge, werde die Vorgehensweise wie beschrieben grundsätzlich mit entsprechenden Stellen abgestimmt. Das Ergebnis: „In unserem Fall handelte es sich noch um ein Nestbau in der Anbahnungsphase und nicht um ein fertiges Nest.“

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