Offenburg

Aktion des Frauennetzwerks gegen Gewalt an Frauen

Autor: 
Ursula Gross
Lesezeit 2 Minuten
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24. November 2015

Das Frauennetzwerk ließ Fahnen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen hissen. ©Ulrich Marx

Mit einer Fahnenaktion zum Thema »Nein zu Gewalt an Frauen« machte das Offenburger Frauennetzwerk am Samstag auf dem Rathausplatz aufmerksam.

»Nein zu Gewalt an Frauen, frei leben ohne Gewalt« – unter dieser Forderung zeigten am Samstag die Vertreterinnen des Offenburger Frauennetzwerks und Regina Geppert, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Flagge. Wortwörtlich, denn vor dem Historischen Rathaus wurden drei Fahnen gehisst, während der Marktzeit standen die Sprecherinnen des Frauennetzwerkes Rede und Antwort.

Über alltägliche Gewalt an Frauen und Mädchen, über die hohe Zahl der Fälle und über das Schweigen, das immer noch in der Gesellschaft herrscht. Nein, es ist keine Privatsache, es ist ein Delikt, wenn Frauen Gewalt erleben. Sie hat viele Formen, wie körperliche und seelische Verletzung, sexuelle Belästigung, Bedrohung, Mobbing bis hin zum Cybermobbing. Alter, Bildungsgrad, sozialer Status, Lebensort spielen keine Rolle, Gewalt zieht sich durch alle Schichten, machten die Frauen deutlich.

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»Mach es wie die drei Affe, nix höre, nix sehe, nix sage« – soll man so reagieren, wenn die Nachbarin, Kollegin oder Freundin offensichtlich von Gewalt bedroht ist? Betroffen blickten viele Passanten auf das Pflaster am Fischmarkt. Dort lag eine Dialektzeitung, die solche Aussagen zum Verhalten bei häuslicher Gewalt skizzierte. Als unter Trommelwirbel die drei Fahnen gehisst wurden, nahmen die Teilnehmerinnen ihre Augenbinden ab, die das Wegschauen symbolisieren sollten. »Weltweit erleiden etwa 35 Prozent aller Frauen Prügel, Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder andere Übergriffe, wie aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation hervorgeht«, informierte Regina Geppert. Pfarrerin Claudia Roloff schilderte die Schutzbedürftigkeit von Frauen auf der Flucht.

Schwerpunkt der Fahnen-aktion war in diesem Jahr das Thema »Stopp zu Frühehen«. Gefordert werden Präventionsmaßnahmen in Schulen und verbesserte Bildungsangebote für Mädchen. »Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir alle sollen uns einmischen und so gesellschaftliche Verantwortung übernehmen«, so die Forderung des deutschlandweit stattgefundenen Tages.

Hilfe, Aufklärung, Information gibt es bei ganz unterschiedlichen Stellen und Einrichtungen, für Frauen, ihre Familien und für Männer. Dafür stehen seit vielen Jahren in Offenburg und der Ortenau unter anderem: Amnesty international, AK Frauen in Not, ASF Ortenau, Aufschrei Ortenau, Frauen helfen Frauen, In via-Treff, Stadt Offenburg, Club Soroptimist, St.-Ursula-Heim und verdi. Die Broschüre »Nein zu Gewalt« liegt im Bürgerbüro aus.

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