Offenburg

Alle wollen »Bibliothek 2020«

Autor: 
Florian Pflüger
Lesezeit 3 Minuten
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28. Oktober 2011
Die »Bibliothek 2020« rückt näher: Alle Fraktionen des Offenburger Gemeinderats haben sich am Mittwoch im Kulturausschuss für das zwei Millionen Euro teure Konzept ausgesprochen. Finanziert werden könnte es mithilfe der Regionalstiftung der Sparkasse.
Offenburg. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, das der Stadt Offenburg ein Alleinstellungsmerkmal bescheren soll: »Bibliothek 2020« heißt das Konzept, das die Stadtverwaltung dem Kulturausschuss bereits im Juli vorgelegt hatte. Nach einiger Bedenkzeit berieten dessen Mitglieder in ihrer Sitzung am Mittwoch nochmals über das breit angelegte Konzept zur Modernisierung und Erweiterung der Stadtbibliothek, für das die Stadt Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro veranschlagt hat. Auch wenn bei einigen Punkten noch Diskussionsbedarf besteht, kündigten alle Fraktionen des Offenburger Gemeinderats ihre Unterstützung an. Das Zehn-Jahreskonzept sei »eine klare Leitlinie« betonte Kulturbürgermeister Christoph Jopen. »Die nehmen wir ernst, aber wir werden sie auch anpassen.« Die langfristige, aber noch relativ offen gehaltene Planung fand im Gremium Zustimmung. »Wir halten diesen Vorschlag für wegweisend, damit wir uns nicht von Jahr zu Jahr durchwursteln«, sagte Albert Glatt (CDU). Ähnlich äußerte sich Martina Bregler (SPD): »Was uns imponiert, sind diese Visionen.« Angi Morstadt (Freie Wähler) lobte das Konzept als »sehr anspruchsvoll und komplett«. Sieben Vorschläge Das Konzept besteht aus sieben Vorschlägen: Dazu zählen die Aufstockung des Medienetats um 50 000 bis 60 000 Euro pro Jahr, der Aufbau eines Zielbestands von 110 000 Medien bis zum Jahr 2020, eine verstärkte Zielgruppenausrichtung und die Fortführung von Veranstaltungen wie dem »Lesesommer« für zusätzlich etwa 10 000 Euro jährlich. Außerdem sollen für jährliche Zusatzkosten von etwa 18 000 Euro digitale Medien angeschafft werden. Zur Verbesserung der bisherigen Arbeit und für neue Projekte will die Stadt anderthalb neue Stellen schaffen – in den kommenden zehn Jahren würde das jeweils 60 000 bis 70 000 Euro kosten. Das größte Prestigeprojekt ist die Einrichtung einer öffentlichen Musikbibliothek. Mit einem jährlichen Kostenaufwand von 20 000 Euro soll mit dieser Bibliothek ein attraktiver Anziehungspunkt für Musiker aus der gesamten Ortenau und dem Eurodistrict geschaffen werden. »Das Angebot muss auf Offenburg und sein sehr musikalisches Umland abgestimmt sein«, sagte Simon Moser, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Offenburg. Im Kulturausschuss hob er den Imagegewinn durch solch ein Angebot hervor. Er sei bereits lobend vom deutschen Bibliotheksverband darauf angesprochen worden. »Das ist ein Leuchtturm«, so Moser. Über die konkrete Ausführung des Gesamtkonzepts dürfte in Zukunft noch reichlich diskutiert werden. Claudio Labianca (FDP) stellte etwa die Frage: »Macht es Sinn, in klassische Noten zu investieren?« Eva-Maria Reiner (Grüne) regte unter anderem die Einrichtung eines »Lesecafés« an. Zur Finanzierung des Vorhabens möchte die Stadt noch in diesem Jahr bei der Regionalstiftung der Sparkasse einen Förderantrag stellen. Sollte dieser Antrag erfolgreich sein, könnte diese Unterstützung etwa ein Drittel der Kosten decken. »Für die Grundlast sorgt die Stadt Offenburg«, versprach Bürgermeister Christoph Jopen. Auch sei es möglich, außerhalb Offenburgs nach Gönnern zu suchen. In der Gemeinderatssitzung im November soll über die Vorlage abgestimmt werden.

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