Offenburg

Alles begann mit einem Kaktus

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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05. November 2018

Die »Oken Harmonists« legten am Samstagabend zum 20. Bühnenjubiläum im Salmen eine fulminante Show hin. ©Ulrich Marx

Mit einem ausverkauften, fulminanten Konzert im »Salmen« feierten die legendären »Oken Harmonists« ihr 20-jähriges Bühnenbestehen. Inzwischen – bis auf den jungen Pianisten – im Ruhenstand, sind die singenden Pädagogen immer noch mit viel Schwung und Spaß unterwegs.
 

Zwanzig Jahre ist es her, und die »Comedian Harmonists » waren mit ihren 1920er-Jahre-Songs der Hit, als im Oken-Gymnasium ein Abschluss-Jahrgang seine Pauker bat, zur Abi-Feier doch den Song »Mein kleiner grüner Kaktus« playback zu singen. »Nur den Mund auf und zu machen«, das ging aber gegen die Ehre von Werner Hellwig, Bertram Hensle, Hartmut Schramm, Reinhard Schmidt, Bernd Grether und Heinz Reiner – welche die ursprüngliche Besetzung bildeten. Die vier letztgenannten sind bis dato noch dabei und den ersten Pianisten Achim von Heimburg ersetzt heute Matthias Hecht.

Beim Konzert zum 20. Bühnenjahr durfte der kleine grüne Kaktus selbstredend (oder vielmehr -singend) natürlich nicht fehlen, und dazu präsentierten die fünf Harmonists einen Querschnitt ihrer Programme. Hoch erfreut, dass sie die Zuhörer schon zu Konzertbeginn in »so guter Laune« vorfanden und hoffend »dass Sie es hinterher auch noch sind«, stürzten sich Sänger und Pianist in die Themen. Politisch und komödiantisch auf dem Quivive, galt der Auftakt »der Gewerkschaft Verdi und dessen Vorsitzenden Giuseppe«. Zur Melodie des Gefangenenchors erklang das Lob der Freiheit, die geplagte Pädagogen zumindest über das Wochenende von der »Penne rabiata« erlöst. Nicht weniger ergreifend die Klage »Es träumt ein Lehrer vom Ruhestaaand ...« und die Bitte »nach oben« (also zum Oberschulamt), doch von den vielen Junglehrern »auch einen zu mir« zu schicken. 

Aber andere Berufsstände haben’s auch nicht leichter. Nicht im Frisörladen, aber frei nach »Figaros Arie« lobte der »freundliche und gerechte – sogar selbstgerechte« Polizeichef sich selbst, umschmeichelt von den heuchlerischen Untergebenen. 

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Verschiedene Rollen

Hier boten »Heldentenor« Heinz Reiner und seine Mitsänger eine reife Ensembleleistung, vom Publikum stürmisch umjubelt. Auch als »neuer Mann«, der sich »die Waffen einer Frau« aneignet und mit sorgsam gepflegter Schönheit punktet, ließ Reiner seine Stimme erklingen. Bernd Grether schlüpfte mehrfach in die Rolle des munteren, dem »Vin rouge« und allen Genüssen zugeneigten Franzosen, so bei »Oh Champs-Elysées«, während Reinhard Schmidt die diebische Freude am Sich-Verkleiden in vielen Rollen mit Genuss zelebrierte. 

Texter und Arrangeur der Gruppe ist Hartmut Schramm, und ein etwas anarchistischer Schalk lugt hinter jeder seiner Zeilen hervor. Da tüftelt ein Rentnerehepaar gar nicht faul einen Weg aus, wie man den immer abhörfreudigen Geheimdienst dazu bringen kann, den Garten umzustechen – quasi eine »Maulwurfsjagd« unter umgekehrten Vorzeichen. Oder ein lüsterner Geselle schwärmt ganz unverhohlen von einer begehrenswerten Schönheit, welche die spaßverderbende Ehefrau ihm partout nicht gönnen will. Ade, du herrliche Sahnetorte! 

Das Potpourri aus zwanzig Jahren ließ einen schönen Abend wie im Flug vergehen, bis hin zum patriotischen Abschluss mit der Ansage: »Nur nit huddle, aber frisch ans Werk – so sind wir in Baden-Württemberg!«

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