Sonderausstellung im Schulmuseum Zell-Weierbach

Als 15.000 zum Seifenkistenrennen ins Riedle strömten

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23. April 2016

(Bild 1/3) ©Archiv Alfons End

Flotte Jungs in ihren fliegenden Kisten: Vor 66 Jahren strömten zum ersten Mal über 15 000 Besucher ins Riedle nach Zell-Weierbach zur ersten Auflage der heute legendären Hexensteinrennen. Am Sonntag wird im örtlichen Schulmuseum eine Sonderausstellung dazu eröffnet.
 

»15 000 sahen das erste Hexensteinrennen. Schon am frühen Morgen setzte der Zustrom nach dem Riedle ein«, titelte das Offenburger Tageblatt am 12. Juni 1950. 65 Teams aus ganz Baden gingen damals mit ihren Seifenkisten an den Start. Das Rennen wurde nicht nur in den jeweiligen Altersklassen der Fahrer zwischen acht und 18 Jahren unterteilt. Auch ob die selbst gebauten Vehikel mit Luftreifen oder »nichtluftbereiften« Fahrzeuge auf die 1200 Meter lange Strecke zwischen Hexenstein und dem Gasthaus »Riedle« gingen, wurde von der honorigen Jury berücksichtigt. 

»Leider war ich damals erst ein halbes Jahr alt, kann mich natürlich nicht daran erinnern, aber unser Museumsleiter hat das noch miterlebt«, sagt der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Alfons End. Der Kfz-Meister hat zu Hause ein ganzes Archiv mit Bildern und Exponaten von den legendären Hexenstein-Seifenkistenrennen der Jahre 1950 und 1951. »Zum  20-jährigen Bestehen unseres Schulmuseums lag es auf der Hand, 66 Jahre nach dem ersten Rennen hier eine Sonderausstellung einzurichten.« 

Einen Film gedreht

»Ja, das Rennen war legendär«, betont Museumsleiter Bernd A. Schneider, der das Rennen »als junger Bursch« mitverfolgt hat. »Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, was das für ein Menschenauflauf war«, berichtet Schneider. Auch ein Film wurde vom ersten Bergrennen in Zell-Weierbach gedreht. »Den haben wir 2001 anlässlich eines Treffens der damals noch lebenden Fahrer in einer vollen Abtsberghalle gezeigt, jetzt ist er wieder zu sehen«, sagt End. 

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Mithilfe einer Leseraktion des Offenburger Tageblatts wurden damals nicht nur viele ehemalige Teilnehmer gefunden, sondern auch historische Fotografien und Exponate wiederentdeckt. »So haben wir den Siegerkranz von 1950 und extra zur Ausstellung noch drei Original-Seifenkisten, die damals mitgefahren sind«, erinnert sich End. Von den einstigen Fahrern haben sich jetzt zwei gemeldet. Gerd Glattacker aus Hofweier, der damals mitgefahren ist, hat zur Sonderausstellung seine Seifenkiste zur Verfügung gestellt und wird morgen bei der Ausstellungseröffnung auch anwesend sein. 

Die ersten beiden Seifenkistenrennen fünf Jahre nach Kriegsende wurden übrigens organisiert vom Offenburger Jugendbildungswerk. »Die waren damals in Baracken untergebracht, direkt neben dem Billet’schen Schlössle«, sagt End. Fünf Seifenkistenrennen hat er selbst mit seinen Helfern zwischen 1987 und 1991 organisiert. Auch davon sind Original-Exponate und Fotos zu sehen. »Mit einem Lkw und mit Hanfseilen wurden die Kisten vom Ziel an den Startpunkt gezogen«, so End. 

»Am meisten Freude machten eigentlich die richtigen Seifenkistle, ein spitzes Brett, eine Wagendeichsel mit Bodenbremse und anderen unglaublichen Schikanen«, ist im OT von 1950 zu lesen. Aber auch windschnittige Fahrzeuge, fast einem damaligen Formel-1-­Rennwagen gleich, und ein Zweiergespann als »Mini-Motorrad« ging damals auf die Strecke. »Die Menschen waren kurz nach dem Krieg fast gierig auf solche Veranstaltungen«, betont End. »15 000 Besucher an einem Tag haben wir, glaube ich, seither hier in Zell nicht mehr erleben dürfen.« 

HINWEIS: Die Eröffnung findet am morgigen Sonntag um 11 Uhr statt, ab 14 Uhr sind das Schulmuseum und die Sonderausstellung für alle geöffnet. Die Sonderausstellung bleibt über das ganze Jubiläumsjahr des Schulmuseums bestehen, berichtet Museumsleiter Schneider. 

Info

Die Preise

Mit dem Hexenstein im Riedle fällt einem unweigerlich auch die Offenburger Hexenzunft ein. 1950 agierte die Zunft als Sponsor eines Sonderpreises. Ein »närrischer« Preis natürlich, bewertet wurde nämlich das primitivste Fahrzeug, das noch einigermaßen Intakt durchs Ziel fahren konnte. 
Dieser Preis wurde einem Fahrerteam aus Zunsweier zugesprochen. Ansonsten gab es für die damaligen jugendlichen Teilnehmer neben einem Siegerkranz auch nützliche Preise wie Fotoapperate, Fahrzeugteile, Schlafsäcke und Präsentkörbe. 

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