Heimatabend

Als Diersburg Bergbauort war

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19. August 2019

Erzählerin Claudia Kälble (links) und Stefani Roeder von Diersburg in einer Szene. ©Klaus Krüger

Mit einem bunten Panoptikum brachte der Heimatverein Hohberg seinem Publikum am Samstag ein wichtiges, aber sperriges Thema nahe – den Bergbau in Diersburg und Umgebung. Das gelang vortrefflich – nur das Wetter erwies sich als Spielverderber.

Der Heimatverein mit all seinen Helfern und der Mitveranstalterin, die Familie Roeder von Diersburg, hatten für Heimatabend am Samstagabend gut vorgesorgt – und den Innenof des Weingutes nahezu komplett mit Zeltdächern und großen Sonnenschirmen geschützt. Und doch war es eher ungemütlich, als der Dauerregen einsetzte – und zum Schluss kürzten die Verantwortlichen das Programm kräftig. Schade – aber nicht zu ändern.

Toller Auftakt

Dafür war der Auftakt schon mal ausgezeichnet. Claudia Kälble, die durchs Programm führte, berichtete von der Entstehung der verschiedenen Kohlearten und vom Bergbau – der spätestens im 18 Jahrhundert dort eine wichtige Einnahmequelle war. Das Thema: »Bergbau in Diersburg und Umgebung«.

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Um die Zeit lebendig werden zu lassen, gab es auf der kleinen Bühne allerlei historische Gegenstände. Und auch die Protagonisten der einzelnen Szenen passte dort hinein mit ihren historischen Kleidern.
Wie den Aufbruch und die Hoffnung schildern, die sich Mitte des 18. Jahrhundert aufbaute, als der Baron aus Diersburg und seine Mitstreiter in Berghaupten und Hagenbach »in Kohle machten«? Mit der zauberhaften Szene, die Lioba May als Dienstmagd und Stefani Roeder von Diersburg als Freifrau Charlotte darboten. Charlotte hat ihrer Cousine einen Brief geschrieben und schildert darin, wie sehr sie in Diersburg eine Thermalquelle hätte (»Bad Diersburg«), was aber nicht gelungen sei. Nun möchte ihr Gatte Kohle abbauen. Nun gut, wenn es Geld bringt – aber schön ist es nicht, die Freifrau ist wenig amüsiert.

Stefani Roeder von Diersburg hatte ihren Brief in einer zarten Schwebe zwischen poetsichen Gefühlslagen und irdischem Ärger verfasst – und sie trug ihn eindringlich und formvollendet vor. Ein Genuss.
Szenisch blieb es auch im weiteren Verlauf (nach dem Vesper). Das bot weiterhin die Gelegenheit, ein breit gefächtertes Thema den Besuchern näher zu bringen. So ging es um den Bergbau in Diersburg um 1700, die Arbeiten dort. Wolfgang Feißt und Tosca Bühler spielten eine kleine Szene, in der ein Bergmannskind für seinen Vater sprach, es bittet Sankt Barbara gebeten, dem Vater im Schacht beizustehen. Den Tagesablauf eines Hauers hat Wolfgang Feißt, der auch im letzten Jahr als Schauspieler mitwirkte, in einer eigenen Szene eindrücklich darstellt, wie das Arbeiten im Bergwerk beschwerlich und gefährlich war (in Mundart).

Den Tagesablauf schilderten Lioba May und Wolfgang Feisst. Hans-Jürgen Gebhardt sagte in seinen Schlussbemerkungen, der Heimatabend sei für den Heimatverein der Höhepunkt in seiner jährlichen Vereinsarbeit. Er wies auf die vielen Helfer hin, die bereits seit Donnerstag im Einsatz waren. Und er dankte Wieland Mathis, Vorstand der »Bürgerlichen Fördergemeinschaft zur Erhaltung der Bergwerksanlage in Berghaupten« für die Leihgabe einer historischen Bergmannsuniform. Michael Seger hat uns heute zum ersten mal mit der Technik versorgt. 

◼ Für die Besucher gab es übrigens als Geschenk das Vesperbrett mit dem Logo »Kultur im Dorf«. 

Hintergrund

Zwei engagierte Frauen

Hauptbeteiligte/Verantwortliche laut Hans-Jürgen Gebhardt: Claudia Kälble die in unzähligen Stunden recherchiert, nachgelesen, getextet und Leute befragt hat, um all das Vorgetragene in Wort und Text zu verfassen. 
Und Stefanie Roeder von Diersburg mit ihrer Familie »Sie geben uns immer wieder eine Heimat im historischen Weingut für unsere Veranstaltungen und Stefani, die mit ihrem unermüdlichen Engagement und ihrer Ausstrahlung uns immer wieder zu einem Team zusammenschweißt, ist für uns in dieser Zeit eine hervorragende Chefin«. so Hans-Jürgen Gebhardt. 

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