Offenburg

Alte Stadthalle: Ostflügel samt Türmchen bleibt erhalten

Autor: 
Christian Wagner
Lesezeit 3 Minuten
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24. März 2016

Beim Stadtrundgang erklärte Bürgermeister Oliver Martini, wieso der rückwärtige Teil der alten Stadthalle rekonstruiert und der stadtbildprägende Portikus erhalten bleiben soll. ©Iris Rothe

Was kann von der alten Stadthalle erhalten werden? Diese spannende Frage hat Baubürgermeister Oliver Martini beim OT-Rundgang durch das 1904 gebaute stadtbildprägende Gebäude beantwortet: Der Portikus, also der markante Osttrakt samt Türmchen, soll bleiben, der Rest abgebrochen und rekonstruiert werden.

Die Offenburger­ haben wie die Löwen für den Erhalt der alten Stadthalle gekämpft, Unterschriften gesammelt und Leserbriefe verfasst. Das ist auch beim Investor OFB angekommen. Der Projektentwickler hat in seinem zweiten Entwurf den Erhalt der früheren guten Stube der Stadt berücksichtigt, der im ersten Plan noch nicht vorgesehen war. Das ist mit ein Grund, weshalb OFB Ende 2013 als Sieger aus dem Investorenwettbewerb hervorgegangen ist und den Zuschlag für den Bau des Einkaufsquartiers erhalten hat.

Doch was kann nun tatsächlich im Original erhalten werden? Baubürgermeister Oliver Martini blickt beim Rundgang durch die alte Stadthalle auf die massiven Betonwände. Diese sind Anfang der 70er-Jahre eingebaut worden, um den Betrieb einer modernen Spielstätte zu ermöglichen. Wenn man diesen Betonkern räumt, würden die statisch sehr problematischen Außenwände wohl zusammenbrechen, vermutet Martini. Deshalb wird es auf der rückwärtigen Seite auf einen Abbruch und eine Rekonstruktion hinauslaufen. Dort müsse man ohnehin das Historische suchen«, formuliert es Martini überspitzt. Hier sei weder innen noch außen eine historische Bausubstanz ablesbar.

»Ausgestaltete Details«

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Anders verhält es sich beim stadtbildprägenden Osttrakt der Stadthalle. »Es ist die repräsentative Seite, im Dachbereich sind sehr viele ausgestaltete Details«, betont Martini. Dieser Portikus samt Türmchen soll erhalten bleiben. Das sei nicht einfach, aber »wir glauben, dass wir das in den Griff kriegen«. Eine entsprechende Absprache mit der OFB gebe es bereits. Wie die Pläne für die alte Stadthalle (und das Rée Carré insgesamt) im Detail aussehen, soll nach der Sommerpause im Gestaltungsbeirat präsentiert werden. 

Könnte ein Teilerhalt für den ein oder anderen Bürger nicht zu wenig sein? »Wir haben immer gesagt, es wird eine Rekonstruktion geben«, sagt Martini. Aber es ist aus seiner Sicht eine absolut positive Botschaft, dass man den stadtbildprägenden Teil erhalten kann. »Wichtig ist, dass die Gebäudeformen aufbereitet werden«, betont Martini. Daraus ergebe sich etwas Individuelles, was dem Ort seinen Charakter verleihe.

Eröffnung Oktober 2018

Der Bau des Einkaufsquartiers nimmt Ende des Jahres richtig Fahrt auf, wenn die Sparkasse in ihre neue Filiale umgezogen ist und die alte Hauptstelle abgebrochen werden kann. Dann wird das Areal bis zur neuen Sparkasse an der nördlichen Hauptstraße aufgegraben, und danach wächst das Quartier in die Höhe, gibt Martini einen Schnellüberblick über die komplexen Bauabläufe. Den geplanten Eröffnungstermin des Einkaufsquartiers im Oktober 2018 hält der Baubürgermeister für »sehr ambitioniert«. Insgesamt spricht er von einer »gestalterisch guten Lösung«. 
 

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