Offenburg

Am Waldbachfriedhof wurde an Ende des Kriegs und Opfer erinnert

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red/sk
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17. Mai 2021
Auf dem Waldbachfriedhof in Offenburg erinnerten die Vereinigung der Verfolgten des Nazi­regimes Ortenau und der Verein zur grenzüberschreitenden Erinnerungsarbeit Offenburg an das Ende des Zweiten Weltkriegs und an die Opfer.

Auf dem Waldbachfriedhof in Offenburg erinnerten die Vereinigung der Verfolgten des Nazi­regimes Ortenau und der Verein zur grenzüberschreitenden Erinnerungsarbeit Offenburg an das Ende des Zweiten Weltkriegs und an die Opfer. ©privat

An das Ende des Zweiten Weltkriegs und die vielen Opfer haben die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Ortenau und der Verein zur grenzüberschreitenden Erinnerungsarbeit am Waldbachfriedhof erinnert.

Die VVN –Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Ortenau – und der Verein zur grenzüberschreitenden Erinnerungsarbeit Offenburg haben am 9. Mai zum Gedenken an das Kriegsende am Waldbachfriedhof in Offenburg aufgerufen. Das heißt es in einer Pressemitteilung des VVN. Der Termin mag zunächst irritieren, da das offizielle Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai begangen wird.

Hans-Peter Georgens erklärt in der Pressemitteilung: Beide Vereinigungen wollten der Opfer aller Befreier gedenken, jedoch deutlich machen, dass ein furchtbares Verbrechend dringend genannt werden muss.

Es gehe um das verbrecherische und absichtliche Verhungernlassen von 3,5 Millionen sowjetischer Kriegsgefangener durch die Deutsche Wehrmacht. Am 9. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht laut Georgens bedingungslos vor der Roten Armee. Dann sei auch das KZ Stutthof bei Danzig von der Roten Armee befreit worden.

Die zwei Gründe, weshalb laut Goergens diesen Soldaten geehrt werden sollte: Die Rote Armee habe von allen Streitkräften die meisten Soldaten verloren. „Die Sowjetunion verlor durch den grundlosen deutschen Angriffskrieg 26 Millionen Menschen. 2000 Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht“ schreibt Georgens. Zu den Befreiern werden alle Soldaten der alliierten Streitkräfte gezählt, auch die Widerstandsbewegung aller von Deutschen besetzten Ländern sowie der Deutschen, die ihren Widerstand mit KZ-Haft und oft mit dem Leben bezahlten, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

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Erinnerung an Sophie Scholl

Daran erinnerten als Redner Hans-Peter Georgens und Karl-Martin Matt. Jana Schwab erinnerte außerdem an Sophie Scholl, die mit ihrem Bruder Hans ihren Mut ebenfalls mit dem Leben büßten. Sie war an diesem Tag vor 100 Jahren geboren und verlor ihr Leben mit 21 Jahren.

Auf dem Offenburger Waldbachfriedhof seien außer den Opfern des KZ in der Nachbarschaft auch 198 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion beerdigt. 114 von ihnen seien am 4. Mai 1945 in der Ihlefeldkaserne durch Zeitzünder der Wehrmacht ermordet worden.

Weitere waren schwer verletzt. 84 waren sowjetische Zwangsarbeiter aus dem Offenburger Ostarbeitslager sowie aus umliegenden Ortschaften, die durch die miserablen Unterkünfte, durch Hunger, Krankheiten und die schwere Arbeit ums Leben kamen. An diese Opfer erinnert ein Gedenkstein auf dem Friedhof. Auch auf dem Platz der Verfassungsfreude erinnert eine Erinnerungstafel an die Verbrechen.

Eine Initiative von Esther Bejarano mit der VVN habe daher das Ziel, dass der 8. Mai ein Feiertag werden soll. Bejarano überlebte als Mitglied des „Mädchenorchesters“ das deutsche Vernichtungslager Auschwitz und konnte auf dem Todesmarsch entkommen. Seither erinnert sie an den Nationalsozialismus und die Gefahr eines wiedererwachenden Faschismus. Die VVN und der Verein für grenzüberschreitende Erinnerungsarbeit schließen sich laut Pressemitteilung dieser Forderung an.

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