Hohberg - Diersburg

Fast menschenleer in Diersburg

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06. April 2020

Der neue Schopf (rechts) nimmt das Gerät auf – doch die Bocciabahn (links) ist teilweise verhüllt. Hier geht derzeit nichts mehr. In der Mitte das Clubheim. ©Klaus Krüger

Krügers Streifzüge (2): Spätestens seit dem Kontakt-Verbot, erlassen von der Bundesregierung, ist im Sport-Dreieck Diersburgs so gar nichts mehr los. Das Rettichfest steht auf der Kippe.

Alles verwaist, die Bocciabahn ist am Fußende in Planen eingeschlagen, die neue Hütte zu, auch auf dem benachbarten Tennisplatz ist an diesem Samstag kurz vor 17 Uhr kein Mensch – bei durchaus passablem Wetter. Zu normalen Zeiten tobt hier an einem Wochenende im Frühjahr das pralle Leben. Doch nichts tobt, gähnende Leere. Wir müssen uns daran gewöhnen.

Hütte gebaut

Wir sind unterwegs zu einem Interview mit Wilfried (Billy) Hättig. Der Chef der Bocciaabteilung des SVD musste bereits die Hauptversammlung absagen und deutet auf die in Plastikfolien verpackte Bocciabahn: „Ich weiß nicht, wann jemand hier wieder spielt.“ An normalen Sonntagen ist die Bocciabahn immer beliebtes Ziel für Liebhaber der kleinen Kugeln – aber was ist in diesen Zeiten schon normal? 

Der Verein hat gerade eine Hütte gebaut, in Eigeninitiative, und für das Material 8000 Euro ausgegeben. Für die Ausrüstung hatte er schlicht keinen Platz mehr. Nun sind Rasenmäher, Bänke, Stühle und das Zelt darin verstaut. „Vorher hat das nur rumgestanden“, sagt Hättig. „Die Hütte war absolut notwendig, es geht nicht anders“, fährt er fort. 

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Der Schopf wäre auch gut zu gebrauchen bei Festen – wenn das Material heraus geräumt ist. Und Feste gab es hier genug. Feiern am Waldesrand, in der Nähe des plätschernden Bächleins, hatte was, war romantisch und weit vom Schuss. Hättig hofft, dass Feiern im Sommer wieder möglich sind. Fast schon abgehakt hat er das Rettichfest an Himmelfahrt – auch ein Stück Tradition in Hohberg, vor wenigen Jahren erst von der Bocciaabteilung übernommen und wieder belebt. 

Das Interview

Wir setzen uns ins Clubheim und beginnen das Interview. Nach wenigen Minuten bekommen wir Besuch – Sammy, ein Bichon Frisé, schnüffelt an meinen Hosenbeinen (klar, wir haben auch zwei Hunde). Wilfried Hättig hat einen Witz parat: Manche werden jetzt, da sie Zeitungspapier statt Klopapier nehmen müssen, richtig schlau am Allerwertesten. Jedenfalls schlauer als im Kopf. Wir verraten nicht, welchen Nachbarort Billy damit meinte. Mittlerweile hat sich die prekäre Lage beim Klopapier auch wieder entspannt. Dafür sind in manchen Geschäften die kleinen Packs dreimal so teuer wie vor der Krise. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

Dann habe ich das Interview im Kasten und gehe. Auf dem Tennisplatz herrscht immer noch gähnende Leere, Vorne, wo mein Auto steht, blicke ich auf leere Kunstrasenplätze des SV Diersburg. Nur auf dem südlichsten Teil des Platzes spielen zwei Jungs auf ein Tor. Ein fast idyllischer Anblick. In der Sportplatzstraße reinigt ein junger Mann sein Auto. Wir grüßen uns, und ich mache noch ein paar Fotos von der Gegend. Dann bin ich aus einem fast menschenleeren Diersburg verschwunden.

Der nächste Streifzug führt uns zur Quelle des heiligen Ulrich nach Müllen – ein Ort, der in seiner Schlichtheit überrascht. Und eine interessante Geschichte hat. Der rechte Fleck, um ein wenig zu meditieren.

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