Ziegelbrennofen aus dem 2. Jahrhundert von Gestrüpp befreit

Auf den Spuren der Römer in Gengenbach

Autor: 
Anna Teresa Agüera
Lesezeit 2 Minuten
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03. Januar 2018

»Geschichte erleben«: Eduard Hügel (von links), Bürgermeister Thorsten Erny und Christoph Bruder vom städtischen Bauhof stehen auf den Fundamenten eines römischen Ziegelbrennofens in Gengenbach. ©Anna Teresa Agüera

Neben dem Ziegelwaldsee in Gengenbach wird Geschichte erlebbar. Dort befinden sich die Fundamente eines Ziegelbrennofens, der im 2. Jahrhundert nach Christus gebaut wurde. Über lange Jahre war das Relikt überwuchert. Jetzt hat es ein Team vom städtischen Bauhof wieder freigelegt.

Um es mit den Worten von Eduard Hügel aus Gengenbach zu sagen: »Geschichte lebt«. Und das zeigt der römische Ziegelbrennofen direkt neben dem Ziegelwaldsee in Gengenbach.

Das Relikt aus längst vergangen Zeiten war über die Jahre hinweg völlig zugewuchert. Auf Initiative von Eduard Hügel hat sich ein Team des städtischen Bauhofs um Ralf Gehrmann, Jürgen Stern und Christoph Bruder ans Werk gemacht und den Brunnen vom Gestrüpp befreit, bis das Fundament des  Geschichtszeugnisses wieder zum Vorschein kam. 

»Gengenbacher Blätter«

Der römische Ziegelbrennofen wurde im 2. Jahrhundert nach Christus gebaut, wie Eduard Hügel in einem Beitrag in den »Gengenbacher Blättern« schreibt. 1974 wurde der Brunnen wiederentdeckt und 1979 restauriert.
Während den jüngsten Sanierungsarbeiten kamen Ziegel zum Vorschein, die bislang noch nicht entdeckt wurden. Von dem Brennofen sind nur noch die Fundamente, die aus groben Wackersteinen bestehen, übrig. Wie er mal ausgesehen haben könnte, zeigt eine kleine Infotafel direkt neben den Fundamenten. In naher Zukunft ist eine mediterrane Bepflanzung um den Ziegelbrennofen geplant.  

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»Ich bin froh, dass die Stadt Gengenbach das Thema aufgegriffen hat«, sagt Hügel. Und Bürgermeister Thorsten Erny bedankt sich für Hügels Initiative. 

Historische Hintergründe

Eduard Hügel nennt in seinem Beitrag auch mehrere historische Hintergrundinfos über das Relikt. So schreibt er, dass die römische Kinzigtalstraße um 74 nach Christus unter dem Kommando des Legaten Cn. Pinarius Cornelius Clemens durch den Schwarzwald gebaut wurde. Während der Besiedelung des Kinzigtals entlang der Römerstraße muss auch der Ziegelbrennofen entstanden sein. 

Er muss wohl auch zu einer »villa rustica«, einem römischen Gutshof gehört haben. Doch ob es diesen Gutshof, wirklich gab, darüber gibt es keine Aufzeichnungen. Hügel vermutet, dass Reste des Gebäudes beim Ausbaggern des heutigen Ziegelwaldsees im Zuge des B33-Baus zerstört wurden.  

 Info: Die »Gengenbacher Blätter« sind im Bürgerservice, bei der Kultur- und Tourismus GmbH, bei den Ortsverwaltungen, im Familien- und Seniorenbüro, in der Buchhandlung Richter, bei Schreibwaren Ahne und Berger sowie in der OT-Geschäftsstelle in Gengenbach für 4,50 Euro erhältlich. 

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