Hohberg - Hofweier

Aus der Feier wird erst mal nichts

Autor: 
Angela Mutzig
Lesezeit 3 Minuten
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27. März 2020

Umtriebig wie eh und je – Ingrid Krämer feiert heute ihren 80. Geburststag. ©Angela Mutzig

Ingrid Krämer wird heute 80 Jahre alt. Als Standesbeamtin erlebte sie die Umstellung von Schreibmaschine auf Computer. Nun engagiert sie sich im Erzählcafé in Hofweier.

Ingrid Krämer, ehemals Standesbeamtin der Gemeinde Hohberg, engagiert sich seit ihrer Pensionierung im Erzähl-Café und Spiele-Treff für Senioren in Hofweier. Heute, Samstag, wird sie 80 Jahre alt. 

Ingrid Krämer arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Standesamt der Gemeinde Hohberg. Unmittelbar nach dem Abschluss der Volksschule wurde sie in der herben Nachkriegszeit in den Dienst der damals noch kleinen Gemeinde Hofweier eingestellt. „Das war eine bewegende und manchmal aufregende Tätigkeit,“ schildert sie ihre Arbeit. Sie erinnert sich noch gut an die Wirren der Nachkriegszeit, an die Gemeindereform vor fast 50 Jahren, an die Umstellung von der Schreibmaschine auf den Computer.

Mehr Freiraum

Seit 2003 im Ruhestand, hat sie aber vor allem mehr Freiraum für ihr ehrenamtliches Engagement. „Ich habe gern gearbeitet, gern mit den Leuten geredet“, erklärt die fitte Seniorin, aber auch seit ihrer Pensionierung sei ihr „noch keine Sekunde langweilig gewesen“. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen ist Ingrid Krämer beim Erzählcafé und bei den Spiele-Treffs von Beginn an im Einsatz. 

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Viele Senioren und Seniorinnen, die diese Angebote wahrnehmen, kennen die 80-Jährige noch aus ihrer Zeit, als sie bei der Gemeinde Hohberg arbeitete, so mancher wurde gar von ihr getraut oder hat bei ihr die Geburt eines Kindes angemeldet. 

Das Erzählcafé ist eine wunderbare Möglichkeit, Erinnerungen auszutauschen, „bei uns geht’s immer lustig zu“, erzählt sie. Mal werden Gedichte vorgetragen oder der eine oder andere Sketch in Szene gesetzt, mal wollen die Senioren und Seniorinnen einfach auch nur von alten Zeiten erzählen können. Berühmt ist sie für ihre Torten, die für die Besucher von Erzähl-Café und Spiele-Treff in der Cafeteria  im Haus Sonnenschein kreiert. Wer es mit dem Erzählen nicht so hat, der kann bei den Spielenachmittagen mitmachen. „Das ist immer unterhaltsam“, sagt sie  „und wir werden immer mehr!“ 

Dabei hat es das Schicksal nicht immer nur gut gemeint mit Ingrid Krämer. Als Kriegskind ohne den Vater mit Mutter Rosine und Bruder Hans ist sie unter dem Schutz der Mutter Gottesstatue in der Kirchstraße in Hofweier aufgewachsen. Ihren einzigen Sohn verlor sie im Kindesalter durch einen Autounfall und früh verstarb auch ihr Ehemann Edmund mit dem sie viele Reisen unternommen hatte. 

Trotz allem verlor sie nie ihren Humor. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und ist durch ein Schwätzchen immer zu erfreuen. Es macht ihr Spaß, mit Menschen auf unterschiedliche Weise Kontakt zu haben. Dabei fühlt sie sich ganz in ihrem Element  und ihre überaus kommunikative Ader ist ein wichtiger Faktor im alltäglichen Miteinander. 

Nun hat Corona ihr für die  große Familienfeier am Wochenende ein Strich durch die Rechnung gemacht. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – alles kann nachgeholt werden. Das Wichtigste ist, dass wir alle gesund durch diese Krise kommen,“  das ist ihr größter Wunsch zu ihrem runden Geburtstag.

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