Offenburg

Ausgebüxter Stier am alten Gefängnis erschossen

Autor: 
Tanja Proisl
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09. Oktober 2015
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Der entlaufene Stier konnte nach Angaben der Polizei am alten Gefängnis eingekesselt werden.

(Bild 1/6) Der entlaufene Stier konnte nach Angaben der Polizei am alten Gefängnis eingekesselt werden. ©Ulrich Marx

Ein Stier ist am Freitagmorgen während seiner Anlieferung auf dem Offenburger Schlachthof entkommen. Das Tier trabte, verfolgt von Polizeiwagen, über den Stadtbuckel. Die Beamten kesselten den Stier am alten Gefängnis ein, wo der Angus-Bulle aus Sicherheitsgründen erschossen wurde. Bei seiner Flucht verletzte er drei Menschen leicht.

Freitag, 9.30 Uhr, in Offenburg: Passanten und Autofahrer am Stadtbuckel staunen nicht schlecht, als plötzlich ein Stier auf die Kreuzung trabt. Dicht hinter ihm rollt ein Polizeiwagen. Ein weiteres Polizeiauto kommt angefahren und nimmt ebenfalls die Verfolgung des Ausreißers auf. Denn der etwa zweijährige Angus-Bulle ist am Morgen bei seiner Anlieferung auf dem Offenburger Schlachthof entkommen. »Er hat sich losgerissen und dann ein Tor auf dem Gelände gerammt und aufgedrückt. Dabei verletzte er einen Tierarzt«, erklärt Polizeisprecher Patrick Bergmann.

Fußgängerin und Radfahrer leicht verletzt

Auf seiner Flucht habe der Stier im Rennen eine Fußgängerin sowie einen Radfahrer gestreift und dabei leicht verletzt, so Bergmann. »Wir hatten Glück, dass der Bulle nicht direkt in die Innenstadt gelaufen ist und keine weiteren Menschen verletzt hat. Gerät ein Stier in Panik, kann er gefährlich werden«, sagt Michael Bauernschmid, Geschäftsführer des Schlachthofs.

550 Kilo-Koloss trabt in Grabenallee

Von der Kreuzung am Stadtbuckel trabt der Stier in die Grabenallee, die für kurze Zeit von der Polizei gesperrt wird. Weitere Polizeiautos kommen angefahren. Die Beamten kesseln das Tier ein und treiben es in den Hinterhof des alten Gefängnisses. Mit den Autos – laut Bergmann sind rund acht Streifenwagen im Einsatz – versperrt die Polizei dem ausgebüxten Bullen den Weg. In der Sackgasse läuft der 550 Kilogramm schwere Koloss teilweise unruhig hin und her. Die Reihe von Polizeiautos vor sich wird das letzte sein, was der schwarze Wiederkäuer sieht. »Tierarzt, Polizei und Schlachthof haben sich entschieden, den Stier vor Ort zu töten«, erklärt Bauernschmid.

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Betäubung zu gefährlich

Zu groß sei die Gefahr, dass beim Versuch, den nervösen Stier zu betäuben, etwas schief geht: Das Tier könnte fliehen und womöglich weitere Menschen verletzen, sagt der Schlachthof-Geschäftsführer. Wie das Veterinäramt auf Anfrage der Mittelbadischen Presse mitteilt, hätte der Angus-Bulle bei einer Betäubung auch erst einige Wochen später geschlachtet werden dürfen, damit das Fleisch für den Verzehr zugelassen wird.

In Container versteckt

Am Ende der Verfolgungsjagd ist bei allen Beteiligten Geduld gefragt. Ein Polizei­beamter mit einem Gewehr versteckt sich in einem Container. Immer wieder halten sich die Anwesenden in Erwartung des Schusses die Ohren zu. Gegen 10.30 Uhr knallt es einmal, wenige Sekunden später folgt ein zweiter Schuss. Der Stier sackt zu Boden. Ein Mitarbeiter des Schlachthofs eilt herbei und setzt den Entblutungsschnitt in Herznähe. Der Stier ist tot, die Polizeiautos rollen von dem Gelände, vorne an der Straße stehen Menschen und wollen wissen, was passiert ist.

Totes Tier wird zurück zum Schlachtfhof gebracht

Die Feuerwehr, die mit zwei Wagen angerückt ist, bringt Gurte, die um die Hufe des Bullen gelegt werden. Die Ladefläche eines Lkw wird mit Planen ausgelegt, dann zieht der Feuerwehrkran das Rind an den Hufen in die Höhe und lässt es auf die Ladefläche sinken. Die Feuerwehr bringt den Jungbullen zum Schlachthof zurück. »Dort wird sich am Montag bei der Fleischbeschau zeigen, ob das Fleisch des Stiers für den menschlichen Verzehr zugelassen wird«, sagt Bauernschmid. Der ungewollte Ausflug des Tieres hat laut Polizeiangaben einen Schaden in Höhe von mehreren hundert Euro verursacht.

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