Neubauten in Ortenberg

Bau-Areal heißt „Kanzleihof“

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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15. Juni 2021
Auf diesem Grundstück entstehen in Ortenberg drei Wohnhäuser. Die Straßenbezeichnung wird „Kanzleihof“ lauten. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich.

Auf diesem Grundstück entstehen in Ortenberg drei Wohnhäuser. Die Straßenbezeichnung wird „Kanzleihof“ lauten. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich. ©Volker Gegg

Der Ortenberger Gemeinderat erinnert mit dem Namen an die Funktion der Gemeinde als zentrale Verwaltungsstelle der ehemaligen vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau.

Der Bauantrag, mit dem sich der Ortenberger Gemeinderat nach einer vorherigen Änderung des Bebauungsplans, einem Besitzerwechsel sowie mehreren Planungsentwürfen beschäftigte, ist seit Montagabend vom Tisch. Einstimmig votierte der Gemeinderat für den vom Investor vorgelegten Bauantrag zum Neubau von drei Mehrfamilienhäusern sowie einem Dorfladen samt Tiefgarage direkt an der Hauptstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Metzgerei „Krone“.

Insgesamt 19 Wohneinheiten sollen in den drei Gebäuden entstehen. Ursprünglich waren hier ohne den jetzt integrierten Dorfladen 21 Wohnungen geplant. Eine Tiefgarage entzerrt die Parksituation. Dadurch sind laut Bauamtschef Jonas Lehmann auch die erforderlichen Stellplätze gewährleistet.

Neben jeweils zwei Vollgeschossen erhält jedes der drei Gebäude ein Attikageschoss. Nachdem der Bauantrag ohne größeren Diskussionbedarf durch das Ratsgremium einstimmig abgesegnet wurde, brachte ein nachfolgender Tagesordnungspunkt weit größeren Redebedarf mit sich, die Straßenumbenennung des betroffenen Grundstücks.

Eigentlich würden laut Bürgermeister Markus Vollmer die drei Gebäude zukünftig die Adressen Hauptstraße 24a bis 24c haben. Bereits im Zuge des Aufstellungsverfahrens für den dazugehörigen Bebauungsplan wurde seitens der Verwaltung der Vorschlag eingebracht, der historischen Bedeutung dieses Areals mit einer gesonderten Straßenbezeichnung Rechnung zu tragen.

Jahrhundertelang war Ortenberg Sitz der vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau, dem Vorgänger des heutigen Ortenaukreises. Im Zuge einer Verwaltungsmodernisierung wurde 1559 auf dem jetzigen Grundstück ein zentrales Amts- und Verwaltungsgebäude errichtet. „Vorher war das ja im Schloss. Allerdings wollte man zu dieser Zeit nicht mehr eine mittelalterliche Burg als Verwaltungssitz nutzen“, erklärte Vollmer.

Ortenau aus Ortenberg

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Auch die gesamte Administration wurde damals von der Burg in die „Kanzlei“ verlegt. „Diese war damit so etwa wie ein Vorläufer des heutigen Landratsamts. Ortenberg hat damit nicht nur den Kreis verwaltet, sondern auch seinen Namen gegeben“, führte der Bürgermeister weiter aus.

Das Kanzleigebäude wurde im 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) immer wieder stark in Mitleidenschaft gezogen. 1689 zerstörten französische Truppen endgültig den Gebäudekomplex, und die Kanzlei der Landvogtei zog in den „Königshof“ nach Offenburg, den heutigen Sitz des Polizeireviers.

Für 333 Jahre blieb das Ortenberger Areal unbebaut, noch bis ins 19. Jahrhundert wurde das Grundstück als „Kanzleigarten“ oder „Kanzleihof“ in den Kartenwerken bezeichnet. Um die seinerzeitige Bedeutung Ortenbergs als Verwaltungssitz und Hauptort der Landvogtei Orenberg zu unterstreichen und der Nachwelt in Erinnerung zu erhalten, empfiehlt die Verwaltung, das Areal als „Kanzleihof“ umzubenennen, argumentierte der Rathauschef.

Während Matthias Buggle, Sprecher der CDU-Fraktion, dem Vorschlag zustimmen konnte, gab es bei Paul Bahr von den Bürgern für Ortenberg (BfO/SPD) ein geteiltes Stimmungsbild. So würden Bahr und Gemeinderätin Gisela Scheurer-Kraus die Adresse Hauptstraße gerne beibehalten, da sie den Namen „Kanzleihof“ zu hochtrabend finden.

Auch würde es laut Scheurer-Kraus für Verwirrung sorgen, wenn mitten in der Hauptstraße plötzlich drei Gebäude einen anderen Straßennamen tragen. Auch Klaus Münchenbach sprach sich für eine andere Lösung aus. Münchenbachs Vorschlag lautete, die kleine Straße „Unterer Schlossberg“ in „Kanzleimatten“ umzubennenen, da hier nur ein Gebäude steht und früher die Kanzleimatten angelegt waren.

Nur drei Gemeinderatsmitglieder konnten sich bei der Abstimmung nicht für die neue Straßenbennenung begeistern und gaben ihre Nein-Stimme ab. Daher wird laut Mehrheitsbeschluss das Grundstück zukünftig „Kanzleihof“ heißen.

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