Offenburg - Rammersweier

»Beantragen Sie erst alles Nötige!«

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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06. Mai 2017
Berichtete von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit: Andrea Bach vom Ausländerbüro.

Berichtete von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit: Andrea Bach vom Ausländerbüro. ©Archivfoto

Die Flüchtlingshilfe Rebland hat am Dienstag zum 16. Treffen erneut rund 30 Besucher begrüßt. Der ausführliche Austausch mit Andrea Bach, Leiterin des Ausländerbüros der Stadt Offenburg, stand im Mittelpunkt des Treffens.

Die Arbeit der Flüchtlingshilfe Rebland entwickelt sich auch nach über zweijährigem Bestehen immer weiter. Im Januar wurden Vertreterinnen des Landratsamts zum Austausch eingeladen, beim Treffen in der vergangenen Woche in den Räumen der Johannes-Brenz-Gemeinde war Andrea Bach zu Gast. Mit den rund 30 Anwesenden tauschte sich die Leiterin des Offenburger Ausländerbüros rege aus und gab ausführliche Einblicke in ihren alles andere als einfachen Arbeitsalltag. 

Vor allem die Rechtslage und verwaltungstechnische Abläufe seien zentrale Schwerpunkte. Und wenngleich die Zahl ankommender Flüchtlinge mittlerweile stark abgeflaut sei, bedeute das nicht weniger Arbeit. Im Gegenteil: »Wir sind noch immer dabei, angesichts der hohen Fallzahlen aus 2014 und 2015 viele Dinge abzuarbeiten«, so Bach. Asylverfahren dauerten aktuell zwischen vier und fünf Monaten, was vor allem Behördenabläufen geschuldet sei. 

Unangenehme Folgen
Bei der Erwerbstätigkeit für Flüchtlinge habe sich einiges vereinfacht, die reguläre Wartezeit liege bei drei Monaten. Allerdings appellierte Bach auch an die ehrenamtlichen Helfer: »Beantragen Sie bitte erst alles Notwendige, auch Genehmigungen. Wird ein Flüchtling ohne die entsprechenden Papiere beschäftigt, gilt das als illegale Beschäftigung und kann unangenehme Folgen haben.«

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Stellung nahm Bach auch zur Schließung der Gemeinschaftsunterkunft am Flugplatz, die bis zum Jahresende erfolgt. Für viele sei die Entscheidung offenbar überraschend gekommen, doch die Tendenz sei aktuell auch kreis- und landesweit die Schließung weiterer Unterkünfte. Gleichzeitig würden aber auch Unterkünfte wie das »Haus Hubertus« neu belegt. 

Ein weiterer Trend sei die nicht ungewöhnliche Rückführungswelle von Familien aus dem Balkan. Härteanträge würden zwar gestellt, seien bisher jedoch ausnahmslos abgelehnt worden. In solchen Fällen rate sie den Flüchtlingen, lieber freiwillig das Land zu verlassen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Für das Büro hätten sich beim Thema Wohnsitzauflage einige Probleme ergeben, da die konkreten Ausführungsbestimmungen des Gesetzes erst im November vorlagen. 

Bisher hätten die Fälle meist mit einer Kompromisslösung gelöst werden können. Durch Familiennachzug und eine beständige Suche nach Wohnraum seien für die Zukunft aber deutlich kompliziertere Bedingungen zu erwarten, führte Andrea Bach aus. 
Es folgte eine ausführliche Diskussion mit den Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Rebland. Bach berichtete auf Anfrage von einem exemplarischen Fall der Ausbildungsduldung. Ein Flüchtling vom Balkan hätte aufgrund der Herkunft aus einem sicheren Drittstaat eigentlich abgeschoben werden können. Er könne aber seine Ausbildung wohl in Deutschland absolvieren und anschließend noch ein Jahr Berufserfahrung sammeln. Eine andere Frage beschäftigte sich mit dem Thema Asylrecht. Dazu merkte Bach an, dass das Asylrecht »derzeit enorm dynamisch« sei. »In vier Wochen können sich Regelungen bereits wieder ändern«, so Bach. 

Wieder mehr Plätze
Stellung nahm sie darüber hinaus zur Familienzusammenführung innerhalb Deutschlands. In den Unterkünften sehe es aktuell wieder besser aus, was Plätze betreffe. Dennoch sei es nicht möglich, sämtliche diesbezüglichen Wünsche einer Unterbringung etwa in Offenburg oder Südbaden zu berücksichtigen.

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