Eisenbahnerchor begeisterte in Zunsweier

Benefizkonzert war reinster Hörgenuss

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 3 Minuten
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12. Januar 2018

Die ausgesuchten Lieder schienen dem Eisenbahnerchor, im Foto durch eine Frauengruppe des Kirchenchors St. Sixtus verstärkt, wie auf den Leib geschrieben. ©Manfred Vetter

Das Benefizkonzert des Eisenbahnerchors in der Zunsweierer Pfarrkirche St. Sixtus war ein großartiges Erlebnis.
 

Dirigent Reinhard Ruf hatte dem Chor Lieder ausgesucht, die ihm auf den Leib geschrieben schienen: festlich-feierlich, fein vorgetragen mit einer tollen Harmonie. Dazu kam die ganz eigene Akustik des Kirchenraums. Das war Chorgesang auf sehr hohem Niveau und die Solisten waren das Sahnehäubchen. Das Publikum ließ es sich nicht nehmen, das immer wieder mit Beifall zu bestätigen.

Altpfarrer Herbert Ebersold steuerte geistliche Gedanken bei, erinnerte an große Ereignisse des Chors wie an den Besuch in Rom, als der Chor zum Einzug von Papst Paul VI. in den Petersdom sang und Bernhard Haus trug zudem Besinnliches zu den Liedern vor. Ulrike Neff begleitete den Chor am E-Piano und Adrian Sieferle zeigte sein Können an der großen Kirchenorgel unter anderem mit »Vom Himmel hoch« von Bach. 

Der Chor gab mit den »Friedensglocken« einen Vorgeschmack auf das Kommende: der ausgewogene Klang, die wohlklingenden Tenöre von vollen Bässe unterlegt, dazu der festliche Charakter des Liedes, es war reiner Hörgenuss. 

Erster Höhepunkt war »Der Heiland ist geboren«, als Sopranistin Lucia Schienle ganz zart ihre Stimme über dem Chor erklingen ließ und mit »Denn es ist Weihnachtszeit« konnte Tenor Klaus Link mit dem Chor überzeugen. 

Ein besonderer Leckerbissen war »Des Seemanns Weihnacht«. Der Wechsel zwischen unisono und Mehrstimmigkeit, dem Sehnen nach der Heimat und das feierliche, immer wieder erklingende »Stille Nacht« waren gepaart mit accelerandi und ritardandi. Dieses bekannteste Weihnachtslied klang auch mit in den »Weihnachtsglocken«. Im »Vater unser« gedachten die Sänger ergreifend ihrer Verstorbenen.

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Klangerlebnisse

In »Sancta Maria« gab es eine neue Klangfarbe, als eine Frauengruppe die Männer unterstützte. Die filigranen Frauenstimmen harmonierten sehr gut mit den Männern. Adrian Sieferle zeigte die große Bandbreite der Orgel im »Allegretto« einer Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy und machte auch hier das Zuhören zum Genuss.  

Bass Winfried Walter setzte eine besondere Note in »Herr, Gott Abrahams«, von Organist Adrian Sieferle begleitet. Die volle Stimme erfüllte wohltönend das Kirchenschiff. Wohlige Gänsehaut gab es einmal mehr »Im Abendrot« und das »Ave Maria«, von Lucia Schienle und Winfried Walter als Duett gesungen, ging mitten ins Herz. Wunderschön gesungen, dazu die herzergreifende Melodie machten das Lied zum Erlebnis. 

»Dank sei Dir Herr« sang Tenor Klaus Link schön, der Chor kam leise dazu, steigerte sich. Chor, Solist und Tutti wechselten sich ab und ließen das Lied zum würdigen Abschluss des Konzerts werden. Nach so viel Chorgesang drängte es die Zuhörer zum Mitsingen und das Programm trug dem Rechnung. »O du fröhliche« sangen alle zusammen mit viel Gefühl, von der Kirchenorgel begleitet. 

Dienstältester Dirigent

Mit viel Beifall ging das Konzert zu Ende, für den Chor, vor allem aber für den 83-jährigen Dirigenten Reinhard Ruf, dem dienstältesten Dirigenten im Land. Er hat es in seinem hohen Alter geschafft, ein tolles Konzert zu initiieren und durchzuführen. Der Erlös des Konzerts geht an den Hospizverein Maria Frieden in Offenburg.

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