Ausgleich für Kinzigpark I

Berghaupten findet Ökopunkte im heimischen Wald

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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14. April 2021
Aus dem Fichtenbestand unterhalb des Tabakbühlweges (Berghaupten) wird ein Traubeneichenmischwald.

(Bild 1/2) Aus dem Fichtenbestand unterhalb des Tabakbühlweges (Berghaupten) wird ein Traubeneichenmischwald. ©Erich Fakler

Die Gemeinde Berghaupten wird nach einem Beschluss des Gemeinderats die Anpflanzung von Eichen in Angriff nehmen und den Alteichen-Bestand nahe der Barack schützen.

Als Alternative für die zu teure Renaturierung des Langenbachs genehmigte der Berghauptener Gemeinderat am Montagabend geschlossen vier ökologische Ausgleichsmaßnahmen in den Waldflächen zwischen Barack und Waldsee. Hierdurch können 168 000 Ökopunkte erzielt werden.

Für das neugeschaffene Gewerbegebiet Kinzigpark I mussten von Berghaupten anteilig 91 000 Einheiten als Ausgleich für die Versiegelung der dortigen Flächen erzeugt werden. Daher hat die Gemeinde für künftige Baumaßnahmen noch 77 000 Ökopunkte in Reserve.

Am 29. März hatte sich der Gemeinderat mit Bürgermeister Philipp Clever sowie Forstbezirksleiter Simeon Springmann und Forstrevierleiter Peter Zink zu einer gemeinsamen Waldbegehung in dem angezeigten Waldgebiet aufgemacht. Die konkreten Beobachtungen vor Ort führten zur Erkenntnis, dass man nicht nur ein Minimalziel an ökologischen Flächen ausweisen, sondern einen größeren Wurf wagen wollte.

Eine Waldfläche nördlich der Barack mit einem Alteichenbestand von 1,5 Hektar wird zum Waldrefugium erklärt. Diese Eichen dürfen dauerhaft wachsen und werden nicht mehr gefällt. Ebenfalls vorhandene Buchen werden auf den Stock gesetzt. Dadurch soll verhindert werden, dass die aufstrebenden Buchen in die Kronen der Eichen einwachsen.

Aus für Nadelhölzer

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Eine zweite Waldfläche am Tabakbühlweg südwestlich der Sägereckhütte soll mit einem Traubeneichenmischwald bestückt werden. Der noch vorhandene Fichtenbestand wird für diesen Waldumbau abgeräumt.

In der dritten Waldfläche oberhalb des Waldsees sollen die vorhandenen Douglasien und Fichten abgeholzt und Felsflächen freigelegt werden. Von den Förstern wird als Pflanznachfolge eine lockere Laubholzbepflanzung empfohlen. Günther Benz (FWG) erinnert sich an einen Eichenholzbestand in früheren Jahrzehnten. Er empfiehlt daher, diese Anpflanzung zu prüfen.

Die vierte Waldmaßnahme erfordert eine gezielte Bestandsbeobachtung, sollen doch Habitatbaumgruppen (erhaltenswerte Einzelbäume oder Baumgruppen mit bestimmten Merkmalen) für zehn bis 20 Jahre der wirtschaftlichen Nutzung entzogen werden.

Mit der letztgenannten Maßnahme würde die Gemeinde Berghaupten auch in die Waldnaturschutzförderung des Landes Baden-Württemberg einsteigen. Für eine Habitatbaumgruppe von beispielsweise sieben Eichen ist eine Förderung von 3700 Euro zu erhalten.

Mit Bezug auf die getroffenen Maßnahmen bemängelte Jürgen Bergmann (SPD) erneut das aus seiner Sicht zu häufige Mulchen. Durch diese Maßnahme würde beispielsweise Schmetterlingen die Nahrungsgrundlage entzogen. Dieser Kritik schlossen sich auch Vertreter anderer Fraktionen an. Ulrike Armbruster (FWG) schlug das Frühjahr für die Freihaltung der Waldwege vor. Gregor Peters (CDU) dachte an einen zweijährigen Rhythmus.

Die Waldbegehung an sich stieß auf durchgehend positive Resonanz, so dass sich alle wünschten, diese jährlich zu wiederholen. Und überhaupt sollte nach Auffassung von Marcus Stradinger (UL) das Thema Nachhaltigkeit kontinuierlich betrieben und daher „jährlich auf die Liste genommen“ werden.

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