Offenburg

Bernd Bruder ist neuer Bürgermeister

Autor: 
Faltin Marc
Lesezeit 5 Minuten
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13. Februar 2012
Peter Heck - »Ich bin glücklich«: Wahlsieger Bernd Bruder (Mitte) mit Lebenspartnerin Brigitte Morgenthaler und dem bis 30. April amtierenden Bürgermeister Horst Wimmer am gestrigen Abend.

Peter Heck - »Ich bin glücklich«: Wahlsieger Bernd Bruder (Mitte) mit Lebenspartnerin Brigitte Morgenthaler und dem bis 30. April amtierenden Bürgermeister Horst Wimmer am gestrigen Abend.

72,47 Prozent der 2510 wahlberechtigten Ohlsbacher stimmten gestern über die Nachfolge von Bürgermeister Horst Wimmer ab. Den deutlich größten Zuspruch und die absolute Mehrheit erhielt Bernd Bruder mit 57,06 Prozent. Konrad Gaß, Ortsvorsteher von Waltersweier, erzielte mit 22,75 Prozent das zweitbeste Ergebnis der vier Kandidaten.

Ohlsbach. »Vielen, vielen Dank für dieses großartige Ergebnis«, strahlte Bernd Bruder gestern kurz nach 19 Uhr, nachdem ihm Bürgermeister Horst Wimmer (»er kann nahtlos die Geschäfte übernehmen«) nach Verkündung des Wahlergebnisses das Mikrofon überreicht hatte. Gut 300 Bürger auf dem Boerscher Platz schenkten dem Wahlsieger großen Applaus, obgleich durch viele Handschuhe etwas gedämpft, und vernahmen vom künftigen Gemeindeoberhaupt »die Freude auf eine gute Zusammenarbeit für Ohlsbach« und den Dank an die Mitbewerber für einen absolut fairen Wahlkampf«. Konrad Gaß zählte zu den ersten Gratulanten. Der 41-jährige Elektrotechnikmeister zeigte sich »sehr zufrieden« mit seinen 22,75 Prozent, »vor allem aber die Waltersweierer freuen sich.« Dem Offenburger Stadtteil bleibt schließlich der Ortsvorsteher erhalten. Stephan Bruder verknüpft das Wahlergebnis mit der »starken Person Bernd Bruder«. Der 44-jährige Forst-Ingenieur, der sich freue, die Ohlsbacher besser kennen gelernt zu haben, hofft, dass die eine oder andere von ihm als »ökologischen Kandidaten« in den Wahlkampf eingebrachte Idee umgesetzt werde, wie Nahwärmeversorgung durch einen Eigenbetrieb der Gemeinde. »Etwas irritiert« nahm Christian Scheib sein Ergebnis zur Kenntnis, »denn im Vorfeld sah der Zuspruch deutlich besser aus.« Der 40-jährige Diplom-Religionspädagoge sprach dafür von einer »wertvollen Erfahrung in diesen intensiven Wahlkampfwochen.« Stolz und gerührt nahmen Erwin und Hannelore Bruder den Wahlsieg ihres Sohnes auf. »Er hat viel dafür getan«, betonte Erwin Bruder, der 26 Jahre Gemeinderatsmitglied war und dessen Vorfahren ebenfalls in diesem Gremium wirkten. Mit Wilhelm Wußler (1948 bis 1967 in Ohlsbach) und Michael Bruder, seit 2005 in Eichstetten, gibt es bereits zwei Bürgermeister in der Familiengeschichte. Bernd Bruder beerbte vor etwas mehr als sechs Jahren seinen Cousin in Ohlsbach als erster Bürgermeister-Stellvertreter und CDU-Ratsfraktionssprecher. »Er hat politische Erfahrung, was sehr wichtig ist für dieses Amt«, so Michael Bruder, als gestern die Briefwahlstimmen im Bürgersaal ausgezählt wurden und sein Verwandter auf 56 Prozent kam. »Die Tendenz sieht gut aus«, freute er sich, »und ich denke, für Ohlsbach wird es auch gut.« Diese Überzeugung teilten die Bürgermeister der Nachbargemeinden. »Mit Bernd Bruder ist Kontinuität garantiert«, betonte Markus Vollmer aus Sicht der Gemeinde Ortenberg, mit der auf einigen Gebieten Kooperationen bestehen. »Das passt«, meinte Jürgen Schäfer vom Verwaltungsgemeinschaftspartner Berghaupten, denn mit Bernd Bruder habe es in etlichen Projekten sehr gute Kontakte gegeben. Für diese Einschätzung ist Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny, der vor knapp einem Jahr gewählt wurde, noch zu amtsjung. Die ersten Eindrücke über Bernd Bruder seien auf jeden Fall positiv - im Vergleich zu Wahlterminen im Februar: »Entweder es regnet oder es ist eiskalt«, schmunzelte Erny mit Blick auf die nasskalten Gengenbacher Wahlsonntage. Der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Schebesta, Durbachs Bürgermeister Toni Vetrano, die Ortsvorsteher Markus Späth (Reichenbach), Stefan Grimm (Bermersbach) und Wolfgang Ruthinger (Schwaibach) reihten sich in die Gratulantenschar für Bernd Bruder und dessen Lebensgefährtin Brigitte Morgenthaler ein, die sagte: »Es ist für Bernd schon ein Traum in Erfüllung gegangen.« Was der 50-Jährige, der die Ohlsbacher zu Freibier in den Gasthäusern einlud, mit einem kurzen Satz ergänzte: »Ich bin glücklich.« Am gestrigen Ohlsbacher Wahlsonntag gab es folgende Ergebnisse: 1. Bernd Bruder aus Ohlsbach 1026 Stimmen 57,06 Prozent 2. Konrad Gaß aus Waltersweier 409 Stimmen 22,75 Prozent 3. Stephan Bruder aus Ohlsbach 240 Stimmen 13,35 Prozent 4. Christian Scheib aus Ohlsbach 108 Stimmen 6,01 Prozent Wahlbeteiligung: 72,47 Prozent (73,73 Prozent bei der Wahl 2006) 21 ungültige Stimmen

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Kreative Freiräum

Mit Bernd Bruder haben die meisten Ohlsbacher für Kontinuität und sicher Anerkennung für großen Einsatz in und für Ohlsbach gewählt. Der Bürgermeister- Stellvertreter, der nicht zuletzt bei den Großprojekten Rathausumbau und »Kleines Bildungshaus« ein gewichtiges Wort mitgesprochen und sich stark eingebracht hat, kennt die Belange der Gemeinde aus dem Effeff. Was ihm auch im Wahlkampf zu Gute kam. In der Vereinswelt sammelte Bruder wohl ebenfalls reichlich Stimmen, schließlich leitet er schon lange die Geschicke des Sportvereins, eines der größten Vereine. Diese Verflochtenheit in der Gemeinde galt als möglicher Nachteil für den eingeborenen Kandidaten Bernd Bruder. Thorsten Erny, der vor fast genau einem Jahr Gengenbachs Bürgermeisterwahl gewann, beweist eindrucksvoll, was frischer Wind und neue Ideen eines Auswärtigen für eine Kommune bewirken können. Wobei der große Nachbar mit Finanzproblemen weit größere Herausforderungen meistern muss als Ohlsbach mit seltener Schuldenfreiheit und überschaubaren Pflichtaufgaben. Eine ideale Basis für Kreativität oder Umsetzung vorbildlicher Projekte, wie zum Beispiel jenes namens »Bioenergiedorf«. Aber jetzt darf Bernd Bruder erstmal (weiter) feiern! Das größte Geschenk zu seinem 50. Geburtstag am 5. Februar erhielt er eine Woche später als Wimmer-Nachfolger.

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