Abschiedsfeier

»Best of« Berghauptens Bürgermeister Jürgen Schäfer

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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29. November 2017
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Nach der Abschiedsrede von Jürgen Schäfer erhoben sich die Gäste in der Schlosswaldhalle und spendeten dem scheidenden Bürgermeister stehend Applaus. ©Erich Fakler

Zum Abschied gab es stehenden Applaus der geladenen Gäste: In der festlich geschmückten Schlosswaldhalle wurde Berghauptens Bürgermeister Jürgen Schäfer am Montagabend nach 16 Jahren im Amt gebührend verabschiedet. 

Die offizielle Amtsübergabe an Nachfolger Philipp Clever erfolgt am kommenden Dienstag, 5. Dezember. Am Montag  hatte Bürgermeisterstellvertreter Robert Harter (CDU) mit den Mitarbeitern im Rathaus und des Bauhofs die offizielle Abschiedsfeier der Gemeinde Berghaupten organisiert. 

Neben acht Bürgermeisterkollegen des Bürgermeister-Sprengels Kinzigtal, Vertretern der Kirchen, Banken, des Forstamts und des Landratsamts kamen zum Abschied von Jürgen Schäfer nach 16 Amtsjahren als Bürgermeister von Berghaupten auch Thomas Marwein (MdL) und Staatssekretär Volker Schebesta. 

Den Reigen der Abschiedsreden eröffnete Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter und Stellvertreter von Landrat Frank Scherer. Fleiß und Gewissenhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit, Sozialkompetenz und Erfolgsorientierung seien die entscheidenden Charaktermerkmale des scheidenden Gemeindeoberhaupts. Auch habe die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt stets tadellos funktioniert. 

Bürgermeisterstellvertreter Robert Harter würdigte Schäfers Berufsweg in der Kommunalverwaltung von Kehl, Crailsheim und besonders die 39 Dienstjahre in Berghaupten ausführlich und lobte besonders die Zusammenarbeit im Gemeinderat. Am 23. September 2001 erreichte Jürgen Schäfer im ersten Wahlgang zur Wahl des Bürgermeisters 56,44 Prozent. Acht Jahre später sicherten 90,1 Prozent der Wählerstimmen die jetzt zu Ende gehende zweite Amtszeit. Er habe in fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Berghaupten zukunftsfähig gemacht. 

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»Kooperation statt Konfrontation«

Schon zur Eröffnung der Abschiedsfeier hatte Harter in einer Präsentation wesentliche Meilensteine in Schäfers Amtszeit mit Baulanderschließungen, Sanierung der Schlosswaldhalle oder Kindergartenneubau vor Augen geführt. Schäfer könne für sich in Anspruch nehmen, »die richtigen Trends erkannt und vorausschauend darauf reagiert zu haben«. Bei allen Entscheidungsfindungen im Rat habe er darauf geachtet, »dass keine dauerhaften Verletzungen zurückblieben«. Genaues Zuhören und Vermeidung von »Schärfen«, »Kooperation statt Konfrontation« seien Leitlinien von Schäfers souveräner Sitzungsführung gewesen. 

Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny betonte nicht nur die Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit seines benachbarten Amtskollegen, sondern auch dessen »Elan und Kreativität«. Die Errichtung der Marktscheune sah er als ein herausragendes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit und als »Vorzeigemodell« für die Stärkung des Tourismus im vorderen Kinzigtal. Für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit dankte er auch im Namen der Bürgermeister Bernd Bruder (Ohlsbach) und Markus Vollmer (Ortenberg). 

Als letzter Redner brachte Ratschreiber Ralf Hertle zum Abschluss einen Schuss Humor in die Abschiedsfeier. So habe sein Chef sehr gern die aktuellen Baustellen besucht. Motto: »Ein Leben ohne Baustellen ist möglich, aber sinnlos.« Er bescheinigte Schäfer aber auch, sich stets um ein »gutes Betriebsklima« gekümmert zu haben. Insbesondere habe dieser kein »Herrschaftswissen« gepflegt, sondern auf einen durchgängigen Informationsfluss und Wissenstand geachtet. 
Jürgen Schäfer wollte zu seiner Verabschiedung keine Geschenke, dafür konnte der »Freundes- und Förderkreis für Kinder und Jugendliche in Berghaupten« bedacht werden. Bis zum Montagabend kamen 2000 Euro zusammen. Trotzdem erhielt Schäfer intern ein  Fotobuch »Best of« und Ehefrau Ulrike Schäfer durfte von Robert Harter einen Blumenstrauß in Empfang nehmen. 

Mit insgesamt sechs erlesen vorgetragenen Musikstücken von Zeno Peters an der Klarinette und Matthias Degott am Keyboard wurde die Feier in der Schlosswaldhalle musikalisch getragen. Joshua Trefzer von der Musikschule Zeno Peters begleitete an der E-Gitarre während des Essens mit gedämpften Melodien.

Info

Die Abschiedsrede des Bürgermeisters

Nach fast 40 Jahren Dienstzeit im Rathaus Berghaupten möchte Jürgen Schäfer »keine Stunde missen«. In seinem Rückblick am Montagabend bedankte er sich namentlich bei vielen Gästen, die ihn in seinem Berufsleben »wertvolle Partner und Begleiter« waren. 

Schon zu Beginn seines Berufslebens in der Kommunalverwaltung habe ihn motiviert, für die »Mitmenschen eine Leistung« zu erbringen. Dass er trotz mancher beruflicher Veränderungsüberlegungen so lange in Berghaupten geblieben sei, habe viel mit dem »zur Heimat gewordenen Berghaupten« zu tun. 

So lobte er auch das attraktive Vereinsleben. Schäfer selbst war lange Vorsitzender des Turnvereins. Deren Aktive haben am Montagabend auch tatkräftig bei der Bewirtung geholfen. Der Dank an die Vereine erfolgte nicht nur verbal, die Vereinsvorsitzenden waren zur Verabschiedung ebenfalls eingeladen. 

Die Wahl zum Bürgermeister sei im Rückblick wohl auch eine Bestätigung der Ratsentscheidung aus dem Jahr 1978 gewesen. Damals wurde er aus 17 Bewerbungen zum Ratschreiber ausgewählt. 

Kaum im Amt musste er als erste große Herausforderung die Folgen von Sturm Lothar mit angehen. Er bedankte sich ausdrücklich bei den örtlichen Banken und den Gründern der Waldservice Vorderes Kinzigtal für die schnellen und umfassenden Entscheidungen, die damals getroffen wurden. 

Dankbar betrachtete er ebenfalls die reibungslose Zusammenarbeit mit den Ämtern des Landratsamts. Für die Kinderbetreuung und die Lösung des Flüchtlingsproblems waren viele Verbände und die Kirchen eine wertvolle Hilfe. In der Gemeindeverwaltung sei es sein Bestreben gewesen, sowohl anzuleiten als auch »Eigeninitiative zuzulassen«. Am Ende seiner Amtszeit ist er überzeugt, an seinen Nachfolger Philipp Clever »ein gut bestelltes Haus« zu übergeben. Diesem wünschte er »Erfolg und persönliche Erfüllung« im neuen Amt.

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