Gelungener Abend beim RMSV Berghaupten

Besucher hatten beim Theaterstück viel zu lachen

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2020

Kai Pirinha (Yannik Kienzle, von links) betreibt die Schließung des „Zapfhahns“, Kontrolleur Riesling (Björn Siebert) und seine verliebte Olivia (Hannah Brüderle), Stammgast Martin (Hendrik Spitzmüller) und Bedienung Franzi (Nadine Seger). ©Erich Fakler

Das war ein Theater­abend, wie er sein soll: ein witzig schwungvolles Stück und lustvoll aufspielende Akteure. Zudem war die Schlosswaldhalle Berghaupten am Samstagabend dicht besetzt, als der Rad- und Motorsportverein (RMSV) zur jährlichen Abendunterhaltung eingeladen hatte.

Mit dem Schwank „Die Bierverschwörung“ von Matthias Loll hatte Spielleiterin Nicole Zehnle ein Stück zur Verfügung, das sowohl jedem Mitspieler Raum zur individuellen Entfaltung wie auch den Zuschauern genügend Gelegenheit für herzhaftes Lachen bot. 

Da spielt zum einen René Rummel souverän den Gastwirt Carsten Bier, Inhaber der Schmuddelkneipe „Zum Zapfhahn“. Als sich der Vorhang nach drei Akten schließt, kann die sofortige Schließung seiner Existenz nur durch seine einsatzfreudige Tochter Olivia (Hannah Brüderle) verhindert werden. Diese hat den echten Mann vom Gesundheitsamt (Björn Siebert) so für sich eingenommen, dass dieser noch eine Galgenfrist von einer Woche für eine Generalreinigung gewährt. 
Doch bis zu diesem Hoffnung spendenden Finale haben die Handlung und die Spieler Zeit, sich in Hochform zu bringen. 

Bernd Zehnle ist als Willi der etwas abgerissene Stammgast im „Zapfhahn“. Eigentlich ist er in den drei Akten wegen seines hohen Bierkonsums ständig im Alkoholnebel. Und Bernd Zehnle stellt seine Figur sowohl im Kampf mit seiner widerspenstigen Zunge, seinem tollpatschigen Körper wie auch seinen ausufernden Gesten zum Ergötzen der Zuschauer umwerfend dar. Während seine einzige weibliche Begleitung Carstens Kneipe ist, flüchtet der zweite Stammgast Martin Remy (Henrik Spitzmüller) vor seiner nervigen Ehefrau. Und beide gefallen sich zur Freude der männlichen Zuhörer im Erzählen nicht eben frauenfreundlicher Sprüche. Für Mimik, Haltung und Gestus gewinnt er die unbedingte Bewunderung  der Zuschauer. 

Der adrette Lichtblick in der zusätzlich von Mäusen besuchten Gammelkneipe ist die demonstrativ in weißer Bluse auftretende Bedienung Franzi (Nadine Seger). Gemeinsam mit Olivia versucht sie, Küche, Kühlschrank und Böden sauber zu machen. Doch mit der betrügerischen Britt Burger (Rosalinde Männle) kommt früher als angesagt, die befürchtete Kontrolle ins Haus. Und Rosalinde Männle nutzt  ihre Rolle weidlich aus, um die Wirtsgemeinde gehörig unter Druck und die Hintertriebenheit ihrer Figur in Szene zu setzen. 

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In Mafiamanier

Yannik Kienzle, der Neuling in der Spielermannschaft des RMSV, war in seiner Rolle als fieser Konkurrent von Carsten Bier auf Anhieb ein eindrucksvolle Bereicherung für das Spielerrepertoire des RMSV Berghaupten. Allerdings muss der in Mafiamanier ganz in Schwarz und Hut auftretende Kai Pirinha eine schmerzhafte Begegnung mit dem Besenstiel der resoluten und widerspenstigen Franzi machen. 

Kai hat Carsten den Kontrolldienst auf den Hals gehetzt, um den Kontrahenten seiner eigenen Trinkhalle auszuschalten. Die leichtsinnig eingegangene Wette auf den Untergang Carstens verliert er jedoch, auch weil Steffi Flux als stark auftretende  Polizistin die falsche Kontrolleurin festnehmen und das von Martin als Freundschaftshilfe für Carsten bezahlte Bestechungsgeld sicherstellen kann. 

Für den Titel „Bierverschwörung“ war die zauberhaft süß im Dirndl auftretende Kathi Zehnle als Biervertreterin Klara verantwortlich. Sie hält den bierseligen Willi für den Wirt und überredet diesen, eine kostspielige Bestellung vielfältiger Biersorten zu ordern. 

Im Hintergrund halfen Uli Baars (Souffleuse und Bühnenbild), Rebecca Leistler und Dieter Schappacher für einen rundum hervorragenden Theater­abend mit.

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