Beringungs-Aktion

Biberach/Zell: Freud und Leid um Jungstörche

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11. Juni 2019

(Bild 1/3) Storchenglück auf dem Biberacher Rietsche-Kamin (Foto), Stochenleid über den Dächern von Zell a. H. ©Helmut Krannich

In Biberach sind die Kinderstuben der Storchenpaare mit insgesamt sechs Jungtieren gut gefüllt, ein paar Kilometer weiter auf dem Kanzleiplatz in Zell a. H. ließ der nasskalte Mai dem Storchennachwuchs fast keine Überlebenschance. Das ist die Bilanz der Storchenberingungstour durchs Tal am Freitag.
 

Im vergangenen Jahr gingen Paulette Gawron und Gérard Mercier, Storchenexperten von der Nabu-Gruppe Kehl-Hanauerland, bei ihrer Jungstörchetour fast die Ringe aus, am vergangenen Freitag dürfte dieses Problem nicht aufgetaucht sein. »Viele junge Störche haben die kalten Nächte im Mai vermutlich nicht überlebt«, so die Bilanz von Gérard Mercier am frühen Freitagabend auf dem Kanzleiplatz in Zell, der letzten Station der Beringungstour durchs Tal. Kurz zuvor hatten Paulette Gawron, Biberachs Storchenexperte Franz Trautwein und Gérard Mercier mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Zell die drei Nester rund um den Kanzleiplatz erkundet.

Während auf dem Rathausdach und auf dem Kamin der Alten Kanzlei die Kinderstuben der Störche verwaist waren, fand Paulette Gawron auf dem Storchenturm ein einziges Jungtier. Das war offensichtlich ziemlich lebhaft, denn als es die Storchenexpertin zum Beringen anfasste, pickte es mit dem Schnabel.

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Die Störche in den beiden anderes Nestern um den Kanzleiplatz waren allerdings nicht kinderlos geblieben: »Es weist alles darauf hin, dass es auch hier Nachwuchs gegeben hat, der in den nasskalten Mainächten an Unterkühlung gestorben ist«, erklärt Mercier. Und er betont, dass die Natur ihre eigenen, harten Regeln hat: Sind die jungen Störche einmal geschlüpft, sind sie durch ihr weiches Gefieder Wetterextremem ausgesetzt. Auch die schützende Obhut der Storcheneltern endet mit dem Schlüpfen und beschränkt sich aufs Füttern, erklärt der Experte. Stirbt ein Jungvogel, so entfernen ihn die Eltern sogar aus dem Nest, so die harte Realität.

Mercier erlebte aber nicht nur Storchen-Leid bei der Beringung: So fand er im Nest auf einem Holzmast im Unterentersbacher Helmen ein Junges im Nest und in Biberach gab es sogar reichlich Kindersegen bei den Familien Storch. In Fröschbach und auf dem Rietsche-Kamin kauerten jeweils drei kleine Störche im Nest. In Biberachs Ortsmitte war die Bevölkerung wieder zum Zuschauen eingeladen, die Resonanz war allerdings überschaubar. Wer kam, durfte die jungen Störche auch streicheln, was besonders den Kindern gefiel.

Die Tour führte die Storchenexperten auch nach Gengenbach-Schönberg (Zapf), dort gab es drei Jungtiere, ebenso im Nest in Steinach. Alle Jungtiere waren rund sechs Wochen alt. Die Zahl der Storchenpaare in der Ortenau hat im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zugenommen, erklärte Mercier, die Zahl der überlebenden Jungtiere sei allerdings deutlich geringer als 2018. Rund 220 junge Störche gibt es laut Mercier in diesem Jahr im gesamten Ortenaukreis. Im Vorjahr waren es mit 450 mehr als doppelt so viele.

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