Offenburg

Brand »könnte ein Signal sein«

Autor: 
Wolfgang Kollmer
Lesezeit 2 Minuten
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12. Juni 2002
Vor einem Jahr gerettet, jetzt vom Feuer bedroht: Nach dem Großbrand Mittwochnacht, der zum Glück »nur« eine und auch nicht die wertvollste AW-Halle zerstört hat, fragen sich viele: Was passiert denn nun mit dem backsteinernen Industriedenkmal?
Offenburg. »So schlimm es ist«, für den renommierten Architekturhistoriker Prof. Dr. Roland Günter aus Oberhausen könnte der Großbrand »auch ein Signal sein zu handeln«. Und der Professor, der mit vielen anderen für den Erhalt der Hallen des Ausbesserungswerkes erfolgreich gekämpft hatte, betont: »Schleunigst zu handeln.« Denn die wertvollsten Gebäude des denkmalgeschützten Ausbesserungswerkes - die alte Schmiede und die Schlosserei - haben glücklicherweise nicht abbekommen von dem Brand. »Nur« die Halle, in der einst das Werkstofflager des Ausbesserungswerkes untergebracht war, ist ausgebrannt. Für Prof. Dr. Günter ist es jetzt »höchste Zeit«. Denn nach Auskunft von Bahn-Sprecher Horst Fielbrandt sind alle AW-Hallen gewerblich kurzfristig vermietet. Da wird gelagert und gewerkelt. »Ein Gefahrenpotenzial«, warnt der Professor. Nicht auszudenken, wenn es beispielsweise in den großen Hallen gebrannt hätte, wo Tausende von Autoreifen lagerten! Der Architekturhistoriker sieht die Stadt in der Pflicht: »Die müssen sagen, was sie da hin wollen. Die müssen das Areal überplanen.« Denn ohne das sei das Gelände nicht verwertbar. Rund 100 000 Euro kostet das, schätzt der Professor: »Man muss nur wollen.« Und einen Vorschlag, der auch in Kreistagskreisen die Runde macht, hat Günter parat: ein neues Gewerbeschulzentrum für die Gewerblichen Schulen. 2600 Schüler sind in veralteten, überfüllten Gebäuden über die Stadt verteilt untergebracht. Auch Lehrer meinen: »Das AW am Bahnhof wäre ideal«, zumal die Schüler kreisweit kommen.

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