Findel-Dachsbabys

Bühler Muhrbergdachse bekommen ganz besonderen Dachs-Nachwuchs

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 3 Minuten
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13. März 2020
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(Bild 1/2) ©Martin Röderer

Die Bühler Muhrbergdachse haben die Patenschaft für die Ichenheimer Findel-Dachsbabys „Elfi“ und „Nobby“ übernommen und 555 Euro an die Tierhilfs- und Rettungsorganisation gespendet. So geht es mit den kleinen Fellknäueln nun weiter.

Neben Papageien, Waschbären und vielen anderen Tieren beherbergt die Tierhilfs- und Rettungsorganisation (THRO) in Neuried-Ichenheim zur Zeit zwei Exoten: Ein vier Wochen altes Dachsbaby-Pärchen. 

Am vergangenen Dienstag hat sich eine stattliche Dachseschar aus Bühl nach Ichenheim aufgemacht. Denn sie wollten die beiden Dachsbabys hautnah erleben und eine Patenschaft übernehmen. Monika Ehrlacher, stellvertretende Vorsitzende der THRO, weihte mit ihrer Mitarbeiterin Selina Niederlechner die neugierigen Muhrbergdachse über die Geschichte der beiden jungen Gnadenhofbewohner ein. 

Am Schmutzigen Donnerstag, dem Tag, an dem in Bühl auch die Dachse erwachen und aus dem Bau gekrochen kommen, war ein Förster mit seinem Hund am Rheindamm in Nonnenweier unterwegs. Der Jagdhund nahm eine Fährte auf und verschwand in einer Höhle, die sich später als Dachsbau heraustellen sollte. 

Ein Dachsbau im Damm

Dem Förster gelang es, seinen Hund wieder aus dem Schlupfloch zu holen. Er verständigte das Regierungspräsidium in Freiburg da er neben dem Schlupfloch noch weitere Höhlen im Damm vorfand. Am Aschermittwoch rückte eine Schwanauer Firma mit einem Bagger an. Bei den Arbeiten stieß man auf einen Dachsbau, in dem die zwei Dachsbabys lagen. Die Fundtiere kamen zur THRO.

„Das war für uns schon eine Besonderheit, Dachsbabys hatten wir bisher noch nicht beherbergt“, so Ehrlacher. Über die sozialen Medien erfuhren die Bühler Muhrbergdachse vom Dachseglück in Ichenheim. Für die Zunft war klar, dass diese besondere Geschichte ihre volle Aufmerksamkeit genießt, auch wenn der Dachsenachwuchs am Aschermittwoch nicht in den Bau getrieben, sondern aus dem Bau geholt wurde. „Bei einer Zusammenkunft beschlossen wir, eine Patenschaft zu übernehmen“, so Claudio Lienert vom Vorstand der Bühler Narrenzunft. 

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„Es sind zwei wirkliche Wonneproppen, die beiden sind gut genährt und müssen folglich bis vor dem Auffinden von ihrer Mutter versorgt worden sein“, sagte Ehrlacher. Wo die Mutter der Kleinen verblieben ist, ist nicht bekannt. Als die beiden miteinander kuschelnden Dächschen in einem Korb zu den Gästen verbracht wurden, waren in der Runde viele „ahs“ und „ohs“ zu vernehmen. Besonders für die vielen anwesenden Jungdachse war das mittlerweile vier Wochen alte Dachspärchen ein unvergesslicher Anblick. 

Bekommen Hundemilch

„Alle zwei bis drei Stunden werden die Kleinen gefüttert, mit einer Schoppenflasche. Ihre Nahrung ist eine spezielle Hundemilch“. Ehrlacher verbringt derzeit viele schlaflose Nächte, um ihre Lieblinge zu ernähren, und das bis in den Mai. 

Ihre Leidenschaft für die Tierwelt ist deutlich zu spüren. „Wir sind der einzige Verein zwischen Karlsruhe und Lörrach, der eine Sondergenehmigung hat, auch Wildtiere und Reptilien aufzunehmen“, so die Tierschützerin. Die Freude bei den Verantwortlichen der THRO war groß, als die Muhrbergdachse für die Übernahme der Patenschaft stolze 555 Euro übergaben. 

„Elfi und Nobby, nach unseren leider bereits verstorbenen Ehrenmitgliedern Elfriede Herrmann und Norbert Roth, so sollen die Babys heißen“, verkündet Lienert. Er wird mit dem Vorstand demnächst noch die Patenschaftsurkunde entgegennehmen dürfen.

„Wir finanzieren uns ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden und sind der Bühler Narrenzunft zu großem Dank verpflichtet“, so Erlacher. 

Info

Die Zukunft der Dachsbabys

Nach der Aufzucht bei der THRO in Ichenheim geht es für die kleinen Findeldachse auf Reisen. In einer Auswilderungsstation in Bayern werden sie zunächst für sechs bis sieben Monate auf das Leben in der freien Natur vorbereitet. Dann werden sie in der Nähe dieser Auswilderungsstation in die Natur entlassen, noch mit der Möglichkeit, zunächst bei Bedarf hin und wieder in die Station zurückzukehren. 

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