Offenburg - Griesheim

Bürger sollen Experten für ihr Umfeld sein

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 3 Minuten
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19. Oktober 2019

Anna Laufs vom Offenburger Seniorenbüro informierte in dieser Woche auch im Griesheimer Ortschaftsrat über das Thema „bürgerschaftlich organisierte Begegnungs- und Versorgungsstätten“. ©Archiv

2016 wurden 53 Maßnahmen entwickelt, die bis zum Jahr 2030 initiiert werden sollen. Die Maßnahme 39 beschäftigt sich mit diesen Begegnungs- und Versorgungsstätten. Sie sollen entstehen, wo den Bürgern das als notwendig erscheint und bürgerschaftliches Engagement vorhanden ist.

Dabei sollen möglichst viele Angebote zentralisiert werden, sagte Anna Laufs, Projektverantwortliche bei der Stadt Offenburg, am Dienstag im Griesheimer Ortschaftsrat. Als zentrales Dokument wurde der Projektantrag entwickelt, eine finanzielle Förderung durch die Stadt ist möglich. „Die Bürger sollen sich zusammenschließen, die Angebote entwickeln und umsetzen, begleitet von der Stadt“, so Anna Laufs.
Ein Forschungsprojekt soll klären, ob solches Engagement der Bürger genossenschaftlich organisiert werden kann. Es läuft über drei Jahre und endet Mitte 2020. Das soll aber kein Ende in Offenburg sein, denn man versucht, dauerhafte Strukturen zu schaffen, damit auch danach Projekte entwickelt werden können, denn: „Gute Projekte brauchen viel Zeit“, betonte Anna Laufs. Offenburg wurde ausgewählt, weil ein hohes Engagement der Bürger vorhanden sei.

Ortsvorsteher Werner Maier zeigte als Beispiel auf, dass in Fessenbach ein Nahversorgungsgeschäft aufgebaut werden soll – mit Ehrenamtlichen, sodass es kostendeckend funktioniert. Die Stadt unterstützt das Projekt.

„Ist auch ein Bürgerbus möglich, um die älteren Menschen zu befördern?“, wurde gefragt. Es müsste in ein größeres Projekt integriert werden, beispielsweise in eine Versorgungsstätte, da es dabei nur um Mobilität geht. Werner Maier berichtete von Erfahrungen auf diesem Gebiet. Es habe sich gezeigt, dass die Nachfrage nur gering war.

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Auch andere Experten

„Gibt es Fachleute, die die Beratung vornehmen können? Die müssen ja Betriebswirtschaft oder Soziologie studiert haben“, erkundigte sich ein Ortschaftsrat. In dem Projektantrag müssen keine wissenschaftlichen Ausführungen enthalten sein, so Anna Laufs. Wenn nötig, ziehe man Experten aus anderen Fachbereichen der Verwaltung hinzu. 
Werner Maier legte Wert darauf, dass die Ernsthaftigkeit vorhanden ist, damit die Leute alle Möglichkeiten und Erfordernisse durchspielen. Konkrete Zahlen müssen nicht aufgeführt sein. „Wir prüfen, ob das Projekt sinnvoll ist und in Relation zur Bevölkerung steht“, sagte Anna Laufs. Anschließend werden die Anträge bewertet. Durch die Begleitung von Anfang an versucht man, eine Anschubfinanzierung möglich zu machen.

 
Nicht alles beantworten

„Wenn man Räume braucht und keine hat, hat man verloren“, befürchtete Ortsvorsteher Maier. Nicht unbedingt, so die Antwort. Man müsse sich Gedanken machen, wie das Projekt langfristig verwirklicht werden kann – und überlegen, wie man an ein Gebäude kommt. „Alle Fragen müssen nicht zu hundert Prozent im Projektantrag beantwortet sein“, beruhigte Anna Laufs. 
Der Ortschaftsrat soll das Thema zur Kenntnis nehmen, die Ratsmitglieder als Multiplikatoren dienen, damit die Bürger informiert sind. Das Gremium soll keine Beschlüsse fassen, was umgesetzt werden soll. „Die Bürger sollen entscheiden, was nötig ist. Sie sind die Experten für ihr Wohn- und Lebensumfeld“, war das Fazit von Anna Laufs.

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