61,4 Prozent der Wähler stimmen gegen Erhalt

Bürgerentscheid in Durbach: Metternich-Stadion muss weichen

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. November 2017
Video starten

Durbachs Bürgermeister Andreas König (rechts) verkündete gestern Abend das Ergebnis des Bürgerentscheids in Durbach. 61,4 Prozent der Wähler hatten sich gegen den Erhalt des Metternich-Stadions ausgesprochen. ©Christoph Breithaupt

Die Durbacher waren gestern zur Abstimmmung aufgerufen. 54,79 Prozent gingen beim Bürgerentscheid an die Wahlurne. 61,4 Prozent der Wähler sprachen sich gegen den Erhalt des Metternich-Stadions zu Gunsten einer gemeinsamen Sportanlage in Ebersweier aus.

Punkt 18.32 Uhr stand das Ergebnis des ersten Bürgerentscheids in Durbach fest, nachdem im Rathaus die Ergebnisse aus den drei Wahllokalen sowie der Briefwahl eingegangen waren. Nach der Sitzung des Gemeinderatsbeschlusses konnte Bürgermeister Andreas König um 18.43 Uhr offiziell die mehr als 60 anwesenden Bürger auf dem Rathausplatz über den Ausgang in Kenntnis setzen. Insgesamt gingen von den 3254 Wahlberechtigten Durbachern 1783 Personen zur Wahl, was einer Wahlbeteiligung von 54,79 Prozent entspricht.

»Soll das Graf-Metternich-Stadion erhalten bleiben?« lautete die Frage, die zur Abstimmung stand. 684 Durbacher (38,6 Prozent) sprachen sich für die Belange der Bürgerinitiative aus und entschieden sich für ein »Ja«. 1088 Bürger (61,4 Prozent), stimmten dem Gemeinderatsbeschluss vom 27. April zu, verneinten die Frage und votierten damit für eine gemeinsame Sportanlage in Ebersweier. »Damit bleibt der Gemeinderatsbeschluss vom 27. April in Kraft«, erklärte König und erhielt kräftigen Applaus von der Mehrheit der Anwesenden. »Wir hatten eine gute Wahlbeteiligung«, freute sich König bei der Bekanntgabe.

Die für einen Bürgerentscheid notwendige Mindestwahlbeteiligung von 20 Prozent wurde überschritten.

40 Personen halfen

»40 Personen waren an der Wahl in unseren drei Wahllokalen den ganzen Tag über beteiligt«, lobte König seine Wahlhelfer. Am schnellsten war das Team im Wahllokal Durbacher Rathaus, bereits 8 Minuten nach Wahlschluss um 18 Uhr stand dort das Stimmenergebnis mit 176 Ja- und 259 Nein-Stimmen fest. Knapper war das Ergebnis bei den Briefwählern. Neben 229 Nein-Stimmen wurden 203 Ja-Stimmen gezählt. 61 Wähler in der Ortsverwaltung Ebersweier sprachen sich für den Erhalt des Stadions aus, 330 Wähler entschieden sich für »Nein«, und stimmten damit für die Zusammenlegung. Mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids ist in Durbach wieder ein Stück Ruhe eingekehrt.

- Anzeige -

Der von der Führungsmannschaft des zukünftigen SC Durbachtal im letzten Flugblatt befürchtete Durbacher Brexit ist mit diesem Wahlentscheid vom Tisch. Fast täglich flatterten in den Durbacher Haushalten Flugblätter der Befürworter des Zusammenschlusses und der Gegner ins Haus.

Entscheidung respektiert

Bürgermeister Andreas König sagte: »Ich freue mich über den klaren Entscheid. Die Mehrheit der Bevölkerung ist dafür und damit für die Zusammenlegung der Sportanlagen. Damit wird auch der Entscheid des Gemeinderats und der beiden Sportvereine respektiert. Besonders freue ich mich, dass beide Ortsteile mehrheitlich gegen den Erhalt gestimmt haben.«

»Ich bin nicht stark überrascht, besonders wie klar das Ergebnis in Ebersweier ausgegangen ist. Geärgert habe ich mich über das letzte Flugblatt des Sportvereins. Das, was da drin stand, hat mit Anstand nichts mehr zu tun«, fand Heinz-Peter Discher, der sich mit weiteren Mitgliedern der Bürgerinitiative für den Erhalt des Graf-Metternich-Stadions stark gemacht hatte.

Marco Geiler, Vorsitzender des TuS Durbach, sagte: »Ich freue mich, dass der Bürgerentscheid zugunsten der Zusammenlegung nicht ausschließlich von den Ebersweierer Bürgern entschieden wurde. Durbach und Ebersweier stehen dahinter, das hat dieser Bürgerentscheid gezeigt.«

Kommentar

Zusammengewachsen

Von Christian Wagner

Es ist nicht leicht, sich von einer Sportstätte mit viel Tradition zu trennen. Die Durbacher haben dies gestern beim Bürgerentscheid getan, dafür gebührt ihnen großer Respekt. Sie haben es getan, weil sie auf der Habenseite für die Gesamtgemeinde viel mehr gewinnen als verlieren. Das haben Bürgermeister Andreas König und die Vereinsbosse des TuS Durbach und des FV Ebersweier den Bürgern im Vorfeld des Bürgerentscheids Hand in Hand sehr gut verdeutlicht.

Durbach gewinnt seniorengerechte Wohnungen und einen grünen Park am Ortseingang, außerdem eine attraktive zentrale Sportstätte auf dem aufgewerteten Sportgelände des FV Ebersweier. Entscheidend für das erfolgreiche Abschneiden im Bürgerentscheid war aber sicher auch, dass die Vereine nie den Hauch eines Zweifels haben aufkommen lassen, dass die Fusion zum SC Durbachtal für sie der richtige Weg ist. Es ist absolut legitim, dass die Bürgerinitiative das Vorhaben kritisch hinterfragt und von dem demokratischen Instrument des Bürgerentscheids Gebrauch gemacht hat. Sie hat damit dazu beigetragen, dass eine für die Gemeinde eminent wichtige Entscheidung auf breiten Füßen steht.

Mit ihrem »Ja« zu den Plänen der Gemeinde haben die Bürger gestern auch »Ja« zu einem gemeinsam Durbach und Ebersweier gesagt. Die beiden Ortsteile sind 44 Jahre nach der Gemeindereform wirklich zusammengewachsen – ein tolles Signal!

 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

gerade eben
Schutterwald
Swinging Spirit, der Ortenauer Gospelchor mit Sitz in Schutterwald, löste bei seinem Benefizkonzert in der Schutterwälder Pfarrkirche Beifallsstürme aus. 
gerade eben
Hohberg - Hofweier
In der Hauptversammlung des Förderverein der Handballjugend in Hofweier gab es Positives zu hören. Der Verein hat 45 Mitglieder – und das im ersten Jahr.
gerade eben
Räumlichkeiten besichtigen
Mit „Unverpackt“-Läden soll möglichst viel Verpackungsmüll im Alltag vermieden werden. Auch in Offenburg soll so ein Geschäft eröffnen. Die Initiative „Unverpackt Offenburg“ hat jetzt passende Räumlichkeiten gefunden. 
vor 46 Minuten
Gemeinderat Zell
Der Zeller Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, dass die Firma Bresch Henne Mühlinghaus (bhm) die Gestaltung des Unterharmersbacher Rat-hausvorplatzes plant und die genauen Kosten berechnet. Erst wenn diese vorliegen, wird über die endgültige Ausstattung des Platzes entschieden.  
vor 1 Stunde
Hohberg
Das neue Gebäude der Gemeinschaftsschule in Hofweier bekommt einen Balkon an der Mensa und einen hohen, verglasten Eingangsbereich – so, wie es der Siegerentwurf des Büros Kopfarchitekten vorgesehen hatte. Das beschloss der Gemeinderat am Montag.
vor 1 Stunde
Neues Inklusionsprojekt
Durch gemeinsames Kochen in der Volkshochschule soll in diesem Semester das Band zwischen jungen und älteren, behinderten und nicht behinderten Menschen gestärkt werden. Nicole Schilli (VHS) und Rosina Heuberger (Lebenshilfe) stellten nun das Projekt vor. Die Kurse sind am 20. November und 10....
vor 1 Stunde
Offenburg - Bühl
Begeisterte Zuhörer hinterließ der Bühler Projektchor in einer voll besetzten Kirche. Das dargebotene Beatles-Repertoire fiel offensichtlich auf fruchtbaren Boden.
vor 1 Stunde
Für den guten Zweck
Freudige Überraschung für das Ortenauer Kinder- und Jugendhospiz: Das Offenburger Traditions-Autohaus Linck hat der Einrichtung 2500 Euro zukommen lassen.
vor 1 Stunde
Aufführung im Januar
Etwa 280 Sänger kamen am Wochenende in der evangelischen Auferstehungskirche zusammen. Sie probten für das Musical „Martin Luther King“. Insgesamt beteiligen sich 750 Chorsänger aus der Ortenau an dem Projekt.
vor 2 Stunde
Göppingen/Offenburg
Ignacio Lausen ist allen davongeschwommen: Der 19-jährige Auszubildende im Freizeitbad Stegermatt hat am Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften der Schwimmmeister in Göppingen gleich fünf Goldmedaillen gewonnen. Dafür gab es die Ehrung von OB Marco Steffens.
vor 8 Stunden
Für Kinder ab vier Jahren
Am Samstag, 16. November, um 15 Uhr gastiert das Theater Liberi aus Bochum mit der Produktion „Die Schöne und Biest – das Musical“ in der Oberrheinhalle. 
vor 8 Stunden
Sitzung der Bezirkssynode
Die evangelische Landeskirche in Baden muss sich wegen rückläufiger Einnahmen von einem Drittel des Gebäudebestands, vor allem Gemeindehausflächen, trennen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 11.11.2019
    Bewegung analysieren
    Die moderne Arbeitswelt kann krank machen. Körperliche Unterforderung und psychische Überforderung resultieren in Rückenschmerzen, Gelenkproblemen, Burnout und Stoffwechselstörungen. Stinus Orthopädie bietet Unternehmen Bewegungsanalysen für Beschäftigte an – die auch im Betrieb durchgeführt werden...
  • 08.11.2019
    Medizinische Therapie und Fitness-Training
    „Fit werden – Fit bleiben“ – das ist das Motto des Rehazentrums Offenburg. Darum bietet es in familiärer und freundlicher Atmosphäre vielfältige Therapiemöglichkeiten an. Egal, ob chronische Schmerzen oder Beschwerden nach einer Operation – das Rehazentrum Offenburg findet die individuelle Hilfe...
  • 05.11.2019
    "Maschinen-Wagner" lädt ein
    Ob drehen, fräsen, bohren oder schleifen – „Maschinen-Wagner“ in Renchen ist der Experte auf dem Gebiet der Metallverarbeitung. Im November lädt das Unternehmen zur Hausmesse ein. Hier können sich die Besucher rund um die Themen Innovative Technologien, 5-Achs-Fräsen und Automatisierung informieren...
  • 04.11.2019
    Ausbildung und Praktikum
    Hermann Uhl KG in Schutterwald: Seit über 85 Jahren steht die Firma UHL aus Schutterwald für hohe Qualität rund um Sand, Kies, Beton und Betonerzeugnisse. Ohne gute Mitarbeiter geht so etwas nicht. Genau deshalb investiert UHL viel in die persönliche berufliche Entwicklung und in die Ausbildung...