Kritik an der Stadt

Bürgerliste: Der Bürgerbus steht vor dem Aus

Autor: 
red/tap/flo
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05. Oktober 2017
Ganz so groß wie der Schlüsselbus (Foto) sollte der Bürgerbus fürs Rebland nicht sein. Angedacht war ein Bus mit neun Sitzplätzen. Nun droht dem Projekt das Aus.

Ganz so groß wie der Schlüsselbus (Foto) sollte der Bürgerbus fürs Rebland nicht sein. Angedacht war ein Bus mit neun Sitzplätzen. Nun droht dem Projekt das Aus. ©Archivfoto

Wie es momentan aussieht, wird doch kein Bürgerbus durchs Rebland rollen. Der Grund: Die Stadtverwaltung möchte das Projekt nicht verstärkt, beispielsweise durch Übernahme der organisatorischen Koordination, unterstützen. Drei Ortschaftsräte kritisieren das.

Carmen Bernhard, Hans-Joachim Haas und Heribert Schramm von der Bürgerliste Zell-Weierbach äußern sich in einer Stellungnahme zum drohenden Aus für einen Bürgerbus im Rebland. Am 20. September habe Winfried Rudigier, Vorsitzender des Bürgerbusvereins »Bürgerbus Rebland«, ein Gespräch mit Oberbürgermeisterin Edith Schreiner geführt, heißt es in der Stellungnahme. Thema seien weitere Hilfen der Stadt bei der Realisierung des Projektes gewesen, etwa durch Übernahme der Verwaltungsarbeit. »Dazu war die Stadt nicht bereit. Das Bürgerbusprojekt steht somit vor dem Aus«, so die drei Ortschaftsräte.

Die Bürgerbusidee ist hervorgegangen aus der Zeller Initiative »Bürger für Bürger«, die sich im Januar 2014 gegründet hatte. Damit stärke man die Autonomie gerade älterer Menschen, die mit dem Bürgerbus selbstständig zu Orten fahren können, die mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht so leicht zu erreichen sind, heißt es in der Stellungnahme. Die Idee stieß auch in Fessenbach und Rammersweier auf Interesse. Fahrpläne wurden ausgearbeitet, das organisatorische und finanzielle Gerüst überlegt, Ehrenamtliche als Fahrer gesucht. Die drei Ortschaftsräte und Ortsverwaltungen unterstützten das Projekt. Der Gemeinderat gab grünes Licht für einen Zuschuss zum Bus.

Ehrenamt reicht nicht

- Anzeige -

Im Lauf des Jahres habe sich herausgestellt, dass das Projekt von den bis dahin Aktiven allein nicht gestemmt werden könne. »Die Wartung des Busses sowie die organisatorische Koordination etwa gehören in professionelle Hände. Nur mit zusätzlicher Unterstützung wäre der Bürgerbus möglich geworden. Dazu war die Stadt nicht bereit.«

Die Stadt verweise darauf, dass der Kreis der Ehrenamtlichen aktuell zu klein sei. »Dem ist entgegenzuhalten: Ein stärkeres Engagement der Stadt hätte einen wichtigen Impuls setzen können. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, ob das Verhältnis von Stadt und Ehrenamt nicht zuweilen eine Schieflage hat«, so Bernhard, Haas und Schramm. 

Das Seniorenbüro baue die Nachbarschaftshilfe aus. »Dazu werden Stellen eingerichtet, Manpower und Sachmittel zur Verfügung gestellt und Ehrenamtliche zur Unterstützung gesucht. So weit – so gut. Warum geht die Stadt nicht auch den umgekehrten Weg?«, heißt es in der Stellungnahme. Es gebe im Rebland Ehrenamtliche, die mit dem Bürgerbus ebenfalls nachbarschaftliches Engagement fördern wollten. 

Bernhard, Haas und Schramm verweisen auf eine Anzeige im »Offenblatt« vom 30. September. Gesucht werde eine Teilzeitkraft zur Projektkoordination »Bürgergenossenschaft«. »Warum hat die Stadt kein Geld und keine Manpower für ein (älteres) Projekt, das aus der Bürgerschaft kommt und mit dessen Zielen sich die Stadtspitze durchaus identifizieren kann?«, fragen die drei Ortschaftsräte.

Hintergrund

Das sagt die Stadt

Aus Sicht der Offenburger Stadtverwaltung ist die Sachlage klar: Die Stadt Offenburg habe einerseits zugesagt, das Projekt »Bürgerbus« mit 25 000 Euro zu fördern, um ein dazu benötigtes Fahrzeug anzuschaffen. Zudem habe die Stadt angeboten, die Arbeit der Ehrenamtlichen beratend zu unterstützen, sagt Wolfgang Reinbold von der städtischen Pressestelle. Er verweist auf entsprechende Beschlüsse des Gemeinderats.

Insbesondere die Organisation des Angebots sei allerdings Sache der Ortsteile im Rebland und der Ehrenamtlichen. Es könne nicht Ziel sein, »dass die Stadt parallel zum ÖPNV eine weitere Struktur aufbaut, eventuell mit eigenem Busfahrer«, so Reinbold. 

Es sei »ganz klar«, dass die Stadt Offenburg die ehrenamtliche Arbeit in beratender Rolle unterstütze, »aber nicht mehr«, wie Reinbold unterstreicht. Dieses Angebot bestehe nach wie vor. flo 

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