Standort Gengenbach

Bürgermeister Erny über Konzept für Klinik erleichtert

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red/ata
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07. Dezember 2017
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Gengenbach hat über Monate um Lösungen für den Klinikstandort gekämpft. ©Archivfoto

Der Krankenhausausschuss hat am Dienstag ein Nachnutzungskonzept für den Klinikstandort Gengenbach beraten und dem Kreistag zur Entscheidung für vorgelegt. Gengenbach hatte über Monate um Lösungen gekämpft. Nun zeigte sich Bürgermeister Thorsten Erny erleichtert. 

Der Prüfauftrag, große Teile des Gesundheitsamtes des Landkreises von Offenburg nach Gengenbach zu verlegen, sei eine Überraschung gewesen, so Erny auf OT-Nachfrage in einer Stellungnahme. Dass Gengenbach neuer Behördensitz des Landkreises mit rund 50 Mitarbeitern werden soll, sei bemerkenswert. »Uns ist es gelungen, gemeinsam mit Landrat Frank Scherer und der Geschäftsführung des Ortenau Klinikums eine umfassende Nachnutzung des Klinikgebäudes zu erarbeiten, die zum großen Teil von den Mitgliedern des Krankenhausausschusses unterstützt worden ist.« 

»Auch wenn wir die Entscheidung, die Orthopädie mit ihrem hervorragenden Ruf nach Kehl zu verlagern, immer noch nur schwer nachvollziehen können, wissen wir von den betriebswirtschaftlichen Zwängen des Ortenau Klinikums«, betonte Erny. Als Kreisrat ist er Mitglied im Krankenhausausschuss.

Mehrheitsmeinung des Kreistags

Das Ortenau Klinikum hatte 2016 einen Fehlbetrag von rund sieben Millionen Euro ausgewiesen. Eine baldige Abhilfe des Negativtrends sei nicht in Sicht, weil die notwendigen Budgeterhöhungen nicht mit den schneller steigenden Personalkosten einherginge. Sollte der Kreis nicht gegensteuern, wären laut Erny weitere steigende Defizite anzunehmen. Die bisherige Strategie des Kreises, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten, sei immer noch Mehrheitsmeinung des Kreistags. Deshalb ist auch Erny zuversichtlich, dass die Kreistagskollegen sich solidarisch mit Gengenbach zeigen. 

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Diese sieht unter anderem auch vor, dass für die ganze Ortenau am Standort Gengenbach ein Sozialpädiatrisches Zentrum aufgebaut werden soll. Weiterhin soll ein stationäres Heimplatzangebot für beatmungspflichtige Kinder und Jugendliche mit 17 Plätzen geschaffen werden. 

Ein wichtiger Bestandteil der Neuordnung darf laut Erny nicht übersehen werden. Aufgrund der Tatsache, dass 2019 eine neue Landesheimbauverordnung in Kraft tritt, ist auch das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau (PBO) gezwungen, Betten in Fußbach abzubauen. Hätte Gengenbach nicht die verfügbaren Räumlichkeiten zur Verfügung, müsste das PBO sich anderswo neu orientieren, so Erny, der von einer Verlagerung von 45 Pflegeplätzen und 25 Mitarbeitern in die Kernstadt ausgeht. Darüber hin­aus soll eine ambulant betreute Wohngruppe mit acht Plätzen gemeinsam mit dem Gengenbacher Pflegenetzwerk im Krankenhaus angeboten werden. 

Psychosomatik

Sorge bereite ihm die zunächst für möglich gehaltene Verlagerung der Psychosomatik nach Gengenbach. Hier hat der Krankenhausausschuss noch einmal den Landrat beauftragt, eine vertiefende Planung vorzulegen.
Erny ist überzeugt, dass die gefundenen Lösungen unter den gegebenen Bedingungen eine Maximalausbeute darstelle. »Sollte der Kreistag diesen Verlagerungen zustimmen, wären ohne die Psychosomatik bereits über 80 Prozent der Flächen ausgelastet. Worüber sich der Bürgermeister freut: »Im gesamten Haus fänden über 130 Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz.«

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