»Editor’s Lunch«

Burda-Verlag: 70. Geburtstag des »Bunte«-Flaggschiffs

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red/cw
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14. November 2017
Seltener Anblick – auf dem Foto sind fünf »Bunte«-Chefredakteure vereint (von links): Lothar Strobach (1987-1989), Beate Wedekind (1992-1993), Verleger Hubert Burda (1976-1986), Patricia Riekel (1996-2016) und Robert Pölzer (seit 2016).

Seltener Anblick – auf dem Foto sind fünf »Bunte«-Chefredakteure vereint (von links): Lothar Strobach (1987-1989), Beate Wedekind (1992-1993), Verleger Hubert Burda (1976-1986), Patricia Riekel (1996-2016) und Robert Pölzer (seit 2016). ©Hubert Burda Media

Am Freitag fand auf Einladung von Burda-Vorstand Philipp Welte ein »Editor’s Lunch« anlässlich des Jubiläums von »Bunte« statt. Europas größtes Peoplemagazin feiert 2018 sieben Jahrzehnte »Leidenschaft für Menschen«, teilt Hubert Burda Media mit.
 

Bei der Veranstaltung in München wurde der 335 Seiten starke Bildband »Bunte Republik Deutschland« präsentiert, den die ehemalige Chefredakteurin Patricia Riekel als Herausgeberin maßgeblich gestaltet hat. An dem Mittagessen nahmen neben Verleger Hubert Burda, Burda-Vorstand Paul-Bernhard Kallen, »Bunte«-Chefredakteur Robert Pölzer, Geschäftsführern und Chefredakteuren auch prominente Weggefährten wie Uschi Glas, Axel Milberg und Nina Eichinger teil.

Gegründet vom Senator

Hubert Burda erinnerte in einer emotionalen Rede an seinen Vater, den legendären Senator Franz Burda, der den Grundstein für den heutigen »Bunte«-Erfolg legte. In der Nachkriegszeit suchte sein Vater neue Aufträge und bemühte sich um die Lizenz für ein Magazin namens »Das Ufer«. »Mein Vater musste bei der französischen Kommandantur vorsprechen, um die Genehmigung dafür zu bekommen. Dass er sehr gut französisch sprach, half natürlich, und der zuständige General Schmittlein und er wurden schnell Freunde.«

Und aus dem »Ufer«, das eine Art Erziehungsprogramm sein sollte, wurde ein lebensbejahendes Magazin. »Mein Vater erkannte schnell, dass die Menschen sich nach dem Krieg nach Unterhaltung und bunten Geschichten sehnen, und nannte die 1948 gegründete Illustrierte 1954 in ›Bunte‹ um.« 

Ein kreatives Vorbild für Hubert Burda war der Künstler Andy Warhol, der einst in Offenburg ein Porträt von Aenne und Franz Burda machte. »Mich interessierte Warhols Pop-Art, in der er Werbung und Medien und Kunst zusammenbrachte. Warhol hat verstanden, was Lifestyle bedeutet. Mit seinem Magazin ›Interview‹ war er auch Verleger. Und Lifestyle ist einer der größten Märkte für Burda. Mit Andy Warhol kam quasi der Lifestyle von New York in die ›Bunte‹.«

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Hubert Burda erinnerte sich in seiner Rede an die Zeit von 1976 bis 1986, in der er selbst »Bunte«-Chefredakteur war und Menschen wie Udo Jürgens, Mireille Matthieu und Uschi Glas berühmt machte: »Anfangs dachten alle, ›was will das Büble‹, aber ich habe mich durchgesetzt. Und wenn ich zurückblicke, gibt es keinen schöneren Job als Chefredakteur.« Und er betonte: »Ohne das, was der Senator gemacht hat, stünde ich heute nicht hier!«

Zwei wichtige Weisheiten

Was damals gilt, gilt heute auch noch. So erklärte Hubert Burda das »Bunte«-Erfolgskonzept mit Verweis auf den Net-flix-Gründer Reid Hastings. Der sagte: »Du musst den Content machen, mit dem die Leute gerne ihre Zeit verbringen.«

Das Geheimnis dahinter beschreibt auch Georg Franck, Autor des Buches »Die Ökonomie der Aufmerksamkeit«. Daraus stammen die folgenden Sätze, die für Verleger Hubert Burda ungeheuer wichtig sind: »Was ist angenehmer als die wohlwollende Zuwendung anderer Menschen, was wohliger als ihre teilnehmende Einfühlsamkeit, was wirkt so inspirierend wie begeisterte Zuhörer, was ist so fesselnd wie das Fesseln ihrer Sinne.

Was gibt es Aufregenderes als einen Saal von gespannten Blicken, was Hinreißenderes als den Beifall, der einem entgegentost.  Die Aufmerksamkeit anderer Menschen ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Ihr Bezug sticht jedes andere Einkommen aus. Darum steht der Ruhm über der Macht, darum verblasst der Reichtum neben der Prominenz.«

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