Vorsitzende von "Aufschrei"

Carola Geppert-Tesch feiert ihren 70. Geburtstag

03. Januar 2018
&copy Regina Heilig

Am heutigen 3. Januar feiert die langjährige Vorsitzende des Vereins »Aufschrei«, Carola Geppert-Tesch, ihren 70. Geburtstag. 
 

Geboren am 3. Januar 1948 in Lahr, absolvierte Carola Becherer, wie sie mit Geburtsnamen hieß, eine Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei der Firma Waldeisen in Lahr, wo sie auch lange arbeitete. Bereits nach der Geburt ihrer Kinder aus erster Ehe, Thomas und Marion, achtete die Jubilarin darauf, in ihrem Beruf den Anschluss nicht zu verlieren. Und als der Nachwuchs auf eigenen Füßen zu stehen begann, startete sie »noch mal so richtig durch« – und das in einem für ein Frau auch heute noch mehr als ungewöhnlichen Feld. Während ihrer Anstellung bei einer Firma für Feuerlöschgeräte hatte Carola Geppert-Tesch nämlich entdeckt, dass es beim Zeichnen von Flucht- und Brandsicherheitsplänen eine Marktlücke gab, und zwar die Erstellung am Computer mit entsprechender Möglichkeit zum schnellen Update. Für ihre eigene Firma »Geppert Sicherheitsgrafik« war sie in ganz Deutschland unterwegs.

Die Freundschaft mit Inge Happle, die schon lange für den Verein »Aufschrei« tätig war und deren Engagement sie immer bewundert hatte, bewegte Carola Geppert-Tesch dazu, sich für den Verein gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Erwachsenen zu engagieren. Es war die Phase, in der die Vereinsstrukturen denen eines Unternehmens zu ähneln begannen, mit Personalverantwortung und Budgetplanung. Genau da lagen die Stärken der Jubilarin, die 2005 in den Vorstand ging und seit 2007 die erste Vorsitzende ist. 

Neu im sozialen Bereich

Der soziale Bereich war eine völlig neue Welt für die Frau, die es gewohnt war, in einem fast rein Männer dominierten Bereich das Heft in der Hand zu halten. »Ich war gewöhnt, vor 90 Feuerwehrkommandanten zu referieren, habe für Sachversicherern gearbeitet und im Normenausschuss in Berlin an DIN-Normen zum Brandschutz mitgewirkt«, beschreibt sie. 

Aus dem anfänglichen »Ich gucke mir das mal an« wurde schnell ein hundertprozentiges und sehr professionelles Engagement. Heute freut sich Carola Geppert-Tesch über das »tolle Team«, mit dem sehr notwendige Arbeit geleistet wird. Nach wie vor sei sexuelle Gewalt gegen Kinder, aber auch gegen Erwachsene, »ein Tabu-Thema«, bedauert sie. Dabei habe sich schon viel getan. Zum Beispiel ist die Arbeit des »Aufschrei« von Polizei und Behörden anerkannt, auch holen sich pädagogische Fachkräfte viel schneller Hilfe bei den Profis. »Wir haben einen großen Wissenspool an Institutionen – das ist im Prinzip genauso, wie wenn man sich in der Industrie ein Vertriebsnetz aufbaut«, beschreibt sie.

 
Nachfolger gesucht

Noch heute kann es Carola Geppert-Tesch ärgern, wenn Menschen mit Blick auf ihr Engagement sagen, »ich bin froh, dass ich nichts damit zu tun habe«. »Jeder hat damit zu tun!«, mahnt sie. 2018 wird in Offenburg der Fachtag »Zeichen setzen« ausgerichtet. Bei allem Einsatz für den »Aufschrei« ist einer der Wünsche von Carola Geppert-Tesch aber auch, das anspruchs- und verantwortungsvolle Amt allmählich in jüngere Hände übergeben zu können.  

Autor:
Regina Heilig

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