Virtuoses Konzert in der Kirche

Cellist Lukas Frind und Pianist Manfred Kratzer begeistern

Autor: 
red/shi
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07. März 2019
Manfred Kratzer (Klavier) und Lukas Frind (Violoncello) spielten Sonaten von Schubert und Grieg.

Manfred Kratzer (Klavier) und Lukas Frind (Violoncello) spielten Sonaten von Schubert und Grieg. ©Paul-Gerhardt-Werk

In der traditionellen Konzertreihe in der Kirche des Paul-Gerhardt-Werkes Offenburg im Brünnlesweg gastierten vor Kurzem die beiden Musiker Lukas Frind, Violoncello, und Manfred Kratzer, Klavier.

Auf dem Programm standen zwei romantische Sonaten in a- Moll: die »Arpeggione«-Sonate von Franz Schubert D 821  und die Sonate op. 36 für Klavier und Violoncello von Edvard Grieg.

Helmut Schmidt, ehrenamtlicher Beauftragter vom Seniorenbüro, begrüßte die zahlreich anwesenden Zuhörer mit der Vorstellung der beiden Musiker: Lukas Frind studiert an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe in der Klasse von Martin Ostertag, bisher im Masterstudiengang, ab Sommersemester 2019 im Studiengang Konzertexamen. Er gewann nationale und internationale Wettbewerbe und ist mehrfacher Stipendiat. Manfred Kratzer, der das Konzert moderierte, ist als Pianist bereits langjährig in dieser Matineekonzertreihe immer wieder aktiv, insbesondere mit Kammermusikprogrammen. 

Schubert schrieb diese Sonate für ein damals in Wien beliebtes, heute fast ausgestorbenes Instrument namens »Arpeggione«, einer Mischung zwischen Gitarre und  Cello. 

Heitere Gelassenheit

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Lukas Frind zeigte sich dem anspruchsvollen Werk in jeglicher Hinsicht gewachsen. Die Vielfalt an gesanglich-expressiven, wienerisch- salonhaften, verspielt-virtuosen Charakteren in allen drei Sätzen kam in seiner Interpretation bestens zur Geltung, dezent von Manfred Kratzer am Klavier begleitet. Von den technischen Schwierigkeiten war nicht das Geringste zu bemerken – ganz im Gegenteil zeichnete sich diese Interpretation durch eine heitere Gelassenheit und Spielfreude aus.

Im Gegensatz zu der eher intimen Ausdruckswelt von Schubert stand die nachfolgend kontrastierende Grieg- Sonate: Mit ihren ausgedehnten Spannungsbögen, lang angelegten Steigerungen, dramatischen Höhepunkten mit farbigen, spätromantischen harmonischen Wendungen ist sie ein repräsentatives Werk des norwegischen Nationalkomponisten. 

Begeisterter Applaus

Wie so oft tauchen in allen Sätzen folkloristische Rhythmen und Melodiewendungen auf, die Grieg auch in anderen Kompositionen verwendete. Im konkreten Fall der Cellosonate finden sich zahlreiche Parallelen zu Griegs beliebtem Klavierkonzert in a-Moll.

Beiden Musikern gelang es mustergültig, die Architektur des Werkes darzustellen, und dem Publikum einen besonderen Musikgenuss zu bieten: Ein nicht enden wollender Applaus war die Reaktion auf den tänzerisch-feurigen Finalsatz.
Mit dem »Schwan« aus dem Karneval der Tiere entließen die Musiker ihr Publikum nach einem denkwürdigen Konzert in den Sonntagnachmittag.

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