Der älteste Verein von Offenburg

Chorvereinigung Concordia feierte ihren 175. Geburtstag

Autor: 
Redaktion
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25. Oktober 2018

(Bild 1/2) ©Peter Heck

Die Chorvereinigung Concordia Offenburg ist der älteste Verein der Stadt. Am Sonntag feierte die Concordia ihr 175-jähriges Bestehen mit einer Matinée im Salmensaal, der damals das Gründungslokal war.
 

Präsidiumsmitglied Christina Wäckerle-Kleinheitz begrüßte die Gäste, darunter die Chöre aus Schutterwald, Zell-Weierbach und Straßburg sowie eine Delegation der Lédonia aus Lons le Saunier. Den Auftakt der Gesangsbeiträge gestaltete das »Geburtstagskind« selbst mit Chorsätzen von Mozart, Brahms, Schumann und einem Lied aus Schweden, einer Hommage an die Chorleiterin Gunvor Mauriange-Enstedt.

In seinem Grußwort ging sodann Bürgermeister Hans-Peter Kopp auf die geschichtliche Bedeutung der Vereine allgemein, insbesondere aber auch der Gesangvereine ein – damals im 19. Jahrhundert von der Obrigkeit übrigens kritisch beobachtet, weil man sich sozial und auch politisch engagierte. Die Concordia war eine der Keimzellen der Badischen Revolution von 1847, so Kopp weiter. Es sei für sie eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich bei der Aufarbeitung der Demokratiebewegung einzusetzen. So stand sie auch im Rahmen des Freiheitsfestes 1997 im Salmen, damals noch Lager der Elektrofirma Herrscher, zwischen Brettern und Regalen und sang für die Offenburger und ihre Gäste. »Chorgesang kann ein wunderbarer Gegenpol und Ausgleich zu den modernen gesellschaftlichen Strömungen sein!«, so Kopp abschließend.

In seiner Zwischenmoderation kündigte dann Günther Scheurer die »Tonjäger« vom Liederkranz »Schutterwald« unter Leitung von Piroska  Gohlke-Sauer an, die ein anderes musikalisches Kapitel aufschlugen und schwungvoll Lieder von den »Beach Boys«, den »Beatles« und den »Wise Guys« zu Gehör brachten.

»Chorgesang verbindet«

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Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich die Ehrung der Concordia durch den Deutschen und den Badischen Chorverband. In seiner Laudatio wies der Präsident des Ortenauer Chorverbandes Johannes Hasenohr-Fey darauf hin, dass Beständigkeit heute eher selten geworden und ein 175. Geburtstag gebührend zu feiern sei. Im Chor finde Gemeinschaft statt, es entstünden Freundschaften, hier kümmere man sich auch abseits der Proben und Auftritte umein­ander. »Genauso wie es die Stimmlagen der Sängerinnen und Sänger sind, so verschieden sind auch die Menschen selbst. Jedoch der Chorgesang bringt sie zusammen und verbindet sie!«, so Hasenohr-Fey.

Unter dem Dirigat von Bundeschorleiter Frank Döhring gab der Sängerbund Zell-Weierbach eine besondere Visitenkarte ab. Das Stück von Nena, das altrussische Gebet »Tebja Pajom« sowie das »Hallelujah« von Leonard Cohen wurden stimmungsvoll vorgetragen.

Den musikalischen Abschluss bildete die Chorale Strasbourgeoise unter Gérald de Montmarin, professionell am Flügel begleitet von Adrian Sieferle, der auch schon die anderen Chöre unterstützte. Die Chorsätze von Mozart und Fauré waren ein echter Ohrenschmaus.

Der Schlusschor »Von der edlen Musik« von V. Rathgeber vereinte stimmgewaltig annähernd 70 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne!

Beim abschließenden Umtrunk im Foyer, bei dem spontan Zugaben der Chöre erklangen, war das Urteil einstimmig:  eine beeindruckende Vorstellung von Chorgesang aus verschiedensten Epochen vorgetragen von über 110 aktiven Sängern!
Einziger Misston der Veranstaltung: Das Interesse der Offenburger hielt sich in bescheidenem Rahmen. Sie haben wirklich was verpasst.

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