Interview

Claudio Esposito gewinnt WDR-Format "Sounds like Heimat"

Autor: 
Tanja Proisl
Lesezeit 3 Minuten
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20. Juni 2016
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Claudio Esposito in Mönchengladbach auf der berühmten Waldhausenerstraße. ©Philipp Hesse

Die Freude ist riesig: Der Offenburger Rapper Claudio Esposito hat am Freitag das WDR-Format »Sounds like Heimat« in Mönchengladbach gewonnen. Sein Lied über die Stadt, das innerhalb von vier Tagen entstand, kam am besten beim Publikum an. Was den Text ausmacht, verrät Esposito im Interview.

Herzlichen Glückwunsch! Wie war es denn in Mönchengladbach?
Claudio Esposito: Aufregend. Ich war am Montag und Dienstag vergangene Woche dort unterwegs und wusste, dass ich beim Konzert am Freitag ein Lied über die Stadt präsentieren muss. Da herrscht natürlich Zeitdruck.

Wie sind Sie an den Text rangegangen?
Esposito: Ich habe die Leute auf der Straße gefragt, was für sie Mönchengladbach ausmacht und was auf keinen Fall in dem Song fehlen darf. Mir haben Rentner genauso ihre Meinung gesagt wie Jugendliche, die nennen ihre Stadt übrigens »Glisi«. 

Und?
Esposito: Fußball darf natürlich nicht fehlen. Über Borussia Mönchengladbach sprechen die Leute voller Stolz, das vereint sie. So heißt es in meinem Lied »Champions League, die Raute mit dem großen B, schwarz-weiß-grün, Garagentor mit Dosenspray. Und auch im Refrain taucht die Borussia auf.

Der geht wie?
Esposito: »Mönchengladbach, hab’ dich längst noch nicht beschrieben, doch kann verstehen, was die Menschen an dir lieben. Borussia im Herzen, die Flächen hier im Grünen, ich hab’ wie ihr den Anspruch, Champions League zu spielen«. 

Was macht Mönchengladbach noch aus?
Esposito: Die Leute wollten, dass ich auch ihre Kritik verarbeite und darauf hinweise, was nicht so gut läuft. Das große Einkaufszentrum, das Minto, haben einige kritisiert. In meinem Song heißt es deshalb: »Heute steht das Minto hier, wo täglich Scheine fließen. Der große Laden boomt, doch viele kleine schließen.« Auch die Diskussion über die Wiedereinführung des alten Autokennzeichens für den heutigen Stadtteil Rheydt habe ich aufgegriffen, ebenso wie die legendäre Waldhausenerstraße mit dem ehemaligen Laden von Günter Netzer, in der in den 70er-Jahren viel gefeiert wurde.

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Wie lief das Konzert am Freitag ab?
Esposito: Es haben ja noch zwei weitere Künstler mitgemacht. Am Anfang hatte jeder von uns 20 Minuten Zeit, um sich mit eigenen Songs vorzustellen. Danach hat dann jeder sein Lied für Mönchengladbach präsentiert. 

Wie war das Publikum?
Esposito: Meine Zielgruppe war nicht besonders stark vertreten. Es waren nur wenige Jugendliche da, dafür viele 40- bis 50-Jährige. Die haben aber super mitgemacht, vor allem beim Refrain. Ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinne. 

Wie wurde denn abgestimmt?
Esposito: Jeder von uns drei Künstlern hatte eine Röhre. Jeder Besucher bekam einen Ball, den er dann in die Röhre seines Favoriten legen konnte. 

Ist der nächste Besuch in Mönchengladbach schon geplant?
Esposito: Der Bürgermeister, der auch für mich gestimmt hat, hat mich für den Sommer eingeladen. Ich soll den Song bei der Einweihung eines Kunstwerks noch mal präsentieren. Wenn es terminlich bei mir passt, bin ich natürlich dabei. 

INFO: Wann genau die Folge von »Sounds like Heimat« mit Claudio Esposito im WDR ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest. Vermutlich wird es im September sein. Wir vermelden auch, wenn das Gewinner-Lied von Claudio Esposito öffentlich angehört werden kann. 

Gespräch mit Claudio Esposito bei Hitradio Ohr.

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