Biberach

Bis zum Neubau: Container-Lösung für Kindergarten in Biberach

Autor: 
Winfried Köninger
Lesezeit 3 Minuten
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24. Mai 2020

Der Biberacher Kindergarten St. Barbara bekommt eine zeitlich begrenzte Containerlösung, um alle Kinder aufnehmen zu können. ©Dietmar Ruh

Gemeinderat Biberach segnete die zeitlich begrenzte Erhöhung der Kapazitäten für die Kinderbetreuung im zweiten Anlauf ab. Eine Elternbefragung war eindeutig: Bedarf ist da.

Der Biberacher Gemeinderat tagte in der „zweiten denkwürdigen Sitzung“, wie Bürgermeisterin Daniela Paletta in die Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung am vergangenen Montag einstieg, erneut in der Festhalle mit großzügiger, coronakonformer Sitzungsanordnung. 

Der ebenfalls abstandsgerechte Zuhörerteil der Halle war voll belegt. Das war dem Hauptthema des Abends, der Kita, geschuldet. Die Erweiterung des Kindergartens St. Barbara und neuerdings die Notwendigkeit eines weiteren Gruppenraumes als Übergangslösung bis der Neubau St Barbara auf dem „Alten Sportplatz“ mit sechs Gruppenräumen fertiggestellt ist, beschäftigt derzeit Verwaltung wie das Ratsgremium gleichermaßen.

Zum Hintergrund: Biberach braucht aufgrund der Neuanmeldungen aus dem Ergebnis der „Anmeldetage“ eine Lösung für eine weitere, neu zu schaffende Gruppe. Daraus ergibt sich ein Bedarf von 14 Ü3 Plätzen und zusätzlich müssen für die derzeit unbefriedigende Situation im U3 Bereich ebenfalls Plätze angeboten werden. Aus beidem soll sich eine altersgemischte Gruppe mit bis zu 25 Plätzen bilden. 

Die Sache sollte eigentlich schon in der vergangenen Gemeinderatsitzung am 20. April vom Tisch, nachdem die Verwaltung damals ein Konzept mit einer Containerlösung für 16 Monate vorgelegt hatte. Doch dann kamen Bedenken aus der Mitte des Gremiums, ob eine für die Gemeinde doch recht teure Übergangslösung mit einem Container überhaupt erforderlich sei. 

Angelika Ringwald (CDU) regte damals an, vor einer endgültigen Beschlussfassung vorweg eine Elternbefragung über die Notwendigkeit einer weiteren Gruppe durchzuführen. Hintergrund war, dass es nach ihrer Aussage bei Eltern Bedenken gab, die Kinder aufgrund der Corona-Situation grundsätzlich in der Kita unterzubringen (wir berichteten). Dies hätte bedeutet, dass Biberach eventuell überhaupt keinen zusätzlichen Platz für eine weitere Gruppe braucht.

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Ergebnis eindeutig

Inzwischen fand die Elternbefragung statt. Das Ergebnis war eindeutig. Von 248 angeschriebenen Eltern derzeitiger und künftiger Kindergartenkinder antworteten 190. So gut wie kein Elternteil will für seine Kinder aus irgendeinem Grund auf einen Kita-Platz verzichten. Die Container-Lösung wird gebraucht.

Die CDU-Ratsmitglieder Angelika Ringwald und Sigrid Armbruster brachten nochmals Alternativen ins Spiel, plädierten aber nach allem Abwägen nun doch für den Container. 

Die SPD-Ratsmitglieder Manuela Schätzle und Hubert Scharfenberg schlugen unter dem Gesichtspunkt der hohen Kosten für die nur 16-monatige Übergangszeit einige weitere Lösungsansätze vor, die jedoch von der Kindergartenleitung und auch die des Fachberaters der Caritas, als nicht praktikabel erachtet wurden. 

FWV-Ratsmitglied Hans-Peter Fautz blieb bei seiner Meinung der letzten Sitzung und plädierte erneut für den Container. Bürgermeisterin Daniela Paletta stellte klar: „Wir dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren, wir brauchen heute eine Entscheidung. 
Mit neun Ja-, drei Nein- Stimmen und einer Enthaltung wurde die Containerlösung auf den Weg gebracht, die im vorderen Bereich des Kita-Grundstückes St. Barbara in der Friedensstraße umgesetzt werden soll. Mit der Fertigung des Bauantrages und aller weiteren technischen Maßnahmen soll das Büro wwg-Architekten beauftragt werden. 

Architekt Stephan Wussler stellte dem Ratsgremium den Kostenrahmen einer Containeranlage vor. Der Kostenanteil der Gemeinde im Haushaltsjahr 2020 liegt demnach bei 73 000 Euro. Die fortlaufenden jährlichen Betriebskosten liegen umgerechnet bei 130 000- Euro.

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