Paul-Gerhard-Werk in Offenburg
Dossier: 

Corona-Testpflicht: Pflegeeinrichtung äußert Unmut

Autor: 
red/sk
Lesezeit 3 Minuten
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12. Januar 2021

Silke Boschert, Vorstand und Geschäftsführerin Paul-Gerhardt-Werk und der Diakonie Mittelbaden äußert ihren Unmut über die verpflichtenden Tests für Besucher. ©Paul-Gerhard-Werk

Verpflichtende Corona-Tests für Besucher sorgen im Paul-Gerhard-Werk in Offenburg für Unmut. Vorsitzende und Geschäftsführerin Silke Boschert redet von einem „verdeckten Besuchsverbot“.

Wer künftig Angehörige in Pflegeeinrichtungen besuchen möchte, muss zuvor einen negativen Test vorweisen. Das geht aus der neuen Verordnung des Landes, die am Montag in Kraft getreten ist, hervor. Gerade diese Regel sorgt im Paul-Gerhard-Werk in Offenburg für Unmut. Silke Boschert, Vorstand und Geschäftsführerin, bezeichnet es gar als „verdecktes Besuchsverbot“.

In einer Pressemitteilung schreibt die Geschäftsführerin, dass diese neue Regelung seit Samstag bekannt ist. Ein Antigen-Test dürfe dabei nicht älter als 48 Stunden sein, ein negativer PCR-Test dürfe höchstens drei Tage als sein. Das Tragen einer FFP2-Maske sei außerdem weiterhin Pflicht. Wer gegen die Verordnung verstößt, begeht laut Boschert eine Ordnungswidrigkeit, wobei sie sich auch die Frage stellt, wer dann letztlich gegen die Regeln verstößt: die Einrichtung oder die Besucher. 

Fehlendes Personal

„Vor ein paar Tagen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer Bundespressekonferenz verkündet, dass die Pflegeeinrichtungen doch neun Euro pro Test abrechnen könnten und er sich fragt, wo denn das Personal dafür sei. Das selbe fragen wir uns auch und warten dennoch jeden Tag hoffnungsvoll auf Unterstützung“, schreibt Boschert in der Pressemitteilung. 

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Gleichzeitig stellen sie sich die Fragen, wie Apotheken teilweise für Tests 45 Euro verlangen können. „Pflegenotstand einhergehend mit der dringenden Notwendigkeit einer Pflegereform ist für uns in der Pflege alltäglicher Wahnsinn geworden. Von den Pflegekräften in den Pflegeeinrichtungen wird Übermenschliches abverlangt“, so Boschert weiter. 

Pflegekräfte würden bereits jetzt am Limit arbeiten und sollen jetzt noch zusätzlich seit Montag die Besucher und alle Kooperationspartner testen. „Seit kurz vor Weihnachten versuchen wir händeringend das Besuchermanagement in den Griff zu bekommen, parallel organisieren wir das Impfen und jetzt soll von heute auf morgen täglich mehrere Stunden qualifiziertes Personal zur Verfügung gestellt werden, um zig Besucher zu testen.“ 
 

Boschert rechnet vor: In einer Pflegeeinrichtung mit 100 Bewohnern würden täglich mindestens 50 Angehörige, Besucher oder Kooperationspartner kommen, die dann getestet werden müssen. Für jeden Test seien mindestens 25 Minuten nötig. „Von der Organisation der Räumlichkeiten wie Wartebereiche und weiteres sprechen wir hierbei noch nicht. Wie soll das denn möglich sein?“, fragt sich die Geschäftsführerin. 

Hilfe notwendig

Für das Paul-Gerhard-Werk in Offenburg bedeute das eine verdeckte Form von Schließung. „Unserer Meinung nach, schließt man nun die Einrichtung durchs Hintertürchen und schiebt den schwarzen Peter mal wieder den Einrichtungen zu.“ Als diakonischer Träger liege es fern, Einrichtungen zu schließen, jedoch sieht Boschert kaum eine Möglichkeit die Auflagen zu stemmen, sofern sie keine Hilfe dafür bekommen. Das jetzige Pflegepersonal sei ohnehin schon zu knapp bemessen. Diese Mitarbeiter können nicht für die Tests von der Pflege abgezogen werden. „Wir rufen daher zu wirklich gelebter Solidarität auf. Jetzt sind alle gefragt“, appelliert sie.

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