Stadt möchte Einzelhandel und Gastronomie in Corona-Zeiten unterstützen

Darf man bis zum Herbst in Gengenbach kostenfrei parken?

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22. Mai 2020

Auch die Außenbewirtung leidet in Corona-Zeiten unter den Abstandsvorgaben. Gengenbach möchte nun der Gastronomie mehr Fläche geben, wo es umsetzbar ist. ©Dietmar Ruh

Die Stadt Gengenbach hat ein Konzept zur Belebung der Innenstadt entwickelt und verzichtet auf liebgewonnene Einnahmen. Ziel ist, Einzelhandel und Gastronomie in Corona-Zeiten zu helfen.

Die Corona-Krise traf viele Branchen besonders hart. Um die Pandemie einzudämmen gab es teils strenge Verordnungen, Geschäfte und Gaststätten mussten schließen. 

Inzwischen gibt es Lockerungen der Vorgaben, allerdings dürfte es noch lange dauern, bis Umsatzeinbußen je aufgeholt und Einzelhandel oder Gastronomie wieder im „Normalbetrieb“ sind. 

Die Stadt Gengenbach möchte dem innerstädtischen Einzelhandel und der dortigen Gastronomie nun mit verschiedenen Maßnahmen helfen, nach der schweren Zeit wieder durchzustarten. „Die Corona-Pandemie hatte unser gesamtes öffentliches und soziales Leben heruntergefahren. Vielen Wirtschaftsbetrieben wurde von heute auf morgen ihre wirtschaftliche Grundlage entzogen“, weiß Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny um die Sorgen der Gewerbetreibenden. 

„Auch für die Stadt galt und gilt, auf Sicht zu fahren, betont er am Mittwoch im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. Heißt: Niemand weiß, wie sich die Corona-Lage entwickelt und niemand weiß auch, wie Bund und Land darauf mit Vorgaben reagieren werden. Was Erny allerdings sicher weiß, ist, dass auch die finanzielle Situation Gengenbachs unter Corona leiden wird, dass Steuereinnahmen wegbrechen werden. Dennoch möchte Gengenbach Einzelhandel und Gastronomie helfen, auch wenn es Geld kosten wird.

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Ambiente nutzen

„Wir haben einen großen Vorteil in Gengenbach. Beim ersten Sonnenstrahl sind Menschen in der Stadt, genießen Flair und Ambiente. Diese Menschen gilt es, in Gengenbach zu halten, denn nicht zuletzt profitieren davon die örtlichen Betriebe und Geschäfte“, beschreibt Erny die Ausgangslage. Alle städtischen Abteilungen haben nun ein Konzept erarbeitet, um Gengenbach für Einheimische und Besucher – und damit für Kunden und Gäste – interessant zu machen und zu halten. Das Konzept umfasst zehn Punkte und reicht von Erweiterung und Gebührenerlass für Sondernutzungsflächen über Aussetzung der Parkgebühren bis hin zur drei Einkaufssonntagen im Spätjahr – sofern es die Corona-Lage erlaubt (siehe Kasten). 

In zwei Videokonferenzen mit Gengenbacher Einzelhändlern und Gastronomen erläuterte und diskutierte die Verwaltung ihre Ideen. Und die Resonanz war äußerst gut, wie Erny mitteilt, für ihn auch ein Zeichen des Zusammenhalts in schwierigen Zeiten. „Wir alle müssen unsere Stärken nutzen“, betont Gengenbachs Bürgermeister. 

Und eine dieser Stärken sei eben die historische Altstadt, die alleine für einen Besucherstrom sorgt, um den Gengenbach von vielen beneidet wird. 

Der Gemeinderat Gengenbach ist laut Erny vorinformiert, muss das Konzept in der Sitzung am 27. Mai aber noch beraten und verabschieden.

Stichwort

Konzept Wiederbelebung Innenstadt Gengenbach

Die Stadt Gengenbach hat zur Belebung der Innenstadt und damit zur Unterstützung von Einzelhandel und Gastronomie ein Konzept entwickelt. Vorbehaltlich der Entscheidung des Gemeinderats soll folgendes umgesetzt werden:

◼ Genehmigung weiterer Außenbewirtschaftungsflächen als Sondernutzung in Abhängigkeit verfügbarer Flächen für den Zeitraum der „Corona-Einschränkungen“. Maximal wird quer- und längsseitig die doppelte Fläche als ursprünglich genehmigt.
◼ Erlass der Sondernutzungsgebühren für das Kalenderjahr 2020. (Rund 40 000 Euro Einnahmeverlust für die Stadt).
◼ Zeitlich begrenzte Aussetzung der Parkgebühren in der Altstadt (bis Ende September oder Ende Oktober). Stattdessen gilt eine Parkscheibenpflicht (Altstadt: 90 Minuten, bzw. drei Stunden). Dies gilt auch für die drei Großparkplätze Friedrichstraße, Schneckenmatt und Flößerparkplatz. (80 000 bis 100 000 Euro Einnahmeverlust für die Stadt). Insgesamt geht es um 365 Parkplätze.Vorschlag der Gastronomie: Sonntagsparkgebühren sollen beibehalten werden.
◼ Um eine größere Frequenz auf den innerstädtischen Parkplätzen zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, dass die „Parkberechtigungsinhaber“ ihr Fahrzeug auf Klosterhof und Stadthallenparkplatz abstellen. Das beruht aber auf Freiwilligkeit.
◼ Es soll 50 städtisch bezuschusste Einkaufsgutscheine zu je zehn Euro geben, die ein Mal pro Monat auf dem Wochenmarkt verlost werden. Weitere Sponsoren sind dabei willkommen. Beginn ab Juni, die Aktion soll sechs Monate laufen (Gegenwert: insgesamt 3000 Euro).
◼ Kostenlose Energieberatung von Geschäften und Gaststätten durch die Stadtwerke für langfristige Reduzierung der Energiekosten.
◼ Die Stadtwerke Gengenbach unterstützen die Gastronomiebetriebe, die Kunden sind, mit einer 1000-KWh-Gutschrift auf den Jahresverbrauch im Jahr 2020. Dies gilt auch für Neukunden aus dem Gastrobereich.
◼ „City-Tour“ nennt sich eine abendliche Entdeckung des Einzelhandels und der Gastronomie in kleinen Gruppen. Dabei präsentieren zwei Einzelhändler ihr Geschäft, ein Gastronomiebetrieb sorgt danach für kleine Genüsse.
◼ Organisatorische Unterstützung zur Vorbereitung von bis zu drei verkaufsoffenen Sonntagen noch in diesem Jahr im Spätherbst mit entsprechendem Rahmenprogramm (Voraussetung sind Veranstalter und die Möglichkeit aufgrund der Corona-Vorgaben).
◼ Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes für Einzelhandel, Gastronomie und Vereine und Kultur mit dem Thema „Blüten und Früchte“. Das positiv besetzte Thema der aktuellen Ausstellung im Museum Haus Löwenberg könnte auf den Einzelhandel und die Gastronomie transferiert werden. Die Begleitung könnte über einen Fotowettbewerb, Social Media, Ausstellungen in den Schaufenstern und Schmuck in den Ladengeschäften erfolgen.Außerdem könnten das Thema auch auf den Märkten thematisiert werden: Gengenbach als die Stadt der Blüten und Früchte.                                                                                           red/dr

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