Muettersproch-Gesellschaft

Das Allemannische werde vernachlässigt

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. April 2015

Margot Müller, Vorsitzende der Regionalgruppe Offenburg der Muettersprochgesellschaft. ©Archiv-Foto: Ursula Hass

Zur jährlichen Mitgliederversammlung der »Muettersproch-Gsellschaft e.V.« trafen sich am Samstag rund 220 Gäste in der Schlossberghalle Ortenberg. Im Vordergrund standen das 50-jährige Bestehen des Regionalverbandes sowie Rück- und Ausblick über die Aktivitäten der Ortsgruppen.

Wo der Präsident ein »Präsi« ist, wo dutzende Teilnehmer Dichter, Liedermacher oder überhaupt Freunde des Wortes sind, genauer des alemannischen, da ist Muettersproch-Gsellschaft. Am Samstag fand die jährliche Mitgliederversammlung der Muettersproch-Gsellschaft (MSG) in der Schlossberghalle Ortenberg statt. Gastgeber im jährlich wechselnden Turnus war dieses Mal die Regionalgruppe Offenburg. Deren Vorsitzende Margot Müller hatte mit zahlreichen Helfern die Großveranstaltung organisiert.

Gedicht von Vallendor

Der erste Dank an sie war die überaus zahlreiche Teilnahme der über 220 Gäste aus den 20 Regionalgruppen, deren Gebiet vom Norden mit Offenburg bis zum Dreiländereck im Süden, einschließlich des Bodenseeraumes reicht. Zudem waren zur Versammlung des Sprachvereins, der sich zum Ziel setzt, die alemannische Mundart zu erhalten und zu pflegen, Gäste aus dem Elsass und der Schweiz angereist. Margot Müller eröffnete nach der Totenehrung die Versammlung, wie könnte es anders sein, mit einem herzlich-lieben Mundart-Gedicht des verstorbenen Offenburger Autors Rudolf Vallendor.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Freiburg, Präsident ist Franz-Josef Winterhalter. Auf seiner Tagesordnung standen die Bilanzierung der Aktivitäten der Gruppen, eine Neuwahl der Schatzmeisterin und die Aufnahme einer Beisitzerin in die Vorstandsrunde sowie der Ausblick auf das diesjährige 50-jährige Bestehen. Bürgermeister Markus Vollmer hatte zuvor die Gäste begrüßt: »Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Sie alle in Ortenberg willkommen zu heißen!«

- Anzeige -

Friedel Scheer-Nahor von der Geschäftsstelle Freiburg stellte die neue Internet-Seite der Gesellschaft vor. Man wolle den Trend der Zeit nicht verpassen, den Zugang über moderne Medien auch und gerade den Jüngeren ermöglichen. Insgesamt sind 2800 Mitglieder engagiert, davon allein 100 in Offenburg. Große runde »Bäbber« mit dem Text »Bi uns cha me auch alemannisch schwätze« prangten in der Schlossberghalle nebst der badischen Fahne. Das halbjährlich erscheinende Heft mit dem Titel »Alemannisch dunkt üs guet« wird weiter vom Verein herausgegeben.

Im Vorstandsbereich erfolgte die Verabschiedung der langjährigen Schatzmeisterin Anita Edelmann, »die für ihre 31 Jahre hervorragend geleistete Arbeit« zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Nachfolgerin ist Martha Meyer. Als zusätzliche Beisitzerin wurde Heidi Zöllner gewählt.

»Teil der Kultur«

In der Diskussion wurde gewünscht, dass das bestehende Projekt der Muettersprochler in Schulen weiter gefördert werden solle. Hier sehen die Pfleger der alemannischen Sprache einen guten Ansatz, dass diese weiterleben kann. Einen kleinen Seitenhieb erhielt das Medium Fernsehen, die Schwaben stünden bei Mundartsendungen im Vordergrund, die Alemannen würden etwas vernachlässigt.

Aber wer Freude am alemannischen Schwätze, Babble oder Redde hatte, der konnte sich am Samstag in der Schlossberghalle wie daheim fühlen. »Dialekt ist Teil der regionalen Identität und Kultur«, so Präsi Winterhalter, »ohne ihn wäre man um vieles ärmer. Und nur, wenn man in der Heimat Wurzeln hat, kann man die Welt erkennen.« Zum geselligen Teil gehörten der Auftritt des »Hecker-Chörles« sowie ein kleines kulturelles Programm. Die Bewirtung in der Halle hatte der Frauentreff Ortenberg übernommen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

»Die Ampel steht auf Orange«
vor 1 Stunde
Der Gemeinderat hat am Mittwoch den Feuerwehrbedarfsplan 2018 einstimmig beschlossen. Am dringlichsten ist die Anschaffung eines Ersatzes für das 34 Jahre alte Löschfahrzeug und die Gewinnung von zusätzlichem Personal. Die Abteilungen Müllen und Altenheim sollen zur Kosteneinsparung zusammengelegt...
Spezialist für gewerbliche Spültechnik würdigte Treue
vor 2 Stunden
Für 40-jährige Betriebszugehörigkeit würdigte die Firma Hobart die Mitarbeiter Bernhard Wörter, Michael Kiefer, Herbert Spitznagel und Friedrich Keller.
Diskussion im Ortschaftsrat
vor 3 Stunden
Der Ortschaftsrat Rammersweier will ein Flurstück ausweisen, auf dem Paten Familien- oder Lebensbäume pflanzen können. 
Am Samstag tritt die Gruppe im Kik auf
vor 3 Stunden
Eine gute Nachricht für alle Fans der Country-Musik: Die Band »Southbound« ist nach einer Pause zurück auf der Bühne. Morgen, Samstag, tritt die Gruppe im Kik auf und gibt ihr großes Repertoire an Country-Liedern zum Besten.
Wasserversorgung Gengenbach
vor 3 Stunden
Die Stadt Gengenbach sichert die Trinkwasserversorgung der Bürger im Katastrophenfall. Der Gemeinderat ermächtigte Bürgermeister Thorsten Erny, einen Vertrag mit der Stadt Offenburg abzuschließen.  
Großer Nachwuchsmangel
vor 3 Stunden
Der Biberacher Heimat- und Verkehrsverein hat sich aufgelöst. Trotz intensiver Suchens fand sich kein Kandidat als Nachfolger für den Vorsitzenden Wolfgang Bösinger. Er zog sich nach 44-jähriger Amtszeit altershalber zurück.  
Krügers Wochenschau
vor 10 Stunden
Was Zahlen und Zeit gemeinsam haben? Viel, wie wir am November sehen.
Neue Dauerausstellung mit Waldseemüllerkarte
vor 10 Stunden
1000 Jahre Stadtgeschichte – von 800 bis 1800 – zeigt die neue Dauerausstellung im Museum im Ritterhaus, die heute eröffnet wird. Absolutes Highlight ist die wertvolle Globussegmentkarte von Martin Waldseemüller. Sie gilt als »Taufschein Amerikas« und ist weltweit einmalig in Offenburg zu sehen.   
Quintessenzorden für Bernhard Harter
vor 12 Stunden
Die Jubiläumszunft der Muhrbergdachse nutzte ihren Fasentbrunch (wir berichteten), um zahlreiche verdiente Mitglieder zu ehren. Der ONB hatte außerdem Überraschungen im Gepäck.
1020 Tonnen CO2 eingespart
vor 13 Stunden
Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept werden von Seiten der Stadt konsequent durchgeführt. Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte stellte im Umweltausschuss den Status quo der Umsetzung vor. Die Bevölkerung soll weiterhin zu nachhaltigem Handeln sensibilisiert werden.
Oberharmersbach
vor 16 Stunden
Die großen baulichen Veränderungen hat das Rathaus hinter sich, jetzt werden die nicht minder umfangreichen Installationsarbeiten für Sanitär, Heizung und Elektro beginnen.
Offenburg
vor 17 Stunden
Wohl aus Ärger über den Ausgang einer Gerichtsverhandlung soll ein 24-Jähriger am Mittwochmittag vor dem Offenburger Amtsgericht mehrfach auf einen 55-Jährigen eingeschlagen haben. Der Mann habe von den Tritten und Schlägen kurzzeitig das Bewusstsein verloren.

Das könnte Sie auch interessieren

Nachts Auto zu fahren strengt die Augen an – für Brillenträger kommen oft noch weitere Sichteinschränkungen dazu. Dagegen gibt es jetzt aber spezielle Gläser.
Dunkle Jahreszeit
vor 15 Stunden
Im Herbst und Winter kann es für Autofahrer auch mal ungemütlich werden, denn Wetter- und Lichtverhältnisse sorgen für eine schlechte Sicht. Besonders für Brillenträger wird das unter Umständen zum Problem. Spezielle Autofahr-Brillengläser schaffen hier aber Abhilfe.
Anzeige
Weltgrößtes Adventskalenderhaus
14.11.2018
Bereits seit mehr als 20 Jahren erweist sich das Gengenbacher Rathaus in der Adventszeit als magischer Anziehungspunkt: Es verwandelt sich mit seinen 24 Fenstern in das weltgrößte Adventskalenderhaus. Diesmal werden erneut Bilder von Andy Warhol präsentiert. 
Anzeige
Café Räpple in Bad Peterstal-Griesbach
09.11.2018
Ob im Stehen oder im Sitzen, mit Bier oder Wein – Tapas sind leckere Häppchen, die in gemütlicher Atmosphäre am besten schmecken. Genau das bietet das Café Räpple am 21. November mit einem ganz besonderen Schwarzwald-Tapas-Abend mit Gerichten aus eigener Herstellung.
Anzeige
Fachgeschäft in Offenburg
07.11.2018
Ob in der Arbeit oder zu Hause - einen Großteil des Tages verbringen viele Menschen mit Sitzen. Doch Sitzen ist nicht das Gesündeste für den Rücken. Rückenschmerzen sind die Folge. Und so ist es besonders wichtig, auf eine möglichst rückengerechte Haltung zu achten. "Rückengerecht leben" bietet als...
Anzeige