Neuried

Das Ende einer Tabaksorte

Autor: 
Dieter Fink
Lesezeit 2 Minuten
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27. August 2014

Das Foto zeigt den früheren Vorsitzenden des Landesverbandes Bade-Württembergischer Tabakpflanzer Alex Kopf, sein Frau Marta und Erntehelfer Paul, bei der letzten Ernte von Geudertheimer Tabak im Ried. ©Dieter Fink

Die Anbauverträge laufen in diesem Jahr aus und werden nicht mehr verlängert. Das dürfte das Ende für die traditionsreiche Sorte Geudertheimer Tabak bedeuten, die im Ried über 250 Jahre angebaut wurde. Sie weicht dem Virgin-Zigarettentabak.
 

Neuried. Mit dem letzten Anbaujahr des Geudertheimer Tabaks endet im Ried eine über 250-jährige Tradition. Die Firma Andree aus Bünde in Westfalen wird die Anbauverträge, die sie 2010 nach Ende der EU-Tabakmarktordnung mit den Pflanzern abgeschlossen hat und die jetzt auslaufen, nicht mehr verlängern. Die dunkle Sorte Geudertheimer als Zigarrentabak kann preisgünstiger in Übersee produziert werden.
Deutscher Geudertheimer Tabak wurde wegen seines guten Aromas von der Tabakindustrie gekauft, ist aber den Firmen inzwischen zu teuer und kann zu den nun gebotenen Preisen nicht angebaut und erzeugt werden. Geudertheimer war die traditionelle Tabaksorte im Ried früher auch im Hanauerland und in der Vorbergzone. Der Tabak wurde in vier Erntestufen Grumpen, Sandblatt, Haupt- und Obergut von Hand geerntet, danach zu Hause, früher mit der Nadel und Anstechmaschine  und nun mit der Einnähmaschine auf Bandeliere gebracht. Diese werden zum Trocknen in die Tabakschuppen aufgehängt, die die Dorfbilder heute noch prägen.
Bei den Tabakfirmen wurde der Tabak fermentiert, das heißt einem Gärungsprozess unterworfen und kam dann zur Verarbeitung. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts war die Firma Rothhändle in Lahr der größte Käufer des badischen Geudertheimer Tabaks, der zu einem gewissen Anteil in den naturreinen Zigaretten Reval und Rothhändle verarbeitet wurde. Ab 2000 wurde der Geudertheimer Tabak an Handelsfirmen und an die Firmen Burger Dannemann und Andree als Zigarrengut verkauft.
Virgin-Produktion wächst
Die Anbaufläche des Geudertheimer Tabak ging jedoch mehr und mehr zurück, während die Anbaufläche von Virgin (Zigarettentabak) spontan zunahm. Da die Virgin-Tabake weltweit gefragt sind, soll deren Produktion erweitert werden. Während der Anbau von Geudertheimer Tabak zumindest im europäischen Raum nicht weitergehen wird. Die Traditions-Tabaksorte Badischer Geudertheimer, welche die Vorfahren und die derzeitige Generation über 250 Jahre hinweg anbauten, wird also dieses Jahr zum letzten Mal angebaut. Mit ihr sind viele Erinnerungen an frühere Zeiten verbunden, wie das abendliche Tabakanstechen verbunden mit dem Singen von Volksliedern im Familienkreis aber auch, dass durch den Tabak ein gewisser Wohlstand in die Dörfer kam.

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