„Die Weihnachtsmacher“ (2)

Das gemeinsame Musizieren verbindet

Autor: 
Jonathan Janz
Lesezeit 4 Minuten
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03. Dezember 2021
Serie "Die Weihnachtsmacher": Traugott Fünfgeld an einer seiner Wirkungsstätten: Der Orgel in der Evangelischen Kirchengemeinde Offenburg. 

Serie "Die Weihnachtsmacher": Traugott Fünfgeld an einer seiner Wirkungsstätten: Der Orgel in der Evangelischen Kirchengemeinde Offenburg.  ©Jonathan Janz

In einer achtteiligen Serie stellen wir Menschen vor, die beruflich zu einem gelungenen Weihnachtsfest beitragen. Heute: Der Kirchenmusiker Traugott Fünfgeld.

Schon mal an der Evangelischen Stadtkirche in Offenburg vorbeigelaufen und eine Orgel gehört, obwohl gerade kein Gottesdienst ist? Das war dann wohl Traugott Fünfgeld. Für die evangelischen Gemeinden Auferstehung, Erlöser und die Stadtkirche verrichtet der Bezirkskantor seinen Orgeldienst. Weil die Pandemie viele Einschränkungen für seinen Beruf mit sich bringt, nutzt er das Privileg des Berufsmusikers, setzt sich hin und wieder an die Orgel und musiziert. Weil das riesige Instrument, das nun mal in der Kirche steht, sein Berufsausübungsplatz ist, darf der Offenburger auch bei Ausgangsbeschränkungen spielen.

„Ein Teil ist todtraurig“

„Die Planung ist gerade sehr anstrengend und kompliziert“, sagt der 50-Jährige. In dieser Woche haben seine Formationen die Proben eingestellt. Für seine Gemeinden betreut der Berufsmusiker die Kantorei, die Kinder- und Jugendkantoreien sowie die Gospel-Chöre. Neben der Orgel- und Chorarbeit widmet sich Fünfgeld auch der Blasmusik, er leitet die Posaunenchöre. „Ein Teil in mir ist todtraurig, dass wir mit den Proben wieder pausieren müssen, das drückt schon auf die Stimmung“, sagt er.
Aber es müsse immer Leute­ geben, die die Zuversicht nicht verlieren und nach vorne blicken. „Aktuell versuche ich aus den Möglichkeiten, die bleiben, das Beste zu machen.“ In der Umsetzung bedeutet das: Musizieren vor der Kirche im Freien, in Gottesdiensten mit kleinen Besetzungen oder nur mit der Orgel als Andacht. „Schon letztes Jahr habe ich damit begonnen, ein digitales Angebot mit Orgelmusik zu generieren“, erzählt Fünfgeld. „Außerdem haben wir mit den Chören Aufnahmen gemacht, die dann per QR-Code gescannt und angehört werden können.“
Alles herunterzufahren sei unterdessen keine Lösung. „Das ist bewusst so gewollt, die Kirche ist ein offener Ort“, sagt der Musiker.

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Auftrag für Weihnachten

Apropos Planung, die Adventszeit und das Weihnachtsfest nehmen für den Musiker eine besondere Rolle ein. „Weihnachten ist für Berufmusiker nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern ein Handlungsauftrag“, erklärt Fünfgeld. „Wenn an Weihnachten beispielsweise ein Oratorium aufgeführt werden soll, fangen wir nach Ostern an zu proben.“
Einen besonderen Stellenwert habe für ihn das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Das Werk sei gut geeignet, um den Chor zu mischen und so die Jugendkantorei einzubeziehen. „So bekommen Proben und Aufführungen einen generationsübergreifenden, gemeinschaftlichen Charakter.“
Auf die Frage, ob es Weihnachtslieder gebe, die er nicht mehr hören könne, sagt er: „Nein, die Kunst ist, mit dem Lied so umzugehen, dass man wieder Freude daran hat.“ Häufig fördere diese Herausforderung der Umwandlung die Kreativität. „Dann improvisiere ich an der Orgel oder arrangiere das Stück um.“
Gerade das Arrangieren sei dabei immer auch eine Frage des Stils, je nachdem, ob das Lied im musikalischen Stil seiner Entstehungszeit bleiben soll oder bewusst ein Kontrast entstehen soll, zum Beispiel im barocken, romantischen oder jazzigen Stil. „Die Orgel kann alles, man muss es nur spielen können“, erklärt Fünfgeld.
Weihnachtsmusik hat Fünfgeld übrigens auch schon selbst komponiert. Immer wieder erhalte er Anfragen für Auftragskompositionen, zum Beispiel für Chorhefte.

Musik verbindet

Aber warum verbindet man Musik überhaupt mit dem Weihnachtsfest? „Zum einen ist Weihnachten ein emotionales Fest, die Familien kommen zusammen, und Kinder freuen sich über ihre Geschenke. Zum anderen steigt mit der Erwartung auf das Weihnachtsfest auch die Freude, und zu freudigen Anlässen läuft immer Musik“, sagt der Kantor. Auch das gemeinsame Singen sei emotional, wecke Erinnerungen und schaffe Traditionen. „Beim Musizieren entsteht auch ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, sagt der Offenburger Kirchenmusiker.

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