Vom 19. bis 24. Oktober

Das ist bei der Armutswoche in Offenburg geboten

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16. Oktober 2020

Sie beteiligen sich an der Armutswoche in Offenburg (von links): Hannah Kohl (Katholische Seelsorgeeinheit St. Ursula), Johannes Wenzel (Präventionsnetzwerk Ortenau), Rita Maier (Jugendmigrationsdienst In Via), Mirjam Feißel (Katholische Seelsorgeeinheit St. Ursula), Eva Jakubowksi (Präventionsnetzwerk Ortenau), Andreas Hillebrandt (Caritasverband Offenburg-Kehl), Marie Glaser (Frauen helfen Frauen) und Mario Herrmann (Diakonisches Werk). ©Sophia Körber

In Offenburg startet am Montag, 19. Oktober, die Armutswoche. Gleich mehrere soziale Einrichtungen wollen auf das Thema aufmerksam machen und haben vorweg erzählt, was die Offenburger erwartet.

„Arme Kinder – arme Gesellschaft“: Unter diesem Motto findet von Montag, 19. Oktober, bis Samstag, 24. Oktober, die Armutswoche in Offenburg statt. Andreas Hillebrandt, Fachbereichsleiter Soziale Dienste des Caritasverbands Offenburg-Kehl, sowie weitere Vertreter der beteiligten Einrichtungen haben am Donnerstag erläutert, was die Offenburger nächste Woche erwartet. „Armut ist relativ abstrakt. Familien, die 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, gelten laut Landeszentrale als armutsgefährdet“, sagte Mario Herrmann vom Diakonischen Werk. „In Zahlen heißt das: Ein Haushalt mit zwei Personen und zwei Kindern hat die Schwelle zur Armut mit 2366 Euro bereits erreicht.“ Herrmann verdeutlichte weiter: „Jedes fünfte Kind gilt in Baden-Württemberg als armutsgefährdet.“ 

Aktionen auf dem Markplatz

Kommende Woche soll mit verschiedenen Veranstaltungen genau auf solche Umstände aufmerksam gemacht werden. „Das CJD, also das christliche Jugenddorfwerk, ist jeden Tag mit verschiedenen Aktionen auf dem Markplatz vor Ort“, sagte Hillebrandt. Außerdem gebe es am Montag um 12.15 Uhr wieder das Mittagsgebet in der Stadtkirche. „Wir wissen, dass wir Armut nicht mit Beten bekämpfen können, aber es kann helfen“, erklärte er. Anfangs war auch eine Fotoausstellung mit Joachim Riffel, dem ehemaligen Leiter des SFZ Stegermatt, geplant.

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„Wegen des Coronavirus müssen wir diese jedoch auf nächstes Jahr verschieben.“ Riffel sei der Meinung, dass immer noch nicht genug in die Bildung investiert werde. Leben und Bildung eines Kindes seien außerdem extrem abhängig von den familiären Bedingungen. Seine Fotoausstellung trägt deshalb den Namen „Woher ihr kommt... Startbedingungen prägen oft das Leben“. Da die Ausstellung ausfallen muss, hat der ehemalige SFZ-Leiter seine Bilder in einer Präsentation zusammengefasst, die kommende Woche auf der Internetseite des Caritasverbands zu sehen sein wird. 

Ebenfalls auf der Homepage der Veranstalter wird ab Montag die Ausstellung unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ zu sehen sein. „Armut hat viele Perspektiven. 25 Kinder aus einer Schule, einer Kita und des Kinderschutzbundes haben mit uns über das Thema Armut und Corona gesprochen und im Anschluss dazu Bilder gemalt“, sagte Eva Jakubowski vom Präventionsnetzwerk Ortenau. Die Ergebnisse haben sie in einer Präsentation zusammengestellt. „Wir haben den Kindern Raum gelassen. Sie hatten auch die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen“, ergänzte Johannes Wenzel (Präventionsnetzwerk Ortenau). 

„Tüten für Leib und Seele“

Eine Alternative musste für die katholische Seelsorgeeinheit St. Ursula her. „Im vergangenen Jahr haben wir uns mit Haupt- und Ehrenamtlichen in den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen getroffen und ein tolles Essen vorbereitet, das kostenlos an Menschen ausgegeben wurde. Wir saßen alle zusammen im Fidelissaal und haben richtig lecker gegessen. Wegen des Coronavirus ist das dieses Jahr nicht möglich“, sagte Mirjam Feißel. Dieses Jahr sollen „Tüten für Leib und Seele“ verteilt werden. „Wir kochen dieses Mal Fleischküchle, für Vegetarier Körnerbratlinge, mit Kartoffelsalat“, erklärte Feißel. Das Essen wird einvakuumiert und in eine Stofftasche gepackt. Dazu kommen ein Löffel, Senf und Ketchup sowie ein kleines Dessert. „Das verteilen wir ab Mittwochabend auf den Straßen, an Familien und vor Einrichtungen. Normalerweise kommen die Leute auf uns zu. Mit dieser Aktion machen wir es einmal andersrum.“

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