„Fridays-for-Future“: Wie der Streik gelaufen ist

Das Klimabündnis will Straßen besetzen und „stressen“

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29. November 2019
Nicht ganz so viele Plakate gab es gestern beim „Fridays-for-Future“-Klimaprotest – wohl wegen des Regens.

(Bild 1/2) Nicht ganz so viele Plakate gab es gestern beim „Fridays-for-Future“-Klimaprotest – wohl wegen des Regens. ©Ulrich Marx

Mehrere Hundert Offenburger Schüler, aber auch Erwachsene sind am Freitag im Rahmen der „Fridays-for-Future“-Proteste in Offenburg auf die Straße gegangen. Sie forderten erneut größere Anstrengungen für den Klimaschutz – und kündigten auch Straßenbesetzungen an. Dabei ließen sich die Teilnehmer vom Wetter nicht abschrecken.

Am Anfang hatte es den Anschein, als würden die Temperaturen um die acht Grad Celsius und der immer wieder aufkommende Nieselregen einen größeren Zulauf verhindern. Die zumeist jüngeren Menschen, die sich am Freitag um 11 Uhr zum Start der siebten „Fridays-for-Future“-Demo bei den Pagoden in der Offenburger Hauptstraße eingefunden hatten, fanden größtenteils noch unter den dortigen Überdachungen einen geschützten Platz. Doch als kurz darauf die Redner das direkt am Weihnachtsbaum aufgestellte Podest betraten, hatte sich das Bild schon gewandelt. Es dürften schließlich zwischen 400 und 500 Menschen gewesen sein, die sich in der Hauptstraße einfanden, bevor sich der Demonstrationszug auf den Weg über den Stadtbuckel, die Freiburger Straße und die Wasserstraße und zurück zum Rathaus machte.

„Gemeinsam kämpfen“
 

Jaana Hilberer, Schülerin des Klostergymnasiums, appellierte zum Auftakt an die Anwesenden: „Lasst uns gemeinsam kämpfen und auf die Straße gehen!“ Sie wies auf weitere Flüchtlingsströme hin, die mit dem Klimawandel zu tun hätten. Doch anstatt etwas gegen die Ursachen zu tun, würden „lieber Mauern gebaut“.

Jonah Bahr (13) und Jakob Bessler (12) traten gemeinsam ans Mikrofon. Ihre Botschaft: „Die Zeit tickt, den Klimawandel kann man nicht verschieben.“ Vieles würde von den Politikern schöngeredet, die zu sehr den Schutz von Öl- und Autoindustrie im Blick hätten. Auch dürfe man sich nicht über „Klimaleugner“ aufregen, sondern müsse selbst handeln.

Yannick Hinzmann vom Klimabündnis kritisierte, dass für Großprojekte wie die gerade eröffnete „Rulantica“ oder das Europäische Forum am Rhein sofort neue Buslinien installiert würden, die im Rench- oder Harmersbachtal dringender gebraucht würden.

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Es gelte, die Verantwortlichen zu benennen und „ordentlich zu stressen“. Um sich für weniger Autoverkehr und einen besseren ÖPNV stark zu machen, sei nächstes Jahr geplant, Hauptverkehrsadern wie die B33 im Kinzigtal, die Freiburger Straße in Offenburg oder die B415 in Kuhbach zu besetzen, kündigte Hinzmann an. 

Nicht die Ökologie schuld

Tristan Stacey von der IG Metall-Jugend bekundete seine Solidarität mit den Schülern. Die aktuelle Entlassungswelle in der Automobilindustrie habe nichts mit Ökologie oder „Fridays for Future“ zu tun, sondern mit Fehlern im Management. Anstatt sich gegeneinander ausspielen zu lassen, müssten die Arbeiter die Proteste der Schüler unterstützen und sich umgekehrt die Schüler mit den Arbeitern in der Industrie solidarisieren.

Unter den Demonstranten war auch Christina Immenschuh, die zusammen mit ihrem Mann nach Offenburg gekommen war. „Als wir jung waren, haben wir viel sparsamer und umweltfreundlicher gelebt“, sagte die 69-Jährige. Ihre Generation habe noch gelernt zu sparen und mitbekommen, wie es ist, wenn nicht immer alles verfügbar ist. Sie sei der Meinung, „dass unser Lebensstandard zu hoch ist“. 

Ihr „Save-the-Earth“-Schild hielt Mirja Kern hoch. „Wenn man kann, sollte man hingehen“, sagte die Siebtklässlerin von der Waldorfschule angesichts des kühlen und regnerischen Wetters. Wie ihre Freundin Emma Scherer war sie zum zweiten Mal dabei. Sie hätten die Demo einmal getestet, „und es hat uns gefallen“, sagte Emma Scherer.   

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