Ein Weinausbau wie vor 120 Jahren

Das nächste »Museumströpfle« reift bereits heran

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 2 Minuten
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30. September 2019
Nur mit reiner Muskelkraft kam die alte Traubenabbeermaschine wieder in Schwung. Auf dem Foto (von links): Hubertus Gernoth, Armin Wagner, Heinz Bächle und der Vorsitzende des Museumsvereins, Josef Werner.

Nur mit reiner Muskelkraft kam die alte Traubenabbeermaschine wieder in Schwung. Auf dem Foto (von links): Hubertus Gernoth, Armin Wagner, Heinz Bächle und der Vorsitzende des Museumsvereins, Josef Werner. ©Volker Gegg

Die Weinlese im Wein- und Heimatmuseum Durbach für den neuen Museumsweinjahrgang ist gelaufen. Zum ersten Mal wurde dabei die älteste in Durbach noch funktionsfähige Traubenabbeermaschine wieder aktiviert – mit dem fachkundigen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer.

Prächtig sind sie gewachsen, die rund 200 Rebstöcke auf dem Areal des Wein- und Heimatmuseums in Durbach. Überwiegend alte Rebsorten wie Rebling oder Weißer Clevner wachsen hier seit nunmehr drei Jahrzehnten für den eigenen Wein des Museumsvereins heran. Dieses »Museumströpfle« ist wirklich eine besondere Cuvée, denn 20 Rebsorten kommen damit vereint in eine Flasche. So wird seit Anfang an der Wein des Museumsvereins nach alter Tradition auch ausgebaut, bevor er in die Flasche kommt. 

Der Trichter fehlte 

Im vergangenen Jahr wurde noch eine Traubenabbeermaschine aus den 30er-Jahren für das Entbeeren verwendet. »In diesem Jahr haben wir unsere älteste in unserem Museumsbestand befindliche Traubenentbeermühle aktiviert«, berichtet Museumsleiter Josef Werner. »Leider gab es dazu aber keinen Trichter für das Traubengut mehr«, ergänzt Heinz Bächle, Zweiter Vorsitzender des Museumsvereins. 

Aber Bächle zimmerte selbst einen Ersatz, sodass die 120 Jahre alte Traubenabbeermaschine zum Herbsttermin wieder bereitstand. »Die Mühle stammt aus dem ehemaligen Weingut Weihs aus dem Hatsbach, welches heute von Winfried Laible bewirtschaftet wird«, hat Werner recherchiert.

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Historische Trotte 

Trotz Nieselregen hatten die freiwilligen Lesehelfer innerhalb einer Stunde die Rebstöcke abgeherbstet, und die Mühle konnte in Betrieb gehen. Auch das Trotten, sprich Pressen der Trauben, geschieht mit historischem Gerät. »Dazu verwenden wir unsere 80 Jahre alte Weintrotte, die wir auch während unseres Museumsfests für das Trotten des Apfelsafts verwenden«, erläutert Museumsleiter Werner. 

Ausgebaut wird das Museumströpfle, Jahrgang 2019, wie seine Vorgänger in alten Holzfässern und kommt im nächsten Jahr als »Rotling« in die Flasche. 

»Wir haben ja auch Rotweinsorten hier auf unserem kleinen Museumsweinberg neben der Getreidemühle stehen. Daher auch die rote Färbung unserer Cuvée«, erklärt Werner. 

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