Von Carsharing bis zum »Toten Winkel«

Das unternimmt die Stadt Offenburg in Sachen Mobilität

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red/flo
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20. August 2019
"Einfach mobil" ist der Slogan, der auch an den Mobilitätsstationen (hier am Bahnhof/ZOB) zu lesen ist.

"Einfach mobil" ist der Slogan, der auch an den Mobilitätsstationen (hier am Bahnhof/ZOB) zu lesen ist. ©Stadt Offenburg

Mit der Mobilität der Zukunft beschäftigt sich seit einiger Zeit die Stadt Offenburg. Das Thema bestehe aus vielen konkreten Maßnahmen und Bausteinen, so die Stadt in einer Pressemitteilung, in der ein Überblick über die bereits laufenden Maßnahmen und die nächsten Schritte gegeben wird.

Im April hätten die zehn Kommunen Appenweier, Friesenheim, Gengenbach, Kehl, Lahr, Neuried, Offenburg, Rheinau, Schutterwald und Willstätt das Mobilitätsnetzwerk Ortenau gegründet, »um beim Thema nachhaltige Mobilität gemeinsame Lösungen zu finden und Synergieeffekte zu nutzen«. Daran erinnert die Stadt Offenburg in einer Pressemitteilung. Das Netzwerk solle dazu beitragen, »dass sich die Bürger einfach und klimafreundlich in ihrer Kommune und zwischen Städten und Gemeinden fortbewegen können«.

In regelmäßigen Netzwerktreffen und durch den Einbezug von Experten würden verschiedene Themen diskutiert und konzipiert: Carsharing, Radverkehr, Mobilitätsstationen, ÖPNV-Anbindung, Pedelecs und E-Bikes, Mitfahrsysteme, kommunale Fuhrparke, eine gemeinsame Marke, Fahrradverleihsysteme, einheitliches und anbieterübergreifendes Buchungssystem, Anbindung von Ortsteilen und Bürgerbus. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Bausteine unter anderem für den neuen Offenburger Masterplan Verkehr sowie für das Gesamtverkehrskonzept des Landkreises und somit auch weiteren Kommunen des Kreises zur Verfügung stehen.

Konzepte in Arbeit

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Zur Mobilität gab es in diesem Jahr bereits mehrere Veranstaltungen und Aktionen. Die Stadt nennt den Landestag der Verkehrssicherheit und die Ausgabe von 500 Brötchentüten mit dem Aufdruck »Danke! Sie fahren Rad. Ihre Stadt atmet auf.« im Juni. Im Juli habe das Mobilitätsnetzwerk Ortenau verschiedene Büros zur Erstellung von Konzepten zu den Schwerpunkten »Mobilitätsstationen in der Region«, »Radverkehrsachsen für Pedelec-Pendeln« und »Digitale Vernetzung der Mobilitätsangebote« beauftragt. Parallel zur Erarbeitung dieser Schwerpunkte ließen die Städte Offenburg, Kehl und Lahr 2019 und 2020 zusätzlich ein Elektromobilitätskonzept erarbeiten. Die Ergebnisse würden bis Ende 2020 in einem Gesamtbericht veröffentlicht und dem Landkreis für sein Gesamtverkehrskonzept bereitgestellt.

Die Stadt Offenburg wolle als fahrradfreundlicher Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen: Sie bietet allen Mitarbeitern des Technischen Rathauses an, das Pedelec-Fahren auszuprobieren. Die Aktion werde in Zusammenarbeit mit der  Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg (AGFK-BW) durchgeführt, heißt es. In der ersten Testwoche sei die Anzahl der Pedelecs auf fünf Stück begrenzt gewesen. »Es ist abzusehen, dass weitere Testwochen organisiert werden.«

Mit dem Umbau der Lange Straße werde der Wandel der Mobilität deutlich: Der Straßenraum sei weitgehend von parkenden Fahrzeugen befreit, die Aufenthaltsqualität gesteigert, der gesamte Straßenzug als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet und ausgewiesen worden.

Auch die Sicherheit im Verkehr spielt eine Rolle: Alle größeren Fahrzeuge der Technischen Betriebe Offenburg (TBO) seien im Juli mit Warnaufklebern versehen worden, die auf die Gefahr des »Toten Winkels« hinweisen. Insbesondere bei Lkw oder bei Kleinlastwagen sehe der Fahrzeugfahrer nicht alles, was rund um sein Fahrzeug geschieht. Entwickelt wurden die Aufkleber von der AGFK-BW gemeinsam mit der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg (LVWBW).  Auch Speditionen und Logistiker sowie Unternehmen mit Fuhrparks können sich an die AGFK-BW (www.agfk -bw.de) wenden. Im August würden alle Stadtbusse der Stadt Offenburg und der SWEG mit den Aufklebern ausgestattet.

Hintergrund

Mobilität: Die Termine in nächster Zeit

In der letzten Augustwoche ist die interaktive Ausstellung »Mobiles Baden-Württemberg – ein Erlebnisraum« auf dem Marktplatz in Offenburg zu sehen. Die Frage: Wie kann eine Entwicklung der Mobilität in Baden-Württemberg gelingen, die neben den ökologischen Zielen eine nachhaltige Transformation der Mobilitätswirtschaft erreicht?

Beim fünften »Forum Radverkehr« im September steht die Auswertung des ADFC-Fahrradklimatests im Mittelpunkt. Ein Experte erläutert die Ergebnisse. Im Anschluss diskutieren Vertreter der Verwaltung mit den Bürgern. Beim Offenburger Mobilitätstag am 21. September vor dem Rathaus können sich die Bürger über Car- und Bike-Sharing sowie Stadt und Regionalbus an den Offenburger Mobilitätsstationen informieren, außerdem zur Elektromobilität oder zur Fahrradförderung in Offenburg. Geplant ist auch ein Bühnenprogramm.

Mit Fertigstellung von Lindenplatz und Lange Straße wurde ein erster Teil des Radabstellkonzepts Innenstadt abgeschlossen. Mit dem Angebot soll auch das wilde Fahrradparken eingedämmt werden. Die Einweihung ist im September geplant. Die Einweihung zusätzlicher Radboxen am Schienenhaltepunkt Kreisschulzentrum (20 weitere Radboxen) soll im Oktober stattfinden.

Für Oktober 2019 ist bei den Technischen Betrieben (TBO) die Nachrüstung ihrer Neufahrzeuge mit zusätzlichen Abbiege-Assistenzsystemen vorgesehen. Diese Systeme sollen es den Fahrern von größeren Fahrzeugen erleichtern, den Toten Winkel zu verkleinern beziehungsweise aufzuheben. Diese Maßnahme erhöhe die Verkehrssicherheit, da Rechtsabbiegeunfälle häufig schwerwiegend sein können, wenn Radfahrer beteiligt sind, so die Stadt. Ebenfalls im Oktober sollen mit der Aktion »Stylisch und sicher Radfahren«  Schüler angesprochen werden – inklusive Tipps zu Frisuren, die auch bei Helmnutzung halten.

Mit dem »Letter of Intent« wollen die Kommunen zwischen Kehl und Straßburg im Oktober ihren Willen zur Einrichtung eines Radschnellwegs zwischen den Offenburg und Straßburg unterstreichen.

Im November wird das Netz der Mobilitätsstationen erweitert: Mit den beiden Stationen Seidenfaden und Mühlbach/Spinnerei sind künftig sechs Stationen im Stadtgebiet vorhanden. Es sind die ersten Stationen, die in Neubaugebieten entstehen. Im Rahmen der Nikolausaktion für vorbildliche Radfahrende im Dezember sagt der Nikolaus Danke und verteilt eine kleine Aufmerksamkeit an alle, die mit funktionierendem Licht unterwegs sind.

Für April 2020 ist die Einweihung der Mobilitätsstation Freizeitbad/Landratsamt geplant. Neben den bekannten Angeboten Car-Sharing, Bike-Sharing, Fahrradparken und Bushaltestelle erhalten die Stationen der zweiten Ausbaustufe in den Wohngebieten zusätzlich ein Lastenrad-Sharing.

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