E-Werk gibt Details bekannt

Das war die Ursache für den Stromausfall in Offenburg

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16. Juli 2020
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Auch im Offenburger Bürgerbüro war am Dienstag teilweise kein Strom.

Auch im Offenburger Bürgerbüro war am Dienstag teilweise kein Strom. ©Moritz Litterst

Das E-Werk Mittelbaden hat darüber informiert, wie es am Dienstag zu dem Vorfall in Offenburg gekommen ist. Außerdem erläutert das Unternehmen, warum die Reparatur an verschiedenen Orten unterschiedlich lang gedauert hat.

Ein Stromausfall hat am Dienstag für Aufregung in Teilen von Offenburg, in den Ortsteilen Rammersweier und Zell-Weierbach sowie in Schutterwald gesorgt. Etliche Wohnungen, Büros, Läden oder Lebensmittelmärkte waren zeitweise ohne Strom. Nachdem zunächst nicht geklärt werden konnte, wie es zu dem Stromausfall gekommen war, hat das E-Werk Mittelbaden am Donnerstagvormittag die Ursache genannt. 

Im Bereich der Grabenallee sei es zu einem Kabelfehler bekommen, teilte Unternehmenssprecherin Anthea Götz auf Anfrage mit. Die vorliegenden Messergebnisse zeigten, „dass es an einem Übergang von zwei Kabelstrecken zum Kurzschluss kam, der in der Folge zu weiteren Kabelfehlern führte“.

In der Innenstadt schnell 

Je nach Ort dauerte der Stromausfall am Dienstag unterschiedlich lang. Während die Stromversorgung in der Innenstadt relativ schnell wieder hergestellt war, ging es in Zell-Weierbach bis in den späten Nachmittag. Anthea Götz erläutert: „Unmittelbar nach den ersten Störmeldungen im Netzleitsystem – das war um 9.30 Uhr – begann die Fehlereingrenzung.“ Durch Umschaltungen auf andere Stromkreise seien gegen 9.53 Uhr die ersten Stadtbereiche wieder „sicher versorgt“ gewesen. 

Für die Ortsteile Rammersweier und Zell-Weierbach habe die Zuschaltung allerdings länger gedauert, „da hier in einem Kabelbereich zwei Fehler zu beheben waren“. Das Umschalten auf eine andere Kabelstrecke sei dadurch nicht möglich gewesen. 

Die Reparatur eines Kabelfehlers bedinge mehrere Arbeitsschritte, gibt Götz zu bedenken: Zuerst müsse der Fehler präzise eingegrenzt werden. Das geschehe durch umfangreiche Messungen mit dem Kabelmesswagen. Der Boden müsse zudem an der Fehlerstelle aufgegraben und das defekte Kabel ausgetauscht werden. In Rammersweier seien dadurch erst gegen 17 Uhr wieder alle Kunden sicher am Netz zugeschaltet gewesen.

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„Dort, wo es technisch möglich war, konnte eine Notstromversorgung durch Aggregate aufgebaut werden, sodass die Versorgung innerhalb von circa ein bis zwei Stunden wieder hergestellt war“, berichtet Götz. Da jedoch von dieser Störung mehrere unterschiedliche Stromkreise betroffen gewesen seien, habe sich die Zuschaltung auf ungestörte Kabelstrecken aufwendiger gestaltet. So hätte der Aufbau eines sicheren Notstrombetriebs mittels Aggregat möglicherweise länger gedauert als die Reparatur des Erdkabels. „Je nach Störungssituation kam es so zu unterschiedlichen Zeiten bei der Wiederversorgung.“

Unterschiedliche Netze 

In der Innenstadt war zu beobachten gewesen, dass manche Geschäfte trotz des Stromausfalls Strom hatten. Das ist aus Sicht des E-Werks zu erklären: Die Versorgung einer dicht besiedelten Innenstadt bestehe aus einem engmaschigen Stromnetz, das aus verschiedenen Kabelstrecken gespeist werde. „Dazu kommt, dass Wohnhäuser und kleinere Gewerbebetriebe aus dem 400-Volt-Netz und zum Beispiel größere Kaufhäuser oder Firmen aus dem 20 000-Volt-Netz versorgt sind“, informiert Götz. Es sei „durchaus möglich, dass in einer Straße ein Haus Strom hat und das Nachbarhaus nicht, weil es von einer anderen Leitung versorgt ist, die gerade von der Störung betroffen ist“.

Selektives Abschalten

Im Offenburger Stromnetz gebe es unterschiedliche Kreisläufe. Das gelte für die gesamte Stromversorgung, die redundant aufgebaut sei. Selektiv würden nur die gestörten Stromleitungen von der Versorgung abschaltet.

Grund dafür, dass genau die genannten Stadt- und Ortsteile und die Gemeinde Schutterwald betroffen waren, war laut E-Werk, dass diese Versorgungsstrecken von unterschiedlichen Fehlern betroffen waren. „Obwohl topologisch auseinanderliegende Stadtbereiche und Gemeinden betroffen waren, erfolgt ihre Versorgung aus einem zentralen 110 000-Volt-Umspannwerk, so dass es durch eine Kettenreaktion auch in unterschiedlichen Stadtbereichen zu weiteren Fehlern kommen kann.“

Info

Zahlen

2018 gab es in Offenburg eine Störung, in Windschläg war das 2019 der Fall. Ein anderer Bereich von Zell-Weierbach war in Frühjahr 2020 stromlos. Die Störungsstatistik des E-Werks zeige in den vergangenen Jahren für das gesamte Versorgungsgebiet eine Ausfallzeit von rund zwölf Minuten im Jahr. Im Vergleich dazu liege die bundesweite Ausfallzeit bei durchschnittlich 13,7 Minuten im Jahr.

Hintergrund

So läuft die Fehlersuche ab

Das Procedere, um den Grund für einen Stromausfall zu ermitteln und  das Problem zu beheben, beschreibt E-Werk-Sprecherin Anthea Götz wie folgt:

„Taucht ein Fehler im 20 000-Volt-Stromnetz auf, reagieren Schutzgeräte innerhalb von wenigen Millisekunden und unterbrechen die Stromversorgung. Die Leitstelle erhält automatisch die digitale Information zum Störungsgeschehen. Der Netzführer in der Leitstelle beginnt sofort, die Umschaltungen per Fernsteuerung einzuleiten. Parallel informiert er die Kollegen der zuständigen Bezirksstelle. Ihre Aufgabe ist es, zum gestörten Versorgungsabschnitt zu fahren, um Vor-Ort-Maßnahmen einzuleiten. 

Je nach Schadensbild werden Kabelmesswagen, Notstromaggregate, Steigerfahrzeuge, Tiefbaufirmen mit Baggern und weiteres Fachpersonal nachgefordert. Mittels Messwagen lokalisieren die Kollegen bei Kabelstörungen die genaue Lage des Fehlers. Dort wird aufgebaggert und das defekte Kabel repariert. Danach erfolgt die Messung des reparierten Abschnitts und bei fehlerfreiem Ergebnis können Kunden wieder zugeschaltet werden.“

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